HTC Sense 4.0: Erste Eindrücke der neuen Bedienoberfläche

Daniel Kuhn 9

Die meisten Hersteller von Android-Geräten versuchen, ihre Produkte mithilfe einer eigenen Benutzeroberfläche vom Rest abzuheben. Samsung hat TouchWiz, Motorola Blur, LG die Optimus UI und HTC Sense. Diese Oberflächen stehen vor allem bei Power-Usern in der Kritik, da sie meist viel unnötigen Ballast mitbringen und das System zusätzlich ausbremsen. HTC möchte daran mit der vierten Iteration der Sense-Oberfläche offensichtlich einiges ändern.

HTC Sense 4.0: Erste Eindrücke der neuen Bedienoberfläche

Die Kollegen von Pocketnow haben eine Vorabversion von HTC Sense 4.0 in die Finger bekommen – und auch wenn sie leider keine Bilder machen durften, haben sie zumindest die ersten Eindrücke beschrieben, so dass wir bereits eine ganz gute Vorstellung von dem haben, was uns in der neuesten Version erwarten wird.

Buttons und Oberfläche

Insgesamt wird HTC Sense in Zukunft visuell aufgeräumter und weniger überladen daherkommen: Zum Beispiel werden in der Landscape-Ansicht die Menü-Buttons nicht mehr am unteren, sondern am rechten Rand angezeigt, wodurch mehr Inhalt auf dem Display angezeigt werden kann. Generell wird der Homescreen auch endlich den Landscape-Modus unterstützen. Alle Slider werden in einem freundlichen Grau, mit eckigen statt runden Buttons auf dem Display erschienen und wie alle anderen Buttons auch mit der entsprechenden Funktion beschriftet sein.

Entgegen den Bemühungen von Google, ab Android 3.x „Honeycomb“ auf Hardware-Tasten zu verzichten, wird HTC nicht zu den On-Screen-Tasten zurückgreifen – aber die Anzahl der Hardware-Tasten wird zumindest von vier auf drei reduziert. Der Lockscreen wird ebenfalls einige neue Funktionen erhalten: So wird ähnlich wie bei iOS 5 eine Zusammenfassung aller Benachrichtigungen angezeigt. Wahlweise kann man aber auch die favorisierten Kontakte anzeigen lassen, um diese schnell anrufen zu können. Und die Benachrichtigungszeile kann auch ohne das Gerät zu entsperren herunter gezogen werden.

Der Task Switcher, der bisher Icons für alle Tasks angezeigt hat, wird in Sense 4.0 durch eine dreidimensionale Kartenansicht ersetzt, die aktuell allerdings noch etwas schwerfällig in der Bedienung war.

E-Mail

Laut Brian Miniman von Pocketnow hat HTC es geschafft, eine der bestaussehenden und funktionalsten E-Mail-Apps für Android zu erschaffen: Neben verbesserter Push-Funktionalität für Exchange-Konten wurde auch eine Smart Sync-Funktion hinzugefügt, die die Nutzung analysiert und das Synchronisationsverhalten daran anpasst – so dass in Phasen, in denen das Smartphone in der Regel wenig genutzt wird (zum Beispiel Nachts), auch die E-Mails nicht abgerufen werden. Das dürfte der Nachtruhe, vor allem aber der Akkulaufzeit zugutekommen.

Auch optisch wurde die App stark überarbeitet und bietet eine verbesserte Anzeige für gelesene oder ungelesene Mails, Kreise statt der üblichen Checkboxen und eine stark verbesserte Darstellung von längeren Konversationen.

Browser und Gast-Modus

Auch der HTC-eigene Browser wurde um einige feine Features erweitert: Nicht nur eine Reader-Funktion, die die meisten Werbebanner aber nicht die Bilder von einer Seite entfernt, sondern auch eine „Später lesen“-Option wurde hinzugefügt.

Ein sehr verheißungsvolles Feature ist der neue Gast-Modus – dieser erlaubt es einzustellen, welche Apps und Daten ein Gast auf dem Smartphone sehen kann. Dieser Modus wird als „Szene“ vorhanden sein, in die man bei Bedarf ganz einfach wechseln kann.

Kamera, Beats Audio und Dropbox-Integration

Die Kamera-App hat ein neues Feature erhalten, das bei einem erkannten Gesicht automatisch 5 Bilder kurz hintereinander aufnimmt und dann das beste aussucht. So wird es bald keine Bilder mehr mit zugekniffenen Augen oder ähnlichem geben.

Beats Audio wird ab Sense 4.0 nicht mehr nur für den HTC-eigenen Musik-Player verfügbar sein, sondern auch für Apps von Drittanbietern, so dass künftig jeder seinen favorisierten Player nutzen kann, ohne auf die „Klangverbesserung“ verzichten zu müssen.

Auch die Kollaboration zwischen HTC und Dropbox wird auf Geräten mit Sense 4.0 noch stärkere Auswirkungen haben: Nach der Anmeldung bei dem Cloud-Speicherdienst werden dem Nutzer 50 GB Speicherplatz gutgeschrieben, die auf dem Gerät dann als reguläres Laufwerk angezeigt werden. Per E-Mail versendete Dropbox-Dateien werden automatisch mit einem Link ausgestattet, anstatt die ganze Datei zu übertragen, um das mobile Datenvolumen zu schonen.

Alles in allem soll HTC Sense in der vierten Version deutlich erwachsener wirken und dürfte daher sehr gut zum ebenfalls reifer gewordenen Android 4.0 passen. Wir sind sehr gespannt auf die neue Version, die vielleicht schon auf dem MWC der Öffentlichkeit gezeigt wird.

Quelle: pocketnow.com [via: htcinside.de]

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