Der Start von Google Drive steht unmittelbar bevor, so viel ist – nicht erst seit heute morgen – klar. Während die halbe Techwelt vor dem Browser sitzt, F5 drückt und darauf wartet, dass die blöde 404-Fehlermeldung auf drive.google.com verschwindet, hat sich ein französischer Google-Mitarbeiter einen Fauxpas geleistet: Für einen kurzen Moment war im Enterprise-Blog von Google Frankreich ein Posting zu sehen, das detailliert die Funktionen des Drives auflistet.

 

Google Drive

Facts 

Der Beitrag war natürlich kurz darauf wieder verschwunden, aber das Internet vergisst ja nichts. Und so poppten nur Sekunden später die ersten Postings in den Sozialen Netzwerken mit den heißen Infos auf. Wir bringen euch die wichtigsten Infos, in normal verständlichem Deutsch.

Achtung, Spoilerwarnung: Wer sich lieber überraschen lassen möchte, welche Funktionen das GDrive beinhaltet, kann gerne noch ein paar Stunden warten. Ansonsten sind hier alle relevanten Infos:

  • Google Docs: Wird direkt in das Google Drive integriert. Kollaboratives Arbeiten ist schon wie in Google Docs möglich. Sharing soll verbessert werden, auch können Dateien besser kommentiert werden.
  • Clients: Es wird eine dezidierte Software für PC und Mac geben, außerdem Apps für Android und iOS - iOS allerdings erst in einigen Wochen. Diese Apps und Programme synchronisieren Dateien vollautomatisch im Dropbox-Stil.
  • Volltextsuche auch in eingescannten Dokumenten per OCR-Texterkennung.
  • Bilderkennung: Mit einer Technik wie in den Google Goggles soll das Google Drive zum Beispiel den Eiffelturm erkennen, wenn man ein Bild davon in seinem Google Drive hat.
  • Dateiviewer für mehr als 30 Formate: Dateien in etlichen Formaten direkt anschauen - ohne dass die dafür notwendige Software auf dem Rechner installiert sein muss – einfach im Browser. Darunter sind etwa HD-Videos, Adobe Illustrator und Photoshop-Files und mehr.
  • Administrationsoptionen für Nutzer von Google Apps for Business: So kann man etwa bestimmten Nutzern oder Nutzergruppen mehr oder weniger Speicherplatz zuweisen.
  • Sicherheit: Der gesamte Traffic zum Google Drive wird über verschlüsselte Verbindungen geleitet. Überdies kann das eigene GDrive per 2-Step-Verification abgesichert werden, sodass man sich auf einem neuen Rechner nur einloggen kann, wenn man parallel auf seinem Smartphone mit einer App einen Code generiert. Alle Daten werden bei Google in mehreren Serverzentren gespeichert, sodass auch eine Grund-Ausfallsicherheit gegeben ist. Zudem garantiert Google 99% Uptime für den Google Drive Service.
  • Speicher: Jeder Nutzer erhält 5 GB Speicher. Google Apps-Administratoren können für ihre Nutzer und Nutzergruppen zusätzlichen Speicherplatz erwerben. Kostenpunkt: 4 $ pro 20 GB im Monat, erweiterbar bis zu 16 TB.
  • Weitere Entwicklung und Erweiterbarkeit: Google will den Dienst sukzessive erweitern. Da der Service eine offene Plattform darstellt, will Google die API auch anderen Webdiensten zur Verfügung stellen. So soll man über Google Drive etwa auch Faxe senden, Videos bearbeiten und 3D-Modelle erstellen können. Die entsprechenden Apps findet man im Chrome Web Store.

Damit sind eigentlich fast alle Fragen geklärt. Als letzter Punkt, der für mich aus den vorliegenden Infos noch nicht klar hervorgeht, ist die Integration von Google Drive in die Google-Suche zu nennen. Immerhin deutet Google an, dass auch hochgeladene Dateien und Dokumente über das reguläre Suchinterface gefunden werden können (aus der automatischen Übersetzung):

if you upload a picture of the Eiffel Tower in Drive, the next time you search the term [Eiffel Tower], the image will appear in the results

Wird diese Funktion standardmäßig aktiv sein? Für welche Dateiformate ist sie aktiviert und wie werden die Suchergebnisse aus privaten Dateien in die regulären Ergebnislisten integriert? Vermutlich sind wir in einigen Stunden schlauer.

Quelle: François Bacconnet bei Google+ [via René bei G+]