Martinstag heute 2015: Bedeutung, Umzüge und Lieder

Martin Maciej

„Sankt Martin, Sankt Martin ritt‘ durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind!“ Auch in diesem Jahr werden im Herbst wieder die Laternen in den Straßen geschwungen. Der Sankt-Martinstag findet traditionell am 11. November statt. Doch was ist die Bedeutung des Tages? Und ist der Martinstag ein Feiertag und somit ein arbeits- und schulfreier Tag? In unserem Ratgeber geben wir euch die Antworten.

Vor allem bei Kindergarten- und Grundschulkindern ist der Martinstag ein willkommener Tag zum Feiern, schließlich streift man hier fröhlich singend durch die Straßen und darf sich eventuell über die eine oder andere Süßigkeit oder andere Belohnung freuen. In Österreich und Teilen Bayerns wird der Tag auch „Martini“ bezeichnet.

Martinstag 2015: Bedeutung - was wird gefeiert?

  • Der St. Martinstag geht wie die meisten anderen Feiertage auf den Kalender der katholischen Kirche zurück.
  • Gleichzeitig ist der Tag der offizielle Namenstag für alle, die „Martin“ mit Vornamen heißen.
  • Zudem leitet der St. Martinstag am 11.11. des Jahres die Karnevalszeit ein und ist der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor den Weihnachtstagen. Aus diesem Grund nutzten viele Menschen in der Vergangenheit noch einmal die letzte Gelegenheit vor dem langen Fastenzeitraum für ordentliche Speisen.
  • Besonders der Gänsebraten wird dabei traditionell am Martinstag verspeist.

Eng verbunden mit dem St. Martinstag ist natürlich das dazugehörige Lied für den Laternenumzug:

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.
Brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.

Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne.
Sperrt ihn ein den Wind, sperrt ihn ein den Wind,
er soll warten bis wir zu Hause sind!

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.
Bleibe hell mein Licht, bleibe hell mein Licht,
denn sonst strahlt meine liebe Laterne nicht.

Ein weiteres Lied, welches zum St. Martinstag nicht fehlende darf, ist der Sankt-Martinslied:

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
Sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
Sein Mantel deckt‘ ihn warm und gut.

Im Schnee saß , im Schnee saß,
Im Schnee, da saß ein alter Mann,
Hatt Kleider nicht, hatt Lumpen an.
„O helft mir doch in meiner Not,
Sonst ist der bittre Frost mein Tod!“

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
Sein Ross stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt‘
Den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gab den halben still:
Der Bettler rasch ihm danken will
Sankt Martin aber ritt in Eil‘
Hinweg mit seinem Mantelteil.

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Der Martinstag geht auf das Fest des heiligen Martin von Tours zurück. Dieser wurde am 11.11. im Jahr 397 beigesetzt. Bekannt ist die Legende Martins, nach welcher er an einem kalten Tag im Winter einem frierenden Bettler begnetete. Martin, selbst ein römischer Soldat, sah den armen Mann und bekam Mitleid. Er teilte seinen eigenen warmen Mantel und gab ihm eine Hälfte. In der darauffolgenden Nacht träumte Martin von dem Bettler. Im Traum zeigte sich, dass es sich bei dem Bettler um Jesus Christus handelte. Nach diesem Erlebnis ließ sich Martin taufen und wandte sich als bisheriger Heide dem christlichen Glauben zu. Die Bewohner von Tours wollten ihn als Bischof sehen, doch dieser zeigte sich bescheiden und lehnte das Angebot ab. Vielmehr versteckte er sich in einem Gänsestall.

Der heilige Martin von Tours war in der lateinischen Kirche die erste Person, der die Heiligkeit nicht durch den Tod als Märtyrer, sondern durch sein Wirken zu Lebzeiten zugesprochen wurde.

Martinstag 2015: Termin, Bedeutung und ist es ein Feiertag?

Die Bedeutung des Tages wurde später auf Martin Luther übertragen. Der Reformator wurde am 10. November geboren und dann am 11. November, dem Martinstag, getauft.

In Mitteleuropa wird der Martinstag von verschiedenen Traditionen begleitet. Hierzu gehört Martinssingen, den Martinszug samt Laternen und das Gansessen.

  • Bis heute ist das Grab von St. Martin eine wichtige Wallfahrtsstätte.
  • Traditionell ziehen Kinder zum Gedenken an Sankt Martin mit Laternen durch die Straßen. Besonders früher wurden die Kleinen von einem als römischen Soldaten verkleideten Reiter auf einem Pferd begleitet. Auch die Schenkung des Mantels wird oft noch nachgestellt. Begleitet wird der Martinszug von verschiedenen Martinsliedern.
  • Für Aufsehen sorgte der Die-Linke-Politiker Rüdiger Sagel 2013. Er führte an, dass der katholische Brauch für muslimische Kinder in Deutschland diskriminierend sei und forderte eine Umbenennung des Martinstages in das „Sonne-Mond-Sterne-Fest“. Dabei sollte die Geschichte des heiligen St. Martin nicht mehr im Fokus des Feiertags stehen. Diese Forderung stieß an vielen Stellen auf große Entrüstung und Ablehnung. Selbst Die Linke in Nordrhein-Westfalen und der Zentralrat der Muslime in Deutschland distanzierten sich von dieser Idee.
  • So wird es auch am Martinstag 2015 keine Umbenennung und Änderung der Bezeichnung für den Feiertag geben.
  • Auch wenn am Martinstag gefeiert wird, handelt es sich um keinen gesetzlichen Feiertag. Schulfrei oder einen arbeitsfreien Tag gibt es somit in der Regel nicht.

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Bildquelle: Fulcanelli / Shutterstock.com, Renata Sedmakova, J.Schelkle

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