Steve Kondik: „Cyanogen“ im Rootzwiki-Interview

Frank Ritter 3

RootzWiki.com ist seit einiger Zeit Hauptanlaufpunkt von Android-Devs, die aufgrund der Schwemme von unerfahrenen Nutzern den XDA-Developers den Rücken gekehrt haben. Entsprechend gut sind die Kontakte der Rootzwiki-Miitglieder in die Dev-Szene. Nun konnte Rob James vom RootzWiki für eine neue „Meet the Devs“-Reihe Steve Kondik interviewen, bekannt als Mastermind der CyanogenMod und dafür, sich in der Öffentlichkeit eher rar zu machen. Im Interview erklärt Kondik sein Verhältnis zu Android, in welche Richtung sich CyanogenMod 9 bewegt und wo die Herausforderungen bei der Portierung der CyanogenMod auf Ice Cream Sandwich liegen.

Steve Kondik: „Cyanogen“ im Rootzwiki-Interview

Auch wenn Kondik heute einen, mutmaßlich gut dotierten, Job bei Samsung hat, hat er nie studiert und sich das Programmieren in Assembler autodidaktisch beigebracht. Seinen Android-Einstand hatte Kondik, als er am Kernel seines HTC Dream (auch bekannt als T-Mobile G1) herumspielte, die Ergebnisse veröffentlichte und plötzlich ein enormes Interesse daran feststellte. Danach führte eines zum anderen.

Wie viele Android-Geräte mag Kondik heute besitzen? Er selbst habe die Übersicht verloren, denn es sind zu viele und er wisse nicht mehr, welche er persönlich besitze und welche beruflich.

Zu seiner Arbeit an der CyanogenMod befragt, gibt Kondik an, dass er den Großteil der Kommunikation mit seinen Kollegen aus dem CM-Team heute über IRC abwickelt. Viele neue Funktionen würden hinzugefügt. Die größte Herausforderung derzeit sei die Theming-Engine, welche für CM9 komplett neu geschrieben werden müsse. Google habe in Android 4.0 sehr viele interne Änderungen vorgenommen. Vor allem Grafiktreiber seien problematisch. Nicht einmal ein Transisition Layer sei derzeit möglich, man warte hier auf eine Lösung von Google. Steve hat Ice Cream Sandwich für das Samsung Galaxy Tab 10.1 portiert, aber ohne Hardwarebeschleunigung. Die Benutzung mache keinen Spaß und viele Dinge funktionierten nicht. Weiterhin überlege man, eine Option in CyanogenMod 9 zu integrieren, die Rootrechte optional mache.

Nach seiner Meinung zum Vorschlag von Koush zu einem alternativen Appstore für CM befragt, äußert Steve Kondik, dass er ihn prinzipiell für eine gute Idee hält. Es sei aber vemutlich kompliziert, diesen zu überwachen - ein offener Market sei wegen der potentiellen Gefahr von Malware unmöglich. Ferner bezweifelt er, dass es einen eigenen Store für jede Root-App für die CyanogenMod brauche.

Nachwuchsprogrammierern gibt er den Ratschlag, am Ball zu bleiben, möglichst viel der eigenen Arbeit quelloffen zur Verfügung zu stellen. Der eigene Github-Account sei heutzutage die Vita eines Entwicklers. Dennoch sei Kondik kein „Open Source-Nazi“, denn man könne kein Geschäftsmodell auf Open Source aufbauen und müsse nicht das, was die eigene Arbeit einzigartig mache, veröffenmtlichen. Aber Frameworks und Algorhitmen könnte man veröffentlichen, man erhalte etwas zurück und mache sich einen Namen in der Community.

Und in welche Richtung entwickelt sich Android? Steve „Cyanogen“ Kondik vermutet, dass Chrome OS und Android verschmelzen und Android auch auf anderen Hardwareplattformen Einzug halte - bis hin zu Kameras und Kühlschränken. Dem pflichten wir bei.

RootzWiki.com - Meet the Devs: Cyanogen

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