Chrome: Native Apps und (vielleicht auch) Erweiterungen für iOS & Android in der Entwicklung

Andreas Floemer 5

Google ist dabei, die mobilen Versionen des Chrome-Browsers um die sogenannten Packaged Apps, wie sie bereits auf Desktop-Rechnern genutzt werden können, zu erweitern. Wie The Next Web berichtet, arbeitet das Unternehmen an einem Toolkit, mit dem Entwickler Chrome-Apps für Android und iOS entwickeln und zugleich existierende Chrome-Anwendungen auf beide mobilen Plattformen portieren können.

Chrome: Native Apps und (vielleicht auch) Erweiterungen für iOS & Android in der Entwicklung

Wer Chrome auf dem Desktop nutzt, dürfte mit den Apps vertraut sein, die man sich aus dem Chrome Web Store laden kann. Diese basieren auf HTML5, JavaScript, CSS und einer Reihe an Chrome-APIs. Man sollte sie indes nicht mit den normalen Erweiterungen verwechseln, denn Chrome-Apps wie beispielsweise Keep, Pocket oder die neue Kamera-App funktionieren außerhalb des Browsers und lassen sich auch offline verwenden.

Google selbst hat sich zu diesen anstehenden Neuerungen noch nicht offiziell zu Wort gemeldet, allerdings sind die Zeichen eindeutig, dass sie kurz vor der Einführung stehen. So haben die Kollegen von The Next Web das Github Repository Mobile Chrome Apps eines Google-Entwicklers namens Michael Mocny ausfindig machen können, der offenbar mit dem Projekt betraut ist. Die dazugehörige Dokumentation gibt erste Informationen über das Projekt preis: So soll das Mobile Chrome Apps-Toolkit Entwicklern ermöglichen, hybride Native Apps mit sogenannten Chrome App Polyfills über Apache Cordoba zu kompilieren. Auf diesem Wege sollen fehlende Funktionen nachgerüstet und Apps für das mobile Design modifiziert werden. Mit dem Toolkit soll man außerdem Bugs fixen und Apps testen können.

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Ist die App fertig kompiliert, soll der Entwickler sie sowohl im Play Store als auch in Apples App Store veröffentlichen können. Diese nativen Chrome-Apps erfordern laut Google mindestens Android 4.x, wobei Cordova auch unter Android 2.2 und 2.3 und 3.x laufen könnte. Welche iOS-Version für die nativen Chrome-Apps notwendig ist, scheint noch nicht festzustehen – es heißt im GitHub-Repo noch „TBA“ („To be announced“ – auf Deutsch:„Wird zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt“). Sicherlich wird Apple hier auch noch ein Wörtchen mitzusprechen haben – erfahrungsgemäß ist auch denkbar, dass Cupertino unter iOS kein solches Framework zulassen wird.

Während Google noch die Füße über die Freigabe des Toolkits und damit auch den hybriden Nativ-Apps still hält, bringt Google Developer Advocate Joe Marini ein wenig Licht ins Dunkel: So plane man offenbar eine erste Beta-Version des Tools bereits im Januar freizugeben, sofern die Anwendung soweit stabil sei.

Damit steht fest, dass Android-Nutzer, eventuell auch iOS-Anwender, sehr bald die Möglichkeit haben werden, ihren mobilen Chrome-Browser mit Apps zu erweitern, die auch offline verwendet werden können. Da für reguläre Browser-Erweiterungen dasselbe Framework verwendet wird, ist auch deren Einzug in den mobilen Chrome-Browser nicht unwahrscheinlich.

Wenn Googles Plan aufgeht und Apple mitspielt, hätten Entwickler damit eine weitere Möglichkeit, leichter plattformübergreifend zu entwickeln. Mittelfristig könnte sich hier ein weiterer Plan Googles abzeichnen: Chrome OS auf mobile Geräte zu bringen und Smartphones und Tablets auch für die Nutzung auf größeren Displays zu optimieren, was Canonical beispielsweise mit Ubuntu für Android in Planung hat.

Andersherum ist die Basis für Chrome OS ein angepasstes Linux – würde Google hier Android einsetzen und auf beiden Plattformen die App Stores des jeweils anderen Betriebssystems zulassen, wäre das de facto die Verschmelzung von Chrome OS und Android – und damit das fehlende Mosaiksteinchen, um Android auch auf dem Desktop zu etablieren. Es bleibt in jedem Fall spannend.

Quelle: The Next Web

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