Der Play Store könnte demnächst zur universalen Anlaufstelle für Software avancieren. Die vergangenes Jahr angekündigte „App Runtime for Chrome“ (ARC) wurde vor wenigen Tagen freigegeben und kann von Entwicklern genutzt werden. Im Zuge dessen hat Google eine Chrome-Erweiterung veröffentlicht, mithilfe derer nahezu beliebige Android-Apps unter Windows, OS X oder Chrome OS genutzt werden können.

 

Google Chrome

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Ein Problem, das Chrome OS von Beginn an anhaftete, könnte schon bald verpuffen. Denn während der Chrome Web Store lediglich eine geringe Auswahl an nützlichen Anwendungen bereithält, kann Google Play Store mittlerweile mit rund 50 Milliarden Downloads glänzen. Ein beachtliches Sortiment, auf das Besitzer von Chromebooks beziehungsweise Nutzer des Chrome-Browsers jetzt auch zugreifen können.

Android-Apps unter Windows und Co. starten -- ARC macht's möglich

Auf der Google I/O 2014 wurde die sogenannte „App Runtime for Chrome“ (ARC) angekündigt. Diese eigens entwickelte Laufzeitumgebung erlaubt es, gewöhnliche Android-Apps innerhalb des Chrome-Systems lauffähig zu machen. Bislang wurde ARC nur für ausgewählte Entwickler beziehungsweise deren Anwendungen bereitgestellt. Die Entwicklung an ARC scheint nun aber so weit vorangeschritten zu sein, dass die Laufzeitumgebung für jedermann frei zugänglich gemacht werden kann – wohlgemerkt nach wie vor als Beta ausgewiesen.

Kommt mal vor: Die App startet (hier: ZDF Mediathek), benötigt aber die Play Dienste
Kommt mal vor: Die App startet (hier: ZDF Mediathek), benötigt aber die Play Dienste

Klingt schon mal vielversprechend. Das volle Ausmaß dieser Neuerung wird anhand einer neuen Erweiterung im Chrome Web Store ersichtlich: ARC Welder ist eigentlich als Hilfstool für Entwickler ausgelegt und erlaubt es, zahlreiche Android-Apps innerhalb von Chrome zu installieren und auszuführen. Vorerst sind jedoch noch nicht alle Anwendungen aus dem Play Store lauffähig. Das hängt in Teilen damit zusammen, dass die Google Play Dienste bislang noch nicht in der Erweiterung eingebaut sind. Die meisten von Googles hauseigenen Apps funktionieren demzufolge gar nicht. Bei anderen sind gewisse Funktionen nicht verfügbar.

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Anleitung: So können Android-Apps mit ARC Welder gestartet werden

Doch im Grunde lässt sich mit ARC Welder allerhand anfangen. Das Verfahren, mit dem die von Google veröffentlichte Erweiterung eingerichtet wird, ist zudem denkbar simpel – hier am Beispiel von Instagram:

ARC-Welde-Chrome-Setup

  1. Die Erweiterung ARC Welder muss im Chrome Web Store heruntergeladen und installiert werden. Das Paket ist 11,83 MB groß und startet sich wie jede andere Chrome-App.
  2. Wird ARC Welder zum ersten Mal geöffnet, fragt die Anwendung nach einem lokalen Verzeichnis, um dort notwendige Daten zu hinterlegen.
  3. Um eine Android-App aufzurufen, muss zunächst deren APK-Datei in die Chrome-Erweiterung eingespeist werden. Diese kann beispielsweise von Webseiten wie APKMirror stammen oder vom eigenen Android-Gerät extrahiert sein. Für letzteres sei die Anwendung Apk Extractor aus dem Play Store empfohlen.
  4. Im letzten Einstellungsschritt kann der Benutzer entscheiden, in welchem Modus die Android-App starten soll. Es kann zwischen Portrait- und Queransicht, Tablet- und Smartphone-Formfaktor sowie bildschirmfüllend gewählt werden. Außerdem kann der Zugriff auf die Zwischenablage gewährt oder eingeschränkt werden.
  5. Die Anwendung kann jetzt durch Klicken auf „Launch App“ gestartet werden. Nach einer kurzen Wartezeit sollte sich die App dann im zuvor definierten Modus präsentieren.

Dieser Prozess ist derweil nur beim erstmaligen Start einer Android-App nötig. Danach findet sich das entsprechende Icon im Chrome-Launcher. Auf diesem Wege können beispielsweise Anwendungen wie Instagram, die im Web nur eingeschränkt verfügbar sind, am Desktop genutzt werden. Im ersten Test funktioniert ARC Welden reibungslos: Sofern die App startet, agiert sie flott und lässt sich sogar ohne Probleme per Wischgesten, Mausrad und Tastatur bedienen – lediglich die Animationen, die seit Android 5.0 Lollipop an Bord sind, fallen unter Chrome weg.

Entwickler: Unbekannt
Preis: Kostenlos

via 9to5google, Ars Technica

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