Kostenlose Photoshop-Lightroom-Alternative: darktable im Test

Sebastian Trepesch 1

Tatsächlich, es gibt auch eine Open-Source-Alternative zu Adobe Photoshop Lightroom, die man sich kostenlos herunterladen kann: darktable. Wird man mit der Fotosoftware zur Verbesserung von Bildern glücklich? Wir haben sie getestet.

Nach den Tests von Capture One, On1 Photo RAW und DxO PhotoLab haben wir uns nun eine kostenlose Software für die Entwicklung von Fotos (im Speziellen RAW-Dateien) angesehen. Wir waren selbst gespannt: Wie macht sich die Open-Source-Anwendung darktable? Ohne großes Lamentieren beginnen wir wie immer gleich mit dem Fazit:

darktable 2.4 im Test: Fazit

Es ist beeindruckend, was das Team um darktable auf die Beine gestellt hat. Einen großen, leistungsfähigen Fotoentwickler stellen sie kostenlos zur Verfügung – seit kurzem sogar auf deutsch. Der Funktionsumfang ist groß, die Bildqualität gut.

Die Einarbeitung erfordert allerdings Ausdauer. Die Software ist in Teilen nicht leicht zu verstehen, die Funktionsweise mancher Tools wirft Fragen auf und es fallen mehr Fehler als bei der Konkurrenz auf. Zudem trübt die langsame Reaktionszeit das Nutzungserlebnis auf dem Mac.

darktable ist die empfehlenswerte kostenlose Alternative zu Lightroom – wenngleich es an das Original nicht herankommt.

Test-Wertung darktable:

  • Funktionen: 75 Prozent
  • Bedienung & Geschwindigkeit: 45 Prozent
  • Qualität: 70 Prozent

Gesamtwertung: 63 Prozent

darktable 2.4 kann man kostenlos von der Entwicklerwebseite herunterladen. Die Software steht neben der von uns getesteten macOS-Version auch für die Betriebssysteme Windows und Linux zur Verfügung.

Das hat uns an der kostenlosen Bildbearbeitung gefallen

  • Kostenlos, ohne Abo, Open Source! (Darktable ist unter Linux übrigens sehr beliebt.)
  • Der Funktionsumfang ist groß, interessante Werkzeuge sind enthalten. Mit dabei: Tethering Shooting, Maskierungsmöglichkeiten, virtuelle Kopien, HDR-Montage (nicht aber Panorama-Montage).
  • Unterstützt viele Kameras, bietet teilweise gute automatische Korrekturen. Aber …

darktable im Test: Das hat uns nicht so gut gefallen

  • Im Feinschliff und in manchen Kamera-Objektiv-Kombinationen fallen die Objektivkorrekturen nicht so gut wie bei der Konkurrenz aus.
  • Die Umsetzung von Bearbeitungsschritten ist träge. Stellt man Regler von Tools ein, sieht man die Auswirkungen manchmal erst nach ein, zwei Sekunden. Das erschwert die Feinabstimmung.
  • Manche Fehler stören nicht, manche sind nervig. Wenn zum Beispiel Beschriftungen abgeschnitten sind und man nicht scrollen kann, beginnt ein Ratespiel … Zudem hatten wir vereinzelt Abstürze.
  • Die Software ist zumindest für Mac-Nutzer gewöhnungsbedürftig. Zum Beispiel gibt es keine (hilfreiche) Menüleiste oder Drag-and-Drop, der Rechtsklick führt oft ins Leere, die Trackpad-Gesten kann man ebenfalls nicht nutzen.

Das sollte man zu der kostenlose Lightroom-Alternative noch wissen

  • In der Dunkelkammer stellt man sich am besten seine wichtigsten Werkzeuge in den Favoriten zusammen. Die verfügbaren Module werden in der Seitenleiste rechts mit einem Klick aktiviert, mit einem zweiten Klick zu den Favoriten hinzugefügt.
  • Die Unterstützung von OpenCL ist standardmäßig ausgeschaltet – sie beschleunigt teilweise die Anwendung. Einzuschalten in den Einstellungen (Zahnrad auf der Leuchttisch-Seite rechts oben) -> Zentrale Optionen.
  • Der Bearbeitungsverlauf lässt sich rückgängig machen. Die Funktion wird von Snapshots ergänzt, mit dem man einen Bearbeitungsstatus abspeichert. Er lässt sich als Stil für andere Fotos verwenden.
  • Masken sind in Darktable hilfreich (wenngleich es keine Kantenerkennung gibt), erstellte Auswahlen lassen sich für verschiedene Werkzeuge anwenden.

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