Instagram: Android-Version so gut wie fertig

Frank Ritter 7

Die Foto-App Instagram, mit der man Fotos mit Effekten versehen und in ein eigenes sowie andere soziale Netzwerke hochladen kann, ist seit Jahr und Tag ein Hit auf dem iPhone – davon zeugen nicht zuletzt 15 Millionen Downloads*. Nun soll endlich auch die lange versprochene Android-Version kommen. Das gaben die Instagram-Gründer auf der SXSW in Austin bekannt.

Instagram: Android-Version so gut wie fertig

Instagram. Für die einen stellt die Foto-App die Erfüllung aller Träume dar. Mit Instagram kann man per Fingertipp Handyfotos mit Farbeffekten versehen, die ein Bild steinalt, vergilbt oder wie ein Polaroid-Foto aussehen lassen. Diese Effekte sehen verblüffend gut aus und können selbst einem mittelmäßigen Bild eine interessante Note verpassen. Für die anderen ist Instagram der Hipstervintagefotoschwemme gewordene Alptraum und unter anderem einer von vielen Gründen, Facebook nicht mehr zu nutzen.


Instagram: Bis jetzt nur auf dem iPhone

Nun soll – je nach Sichtweise – endlich bzw. leider auch eine Android-Version von Instagram erscheinen, und zwar „wirklich bald“. Das erfuhren die Jungs von The Verge gestern auf dem SXSW-Festival in Texas von den Instagram-Gründern. Auf der Bühne holte Instagram-Gründer Kevin Systrom gar ein Galaxy Nexus aus der Tasche, rief einen Instagram-Prototypen auf und postulierte: „Dies ist eine der tollsten Android-Apps, die ihr je benutzt habt“.

Die Android-App sei ihrem iOS-Pendant in gewisser Hinsicht sogar überlegen, erklärte Systrom, ohne auf Details einzugehen. Immerhin ließ er sich aber noch die Informationen entlocken, dass Instagram für Android unglaublich schnell liefe, sich hervorragend auch auf großen Bildschirmen (damit sind wohl Tablets gemeint) bedienen ließe und Sharing-Funktionalität für Twitter, Facebook, Tumblr sowie andere soziale Netzwerke mitbringe.

Gerade die letzte Versprechung klingt dann aber doch etwas merkwürdig, schließlich kann man unter Android ein Bild aus einer X-beliebigen Foto-App an jedes Netzwerk weiterverteilen, dessen App man installiert hat. Wir wollen nicht jedes Wort des Instagram-Vertreters auf die Goldwaage legen, aber entweder statuiert Systrom hier das Offensichtliche oder Instagram für Android ist am Betriebssystem vorbeiprogrammiert und nutzt ein proprietäres Sharing-System – was schade wäre.

Überhaupt sollten die Vorteile der Android-Version schon gewaltig sein, denn die Jungs von Instagram sind ziemlich bisschen spät dran. Die Lücke der seit Ende 2010 (!) versprochenen Android-Version von Instagram haben längst andere Apps aufgefüllt: Vignette, picplz und FXcamera, um nur drei populäre Vertreter zu nennen. Unter Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ besitzt sogar die Stock-Kamera Lomo- und ähnliche Effekte.

Des Weiteren sind mittlerweile Ermüdungserscheinungen unter Social Network-Nutzern feststellbar. Spätestens, wenn man in seiner Facebook-Timeline das dritte Naturfoto in Sepia-Optik oder den fünften farbübersättigten Haustierschnappschuss erblickt, dann gehen einem die am Smartphone aufgenommenen Pseudo-Vintage-Fotos gehörig auf den Keks. Dass Instagram demnächst für noch mehr Geräte verfügbar ist, wird die Situation nicht verbessern.

Instagram unter Android – freut ihr euch oder braucht ihr’s nicht? Verwendet ihr eine Alternative? Was müsste eine Polaroid/Lomo/Vintagefoto-App auf eurem Androiden mitbringen, damit ihr sie nutzt? Eure Meinung in die Kommentare.

Quelle: The Verge

* Nachtrag: Die Zahl von 15 Millionen stammt aus der iTunes-Beschreibung und ist offenbar veraltet. Stattdessen gaben die Instagram-Macher auf der SXSW-Conference an, dass ihr Dienst mittlerweile 27 Millionen Nutzer habe.

* gesponsorter Link