Fotoalbum? Wir teilen unsere Bilder über Instagram & Co.

Tobias Strempel 1

Die Überschrift zielt schon darauf ab, dass sich das Teilen der Fotos ziemlich stark verändert hat. So haben wir vor Jahren, wirklich vor Jahren, unsere Bilder noch in „richtige“ Fotoalben eingeklebt und heute teilen wir sie mit der ganzen Welt. Wie hat sich also das Teilen von Fotos verändert bzw. wie haben wir unsere Fotos vor den sozialen Netzwerken geteilt?

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wann ihr das letzte Mal ein richtiges Fotoalbum hervorgeholt habt, um jemanden mit dessen Inhalt zu unterhalten? Früher wurde alles in die guten alten Fotoalben geklebt. Meistens waren es die Urlaubsfotos, Geburtstage und besonders die Hochzeitsbilder, die wohl den größten Erinnerungswert haben. Aber das ist schon alles so lange her. Die Welt der Fotografie hat sich komplett gewandelt. Selbst das Teilen von Bildern hat sich massiv geändert.

Es gibt nur noch wenige, die auf moderne Technologien verzichten, aber ihre Bilder immer noch in diversen Fotoalben aufbewahren. Die heutigen Fotografen, egal ob Hobbyfotograf oder Profi, drucken doch keine Bilder mehr aus. Das wäre ja so 2000. Für viele ist das sogar total absurd und lächerlich, in der heutigen Zeit noch Bilder ausdrucken zulassen.

Die guten alten Fotoalben

Wir brauchen sicherlich nicht zu erwähnen, dass sich die Technologie in den letzten 30 Jahren stark verändert hat und Fotografen auf den digitalen Zug aufgesprungen sind. Es ist um einiges leichter geworden, alles um sich herum zu dokumentieren.

Bilderstrecke starten(28 Bilder)
27 Gründe, warum Instagram-Profilsprüche zum Schlapp-Lachen sind

Betrachten wir die Vergangenheit wissen wir, dass sich ein Fotograf mit einer Vielzahl von Negativen und gedruckten sowie im eigenen Fotolabor entwickelte Fotos herumplagen musste. Auf der Otto-Normalverbraucher-Ebene waren die Fotoalben meist mit peinlichen Schnappschüssen von Familienurlauben oder -geburtstagen gefüllt.

Das es die Analoge Fotografie auch heute noch gibt, sollte selbstverständlich auch jedem klar sein. Es gibt immer noch Fotografen, die das klassische Klickgeräusch mögen und den Foto-Look bevorzugen. Selbst Einweg-Kameras wird es noch für längere Zeit geben, wobei diese definitiv keine Goldgrube für hochwertige Fotografien sind.

Heutige Fotografen wird der Luxus geboten, jedes Bild sofort anzusehen und zu entscheiden, ob das Bild gelungen ist oder nicht. Ihre Kollegen in der Analogfotografie hoffen jedes Mal aufs neue, dass sie die richtigen Einstellungen für das jeweilige Foto hatten. Wir empfinden es als sinnlos, Bilder auszudrucken bzw. zu entwickeln, die einfach nur schlecht sind. So ist das heute. Dabei fehlt vielen sicherlich die alte Zeit als man noch zusammen durch ein Fotoalbum geblättert hat.

Die Einführung des Personal Computer (PC)

Aber nicht erst die Einführung der Digitalkameras führte zu einer anderen Art des Teilens eines Fotos. An sich war es die Einführung des Computers, denn mithilfe dieser Technik konnte jeder seine Fotos der ganzen Familie, den Freunden oder den Arbeitskollegen zeigen. Klar, auch das dauerte eine gewisse Zeit. Wir wollen hier jetzt keine Bildschirme aus den 1980er und den 1990er mit einem Apple Retina Display vergleichen. Dann könnten wir auch gleich Äpfel mit Birnen vergleichen.

Mit der stetig wachsenden Pixelanzahl, hat sich auch die Qualität der Fotos und Displays erhöht. So erzielen die Fotografen umwerfende Ergebnisse, die dann auf einem guten Display fantastisch dargestellt werden. Qualität hat aber nicht nur ihren Preis, sondern benötigt viel Speicherplatz. Zudem ist die Fotoqualität bei den Smartphones und Tablets gestiegen.

