Apple über unverschlüsselten iOS-10-Kernel: „Systemoptimierung ohne Sicherheitsrisiko"

Florian Matthey 5

Der Kernel der Entwickler-Beta des iOS 10 ist nicht verschlüsselt. Apple hat jetzt klar gestellt: Dabei handelt es sich nicht um ein Versehen. Der unverschlüsselte Kernel soll die Leistungsfähigkeit des Systems optimieren.

In dieser Woche wurde bekannt, dass der Kernel des iOS 10 zumindest in der ersten Entwickler-Beta nicht verschlüsselt ist – anders als in bisherigen Versionen des Mobil-OS. Sicherheitsexperten zeigten sich verwundert, da es ein unverschlüsselter „Kern“ des Betriebssystems nicht nur erleichtert, Schwachstellen im Betriebssystem zu identifizieren, sondern diese auch auszunutzen. In gewisser Weise könnte es also ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Gegenüber TechCrunch bestätigte ein Apple-Sprecher jetzt allerdings, dass Apple durch die Nicht-Verschlüsselung die Leistungsfähigkeit des Systems optimieren wolle. Die Entscheidung stelle auch kein Sicherheitsrisiko dar: Der Kernel-Cache enthalte keine Informationen des jeweiligen Benutzers.

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Der Kernel eines Betriebssystems ist unter anderem für die Kommunikation der Software mit dem Prozessor und anderen Hardware-Komponenten verantwortlich. Das Ausnutzen von Schwachstellen auf dieser Ebene kann daher auch weitreichende Konsequenzen haben. Offenbar glaubt Apple aber, dass das schnelle Bekanntwerden von Sicherheitslücken letztendlich eher einen Vorteil darstellt; dass das Unternehmen diese also dann auch schneller schließen kann.

Einige Beobachter glauben, dass die so geschaffene zusätzliche Transparenz verhindern kann, dass nur wenige Hacker Schwachstellen kennen und diese ausnutzen, ohne dass Apple über die Schwachstellen informiert wird und sie schließen kann. Mutmaßlich hat das FBI eben eine solche Schwachstelle ausgenutzt, um sich Zugriff zum iPhone des Attentäters von San Bernardino zu verschaffen.

WWDC 2016 – iOS 10.

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