„Elektronisches Heroin“: Chinas Internet-Entzugsanstalt für Web-Junkies

Kamal Nicholas 6

Für manche kann das Internet zur Sucht werden. Smartphones und Tablets machen den Zugriff mittlerweile zu jedem Zeitpunkt an vielen orten problemlos möglich. Doch in China sind es vor allem Internet- Cafés mit stationären PCs. Dort gilt die Internetsucht als klinische Krankheit, eine Abhilfe sollen Internet-Entzugsanstalten schaffen.

„Elektronisches Heroin“: Chinas Internet-Entzugsanstalt für Web-Junkies

In China wird das Thema Internet-Sucht sehr ernst genommen. Im Jahr 2008 hat das Land die Sucht als klinische Krankheit deklariert. Abner was bedeutet „Sucht“ in diesem Zusammenhang? Ein Beispiel wäre, dass manche Leute bis zu drei Tagen am Stück in Internetcafés verharren, um dort Online-Spiele zu spielen. Das geht teilweise soweit, dass die betroffenen Teenager nicht einmal eine Pause einlegen wollen, da sie einen Leistungseinbruch in ihrem Spiel befürchten. Also tragen sie Windeln.

Für manche Eltern ist dies ein Grund, mit drastischen Schritten einzulenken und ihre Kinder in eine Entzugsanstalt zu stecken, wo deren Krankheit behandelt und die Gesundheit der Kinder wiederhergestellt werden soll.

Die New York Times hat zu diesem Thema nun eine Mini-Doku gedreht, die das Leben in einem solchen Internet-Entzugscamp zeigt. Die dort untergebrachten Jugendlichen werden einem militärischen Drill unterzogen, um dadurch wieder besser mit der Wirklichkeit in Verbindung zu kommen. Doch es geht nicht nur um Drill, sondern auch um Therapie, da es natürlich auch psychologische Gründe für eine solch exzessive Flucht ins Netz gibt. Die Behandlungen dauern teilweise bis zu drei oder vier Monaten. Die Eltern dürfen dabei anwesend sein und werden ermutigt, bei Therapie-Sessions anwesend zu sein, um das eigentliche Problem zu erkennen und ihren Kindern bei der Genesung zu helfen.

„Normale Menschen können sich nicht vorstellen, wie die Teenager in unserem Zentrum das Internet nutzen“, so Tao Ran, Sucht-Spezialist und Direktor des Internet Addiction Treatment Center in Daxing, einem Vorort von Peking, das im Jahr 2004 gegründet wurde. Dank der New York Times-Doku können wir das jetzt aber zumindest ein bisschen besser.

Quelle: New York Times via The Verge

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