„Frontal 21“: Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen in Samsung-Fabriken

Daniel Kuhn 5

In der letzten Woche hatten wir darüber berichtet, dass gegen Samsung Vorwürfe der Kinderarbeit in einem Zulieferbetrieb erhoben wurden. Zwar wurden diese inzwischen offiziell dementiert, ein Ende der Kritik ist aber trotzdem nicht in Sicht. In einem Bericht des Fernsehmagazins Frontal 21 werden nun die Arbeitsbedingungen bei Samsung selber angemahnt.

„Frontal 21“: Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen in Samsung-Fabriken

Die Vorwürfe gegen Samsung reißen nicht ab. Nachdem der chinesische Zulieferbetrieb HEG letzte Woche in die Kritik geraten ist, weil mehrere Mitarbeiter das Mindestalter von 16 Jahren unterschritten haben sollen, gibt es nun auch Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Samsung-eigenen Fabriken. Nachdem das Unternehmen bereits im Januar 2012 den Preis Public Eyes People’s Award für schlechte Arbeitsbedingungen erhalten hat, forschte das Fernsehmagazin Frontal 21 noch etwas genauer nach. In dem gestern ausgestrahlten Bericht werden die gesundheitsgefährdenden Bedingungen in den Samsung-Fabriken erneut angeprangert.

Der südkoreanischen Gesundheitsorganisation SHARPS (Supporters fort he Health and Right of People in Semiconductor Industry) zufolge sind bisher rund 140 ehemalige Samsung-Mitarbeiter schwer erkrankt – viele davon an Krebs. Die südkoreanische Tageszeitung The Hankyoreh hat darüber hinaus bereits 56 Todesfälle ehemaliger Mitarbeiter gezählt. Ein Sprecher des Samsung Health Research Institutes dementierte allerdings, dass es einen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen in den Fabriken und den Erkrankungen der ehemaligen Mitarbeiter gebe.

Die Vorwürfe gegen den Zulieferer HEG wurden derweil, wie angekündigt, von Samsung selber überprüft und es konnten keine Verstöße gegen die Arbeitsvorschriften festgestellt werden. Die besagten Mitarbeiter besitzen doch das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter von 16 – außerdem seien weder die Sicherheitsbestimmungen noch die Arbeitszeiten verletzt worden. Diese Meldung erscheint uns allerdings wenig überzeugend, schließlich war HEG vorgewarnt und hatte daher ausreichend Zeit, eventuelle Missstände zu beheben.

Wie Kollege Frank bereits letzte Woche geschrieben hat, ist es uns nicht möglich, die externen Berichte über dieses heikle Thema nachzuprüfen, weshalb wir uns auf Quellen von außen verlassen müssen – die zugegebenermaßen recht glaubhaft klingen, aber leider in China wohl auch zum Standard gehören. Sollten uns neue Informationen erreichen, informieren wir natürlich darüber.

Quelle: Heise (vielen Dank an den anonymen Tippgeber) und China.org.cn [via Netbooknews]

* gesponsorter Link