beat: Flexibler Player spielt Musik direkt aus der Dropbox oder von Google Drive

Lukas Funk 4

Spätestens seit der Einführung von Google Play Music geht der Trend hin zum Musikstreaming aus der Cloud. Wer diesen Komfort gerne nutzt aber dennoch nicht auf lokal gespeicherte Musik verzichten möchte, sollte einen Blick auf die App „beat“ werfen. Der Audio-Player gibt nicht nur Musik von verschiedenen lokalen Ordnern, von Google Drive und Dropbox wieder, sondern ist darüber hinaus auch individuell gestaltbar. Wir haben die App getestet.

Musik-Player gibt es für Android wie Sand am Meer, doch nur wenige Apps stechen durch wirklich individuelle Features hervor. beat ist ein Musterbeispiel für eine Feature-reiche Anwendung, verbindet er doch die Wiedergabe von Musik, die auf dem Smartphone oder Tablet hinterlegt ist, mit zeitgemäßem Cloud-Streaming aus der Dropbox oder von Google Drive.

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Das Setup ist denkbar einfach: Beim ersten Start der App wird man vor die Wahl gestellt, ob man zunächst einen Cloud-Service oder einen Stammordner für lokale Musik konfigurieren möchte. Wählt man die Cloud, wird man zur Anmeldung im jeweiligen Dienst weitergeleitet. Nach einem kurzen Abgleich kann man sodann durch die Ordner Navigieren, bis man bei dem gewünschten Musikstück angelangt ist. Ein weiterer Klick startet sofort die Wiedergabe.

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Da beat ein ordnerbasierter Musik-Player ist, hat man bei der Konfiguration der lokalen Medien die Möglichkeit, mehrere Ordnerpfade zu hinterlegen. So können auch weniger gut organisierte Musiksammlungen mit Leichtigkeit verwaltet werden. Zwischen Cloud- und lokalen Medien kann einfach über ein Menü gewechselt werden, das sich Styleguide-konform vom linken Bildschirmrand hereinwischen lässt. So bleibt die Musik zwar je nach Speicherort getrennt voneinander aufrufbar, Titel können aber unabhängig von diesem zur Wiedergabeliste hinzugefügt werden.

Auch wenn Cloud- und Offline-Daten von beat so weitestgehend gleich behandelt werden, besteht doch in einem entscheidenden Punkt ein Unterschied: Eine Suchfunktion ist nur für lokale Musik verfügbar, in Dropbox und Drive muss manuell navigiert werden. Zur Wiedergabe von Musik unterwegs eignet sich beat übrigens nur bedingt: Zwar werden gehörte Musiktitel auf dem Gerät zwischengespeichert, eine Möglichkeit, Musik wie in Play Music vorab herunterzuladen, gibt es aber leider nicht.

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Ein durchaus praktisches Feature von beat ist der Slide-Out-Player. Statt sich auf ein normales Widget oder die Steuerung über die Benachrichtigungsleiste zu verlassen, kann am Rand des Displays ein unauffälliger Kreis, ähnlich den Chatheads des Facebook-Messengers platziert werden, der sich fortan über alle geöffneten Apps legt. So kann von jeder Stelle im System aus mittels eines einfachen Klicks ein Menü zur Steuerung der Wiedergabe geöffnet werden.

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Vom rechten Rand der App lässt sich überdies ein weiteres Menü mit eine Fülle von Features hereinwischen. Neben der Option, den oben beschriebenen Slide-Out-Player zu aktivieren findet sich hier ein Software-Equalizer, ein Sleep Timer sowie die Möglichkeit, den automatischen Download von Album-Covers zu aktivieren. Außerdem lässt sich von hier aus nahezu jeder Aspekt der App den eigenen Wünschen anpassen: Schriftfarbe und -Größe, Listendarstellung, Animationen, Menüfarbe, …

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Trotz all dieser Anpassungsmöglichkeiten — oder gerade ihretwegen? — ist beat wahrlich keine schön gestaltete App. Vielmehr wirkt sie wie ein Konglomerat moderner Designkonzepte: Ultradünne Schriften die zu groß geraten sind, flächige Farben für Ordner ohne Bildinformation, die einfach nicht mit der grau-weißen Ästhetik des Players harmonieren und ein zweites Slide-Out-Menü, das verschieden vom ersten gestaltet ist und in dem wie aus dem Nichts Schalter in Holo-Blau auftauchen.

Sieht man über diese optischen Makel hinweg, die möglicherweise dem noch sehr frühen Entwicklungsstadium der App geschuldet sind, erhält man mit beat einen sehr potenten und anpassbaren Player, der zudem noch vollkommen kostenlos ist. Wer seine Musik aus mehreren Quellen bezieht oder auf Cloud-Streaming ohne Play Music umsteigen möchte, sollte definitiv einen Blick auf beat werfen.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

[via lifehacker]

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