Bei Jobsuche: Instagram-, Snapchat- und Facebook-Profile – Gefahr oder Chance?

Stefan Bubeck

Fast alle Menschen unter 40 sind bei Facebook, YouTube, Instagram, Pinterest, Snapchat, Tumblr, Tik Tok oder Twitter aktiv – wer sich hier nicht dazuzählen kann, gehört zur klaren Minderheit. Das hat Folgen bei der Jobsuche, wie Personalverantwortliche nun verraten.

Bei Jobsuche: Instagram-, Snapchat- und Facebook-Profile – Gefahr oder Chance?
Bildquelle: GettyImages/KatarzynaBialasiewicz.

Lebenslauf + Zeugnis + Instagram = Job?

Wer immer noch glaubt, dass bei einer Bewerbung nur die eingesendeten Unterlagen zählen, ist nicht im Jahr 2018 angekommen. Fakt ist: Zwei Drittel aller Personaler in deutschen Unternehmen informieren sich in sozialen Netzwerken vorab über Bewerber. Sie schauen sich deren Profile an, bevor sie entscheiden, ob ein Kandidat überhaupt zum Gespräch eingeladen wird. Zum Teil werden Social-Media-Profile auch erst dann gecheckt, nachdem der Kandidat sein erstes Gespräch bereits hinter sich gebracht hat.

Egal ob vorher oder nachher – man muss damit rechnen, dass Unternehmen heutzutage längst so verfahren, wie es Menschen im Privatleben bei Facebook oder Tinder tun: Ein Runde stalken kann nicht schaden. Das ist das Ergebnis einer repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom, bei der 304 Personalverantwortliche telefonisch befragt wurden.

Schauen wir uns diese zwei Drittel aller Personaler genauer an: Wenigstens sind die meisten von ihnen (81 Prozent) laut eigener Aussage so kulant, dass sie auch Bewerbern ohne Social-Media-Auftritt eine Stelle anbieten würden. Trotzdem ist für jeden Sechsten (16 Prozent) eine nachweisliche Social-Media-Abstinenz beim Bewerber eine Einschränkung. Das geht bis hin zur einer geradezu radikalen Haltung: 8 Prozent stellen Bewerber ohne Social-Media-Profil grundsätzlich nicht ein.

Für den verhältnismäßig kleinen Anteil der Bewerber, die ohne Social-Media-Profil nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, gibt es vielleicht eine Erklärung. Schließlich ist es für bestimmte Tätigkeiten einfach naheliegend, dass der Bewerber sich mit einschlägigen Diensten auskennt – und das nicht nur ein wenig. Wer als Social-Media-Manager oder PR-Berater arbeitet, hat damit jeden Tag zu tun. Ob das aber tatsächlich immer der Grund ist, geht aus der Bitkom-Umfrage nicht hervor.

Aktiv gestalten statt weglaufen

Statt das Facebook-Konto zu löschen, bietet sich vielleicht auch eine Art Großputz an: Fragwürdige Beiträge entfernen, peinliche Fotos verbergen und so weiter.

Während der Jobsuche kann man sich aber auch noch etwas mehr Mühe geben, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Bitkom-Chef Dr. Bernhard Rohleder schlägt vor, eine persönliche Bewerbungshomepage einzurichten und mit einem geschützten Link den potenziellen Arbeitgebern exklusiv zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Bitkom, Basicthinking

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