Das Speichern der Fotos erfolgt auf vielen verschiedenen Speichermedien, die immer größer werden müssen. Immerhin fotografieren die Profis im Verlustfreien Format RAW und diese brauchen nun mal ihren Platz.

Anfang der 1990er waren wir noch im Megabyte-Bereich, ab Mitte der 1990er sind es dann schon Gigabyte gewesen und seit ein paar Jahren sprechen wir von Terabyte. Ja, Fotografen brauchen wirklich enorm große Speichermedien.

Soziale Netzwerke krempeln nochmals alles um

Das sie technischen Fortschritte die Grundlage sind, dass die Fotografen ihre Fotos aufnehmen und speichern ist verständlich. Aber warum drucken sie die Bilder nicht mehr aus? Es hat nicht nur etwas mit der Kosteneinsparung zu tun, sondern wohl eher die Wandlung des Internets in den letzten Jahren. Kurzum Soziale Netzwerke.

Somit werden immer weniger Bilder ausgedruckt, auch wenn tolle Bilder ausgedruckt immer noch beeindruckend sind. In erster Linie denken wir ans Geld und somit wird lieber eine Festplatte gekauft, auf der wir so viele Bilder wie möglich abspeichern können. Die Bilder stauben nicht ein und in den meisten Fällen, bei guter Sortierung, können wir sofort auf unsere Bilder zugreifen.

Und jetzt kommen auch noch die geliebten bzw. gehassten sozialen Netzwerke hinzu. Jedes einzelne Netzwerk, egal ob Facebook, Google+, Instagram oder alle anderen, ist an Bildinhaltlichen Posts interessiert. Über Bilder kann so am besten  diskutiert werden. Viele Applikationen bieten uns die Möglichkeit an, Bilder unterwegs hochzuladen. Das dauert nur ein paar Sekunden, sofern wir einen guten Internetempfang haben und so können wir unsere Bilder mit der ganzen Welt teilen. Dass ist das, was wir in der heutigen Zeit alle wollen. Jeder soll unsere gemachten Bilder sehen können.

Natürlich kommt es dann noch darauf an, wie die Einstellungen im Profil gesetzt sind, aber so kann fast jeder auf der Welt die Bilder sehen und kommentieren. Beim  Kaffeeklatsch, den es vor Jahren noch gab, wurden sich die Bilder in Fotoalben angeschaut. Das macht ja nun keiner mehr. Für Fotografen ist es nun mal faszinierender Kommentare unter den einzelnen Bilder oder den digitalen Fotoalben zu lesen und ihre Bilder mit der ganzen Welt zu teilen. Dieses System ist dem Fotoalben natürlich um Lichtjahre voraus, trotzdem bleibt es derselbe Prozess. Das Auge der anderen Person würdigt deine Bildkomposition und lässt Emotionen freien Lauf oder aber auch nicht. Besonders in den sozialen Netzwerken kann es auch nicht gewollte Kommentare geben und mit diesen kann leider nicht jeder umgehen.

Deshalb sollte sich jeder überlegen, welche Bilder ins Internet lädt und welche er lieber auf der eigenen Festplatte behält. Nicht jedes Foto, welches ein selber gefällt ist gleichzeitig auch gut genug für das Web 2.0!

Es ist schon wirklich erstaunlich, wie sich die Zeiten der Fotografie geändert haben und nur noch ein Bruchteil aller Fotografen, die eigenen Bilder ausdruckt. Schade eigentlich. Ich persönlich finde ein Fotoalbum zum durchblättern immer noch eine tolle Sache und ausgedruckte Bilder bleiben weiterhin tolle Geschenke. Trotzdem kann auch ich , nicht auf Facebook & Co. verzichten.

Quelle: q-technology.eu
Bildquelle: BELGRADE - FEBRUARY 04, 2014: Popular social media icons on smart phone screenPortrait of pretty female designer working with colors at homea grandchild visiting his grandmother. view the photo album. via Shutterstock)

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Umbenennung von WhatsApp und Instagram: Genial oder bekloppt? Stimme hier ab

Der Mutterkonzern Facebook will zwei seiner beliebtesten Dienste umbenennen. Ein kluger Schachzug oder ein strategischer Fehler? Hier kannst du abstimmen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung