Fotos in OS X + Drag'n'Drop: Was für ein halbgarer $#*! (Kommentar)

Sven Kaulfuss 55

Mit Fotos in OS X Yosemite – seit 10.10.3 integriert – werden iPhoto und Aperture aufs Abstellgleis gestellt. Über diesen Schritt lässt sich trefflich diskutieren, jegliche Toleranz fehlt mir jedoch bei der bewussten Abkehr vom bewährten Prinzip „Drag’n’Drop“.

iPhoto nutzte ich bisher als meinen persönlichen „Foto-Tank“ – für mich persönlich vollkommen ausreichend. Auch steckte ich nicht sonderlich viel Zeit in die Ordnung des Materials, immerhin wurde ich meist schnell fündig – die integrierten Tools der automatischen Sortierung halfen dabei. Insofern sah ich der aufkommenden Diskussion zur neuen Foto-App in OS X entspannt entgegen. In erster Linie fühlten sich ja die Foto-Profis und Aperture-Anwender von der neuen Applikation beunruhigt und hielten schon mal Ausschau nach Alternativen.

Bewährt: Mein bisheriger Arbeitsablauf in iPhoto

Mein persönlicher Workflow ist doch nicht gefährdet, so meine allzu leichtfertige Einstellung. In den letzten Tagen – bei Updates lasse ich mir meist ausreichend Zeit für die Installation – vollführte ich im Zuge meiner MacBook-Neuanschaffung die Aktualisierung auf OS X 10.10.3 und wurde dadurch gleichfalls mit „Fotos“ beglückt.

Aufbau und Funktion der App ist verglichen mit iPhoto immer noch halbwegs intuitiv, doch schon wenig später sollte ich eine böse Überraschung erleben. Für die Weiterverarbeitung nutze ich Pixelmator – eine sinnvolle und preiswerte Alternative für die meisten „Photoshop-Aufgaben“. Mit iPhoto sichtete ich mein Material und importierte die einzelnen Fotos nach dem altbekannten Prinzip des „Drag’n’Drop“ („Ziehen und Ablegen“) in Pixelmator – Bild in iPhoto kurzerhand auf das Pixelmator-Programm-Icon im Dock bewegen. Fertig!

Drag’n’Drop in Fotos: Nicht vorgesehen?

Mit „Fotos in OS X“ ein Ding der Unmöglichkeit! Zum gegenwärtigen Zeitpunkt unterstützt die App keine Dateiweitergabe per „Drag’n’Drop“. Dies betrifft im Übrigen sämtliche Programme. Einziger Ausweg: Der Export der Bilder über den Befehl in der Menüleiste oder aber – hier funktioniert „Drag’n’Drop“ kurioserweise – die Ablage auf dem Schreibtisch. Von dort aus lässt sich die Datei dann auch wieder per „Drag’n’Drop“ in Pixelmator öffnen. Kurzum: Umständlicher geht es nicht.

Immerhin erlaubt mir Pixelmator den Zugriff auf die Fotos-Mediathek im eigenen Öffnen-Menü. Aufgrund der „Größe“ der Vorschaubilder aber auch keine wirkliche Alternative zur Voransicht in iPhoto respektive Fotos und der anschließenden Weiterverarbeitung und Weitergabe.

Blamage: Der GUI-Pionier vergisst seine Wurzeln

Unverständlich: Apple „vergisst“ die Integration eines wesentlichen Elementes einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI). Nicht zuletzt forderte und förderte der Pionier bisher das Prinzip „Drag’n’Drop“ im eigenen System, nicht erst mit OS X, sondern schon lange zuvor im klassischen Mac OS. Eine Behebung des aktuellen Kapitalfehlers ist daher kein frommer Wunsch, sondern sollte ein Muss für den kalifornischen Hersteller sein. @ Apple: Nachsitzen und schnellstmöglich nachbessern!

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