Fastenzeit 2016: Wann, wie lange und warum fasten Christen? Bedeutung erklärt

Robert Schanze

Mit der Fastenzeit bereiten sich Christen auf ihr wichtigstes Fest vor. Sie beginnt heute mit dem Aschermittwoch am 10. Februar 2016. Wir erklären in diesem Ratgeber, wie lange und warum im Christentum überhaupt gefastet wird und ob das für katholische und evangelische Christen gleichermaßen gilt.

Mit der Fastenzeit verzichten Christen auf bestimmte Nahrungsmittel und bereiten sich auf ihr wichtigstes Fest vor. Wir verraten, welches das ist und wie sie dabei vorgehen. Im Islam wird übrigens ebenfalls gefastet: Ramadan 2016: Wann ist Ramadan-Ende und Bedeutung des Mondes.

Fasten 2016: Anfang und Ende – Wann und wie lange fasten Christen?

Die Fastenzeit dauert 40 Tage lang und beginnt dieses Jahr am Aschermittwoch, den 10.02.2016. Sie endet am Samstag, den 26.03.2016. In diesem Zeitraum sind die Sonntage als kirchliche Feiertage ausgenommen. Sonst wäre die Fastenzeit 46 Tage lang. Die Fastenzeit dauert insgesamt also 6 - 7 Wochen.

Anfang Ende
Fastenzeit 2016 10.02.2016 26.03.2016
Fastenzeit 2017 01.03.2017 15.04.2017

Die Fastenzeit wurde nach Überlieferungen auf 40 Tage festgelegt. Sie ist dabei an Jesus angelehnt, der nach seiner Taufe 40 Tage in einer Wüste allein gefastet haben soll. Weitere Anlehnungen sind:

  • 40 Tage, die Moses am Berg Sinai fastete
  • 40 Tage, die das Volk Israel durch die Wüste zog
  • 40 Tage, die Elias zum Berg Horeb wanderte
  • 40 Tage Sintflut

Fastenzeit 2016: Warum fasten Christen?

Die Fastenzeit kommt vom einfachen Wort Fasten. Es bedeutet Buße, Beichte, Gebete und vor allem die Vorbereitung auf Ostern (Taufe). Denn Ostern ist für Christen das wichtigste Fest, weil Jesu erst durch seine Auferstehung das Bild des Lebens nach dem Tode im Himmel symbolisiert  – der Sonntag erinnert wöchentlich an den Tag der Auferstehung Jesu, wie der Freitag an seinen Tod erinnert.

Info: Am Aschermittwoch und Karfreitag soll im Sinne des Fastens kein Fleisch gegessen werden. Auch soll in der Fastenzeit besonders auf Nächstenliebe geachtet und mehr an Almosen gedacht werden.

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Was passiert beim Fasten

Das Wort Fasten bedeutet ursprünglich soviel wie Enthaltsamkeit. Strenges Fasten bedeutet für einen bestimmten Zeitraum nichts mehr zu essen. So soll etwa Moses am Berg Sinai 40 Tage nichts gegessen und nichts getrunken haben. Auch wenn ersteres vielleicht noch vorstellbar ist, sollte beim Fasten aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht auf Wasser zum Trinken verzichtet werden.

Früher sollte zur Fastenzeit nur eine volle Mahlzeit täglich gegessen werden. Fleisch, Milchprodukte, Eier, Süßigkeiten und Co. waren verboten. Heute wird Fasten von Christen oftmals eher mit Enthaltung oder Abstinenz gleichgesetzt. Das bedeutet im Gegensatz zum Fasten nur der Verzicht auf eine bestimmte Art von Nahrung wie Fleisch oder Genussmittel.

Eine Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt, auf was die Deutschen im Jahr 2016 verzichten wollen:

  1. Alkohol | 67 Prozent
  2. Süßigkeiten | 66 Prozent
  3. Fleisch | 38 Prozent
  4. Fernsehen | 33 Prozent
  5. Rauchen | 32 Prozent
  6. Handy, Computer | 21 Prozent
  7. Auto | 15 Prozent

Ob die Deutschen das dieses Jahr auch in der Form einhalten, ist jedoch unklar. Die Umfrage wurde von Forsa mit 1002 Befragten durchgeführt.

Auch im Islan wird gefastet: Ramadan 2016

Fasten katholische und evangelische Christen gleichermaßen?

Im Gegensatz zur römisch-katholischen Kirche hat die Fastenzeit in der evangelischen Kirche eine geringere Bedeutung. Martin Luther stand der Fastenzeit skeptisch gegenüber:

„(…) Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen. Andererseits, wenn er fände, dass ihm vom Fasten der Kopf wüst und toll oder der Leib und der Magen verderbt würde , so soll er das Fasten ganz gehen lassen und essen, schlafen, müßig gehen, so viel ihm zur Gesundheit nötig ist.“

Allerdings wurde den Protestanten ebenso empfohlen, mehr dem Glauben nachzugehen und gut zu sein.

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