iOS 10: Gesichtserkennung könnte gegen ein US-Gesetz verstoßen

Florian Matthey 8

Apple könnte wieder einmal rechtlicher Ärger ins Haus stehen: Das Gesichtserkennungs-Feature der Fotos-App im iOS 10 könnte gegen das Gesetz eines US-Bundesstaates verstoßen, das biometrische Daten Einzelner schützen soll.

iOS 10: Gesichtserkennung könnte gegen ein US-Gesetz verstoßen

Schon Google und Facebook haben aktuell mit Klagen zu kämpfen, die im US-Bundesstaat Illinois anhängig sind. Der „Biometric Information Privacy Act“ des Staates schützt Personen davor, dass Software anhand ihres Gesichts ein „biometrischer Fingerabdruck“ ohne ihre ausdrückliche Zustimmung erstellt. Die Kläger meinen, dass die Unternehmen einerseits nicht genügend über das Feature informieren und dann eine ausdrückliche Einwilligung verlangen. Hinzu kommt, dass Personen oftmals Bilder von anderen Menschen als sich selbst hochladen.

Googles und Facebooks Features sind allerdings deswegen besonders problematisch, weil sich das Ganze „in der Cloud“ abspielt; der von der Software generierte biometrische Fingerabdruck also auf Servern gespeichert ist und sich dann für zahlreiche Zwecke gebrauchen ließe. Die Fotos-App im iOS 10 speichert diesen aber, wie Apples Software-Chef Craig Federighi im Rahmen der WWDC-Keynote betonte, nur auf dem iPhone oder iPad selbst.

Allerdings könnte die Software selbst dann von dem Gesetz aus Illinois erfasst sein, wie The Verge berichtet: Der Wortlaut des Gesetzes macht zumindest keinen Unterschied bezüglich des Ortes der Speicherung.

Allerdings stellt sich die Frage, warum Apple erst jetzt mit dem Gesetz in Verbindung gebracht wird: Die Fotos-App des macOS kann schon seit einiger Zeit Gesichter wieder erkennen. Und ihr Vorgänger iPhoto konnte es seit Jahren. Es zeigt sich erneut, dass Apple-Features erst dann wirklich Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie Teil des iOS werden.

Der „biometrische Fingerabdruck“ der Gesichtszüge ist in jedem Fall ein sehr sensibles Thema, da sich hier viele Missbrauchsmöglichkeiten ergeben: The Verge verweist auf eine russische App, die es ermöglicht, anhand von im Internet erhältlichen Daten die Telefonnummern und weitere Informationen von Menschen anzuzeigen, denen Benutzer auf der Straße begegnen.

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