Smartphone beim Essen weg: Papst fordert familiäre Tischgemeinschaft

Norman Volkmann 5

Wenn Mutti gekocht hat, Twitter zu und Instagram aus! Bei einer Generalaudienz in Florenz erklärte Papst Franziskus, wie er sich das familiäre Zusammensein am Esstisch vorstellt: Keine Überraschung, ein Smartphone, ein Tablet oder sonstige elektronische Unterhaltungsmedien haben in seinen Augen keinen Platz dort.

Smombie“ wurde vergangene Woche zum Jugendwort des Jahres 2015 gewählt und beschreibt (junge) Menschen, die sich in keiner Situation vom Smartphone lösen können und deswegen unaufmerksam durch die Welt laufen. Auch Papst Franziskus hat eine Meinung zu dieser Entwicklung und will zumindest am Essenstisch weder Smartphone noch Tablet sehen. Familien, die nicht gemeinsam am Tisch essen oder dabei nicht miteinander reden, seien keine Familien, sondern eher wie eine Wohngemeinschaft im Wohnheim.Papst Franziskus, der gerne für sein fortschrittliches Denken gefeiert wird, das Internet in der Vergangenheit als „Geschenk Gottes“ gepriesen hat und sogar auf Twitter unterwegs ist, sieht große Gefahren darin, wenn Kinder am Essenstisch von Tablet und Co. abgelenkt werden.

Familienfeindlichkeit auf 5 Zoll

Wenn die Idealvorstellung eines religiösen Oberhauptes über eine Tischkultur verloren geht, ist das genau das: eine Idealvorstellung — die in dieser Form vielleicht schon längst überholt ist. Das bedeutet nun nicht zwingend, dass es kein familiäres Miteinander mehr gibt, sondern einfach, dass sie die Art und Weise der gemeinsamen Interaktion ändert.

Die Diskussion ist indes keine Neue, denn jede neue Technologie scheint gern mal für den Untergang des sozialen Miteinanders (besonders in der Familie) verantwortlich gemacht zu werden: Was früher Fernseher oder Gameboy waren, sind heute vermehrt Tablet und Smartphone. Im Endeffekt muss jede Familie selbst eine gesunde Balance zwischen der Nutzung von Smartphones und Familienzeit finden. Immerhin: Durch zahlreiche Kurznachrichtendienste gibt es auch über den Tag verteilt viele Möglichkeiten mit den Lieben in Verbindung zu bleiben, gerade wenn für die Idealvorstellung des gemeinsamen Essens am Tisch keine Zeit bleibt.

Und: Wenn niemand am Esstisch sein Smartphone nutzen kann, wie sollen dann all die tollen Foodporn-Bilder entstehen, die uns immer so effektiv von unserem eigenen trostlosen Teller ablenken?

Quelle: Catholic News Agency via Android Authority

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