Tipp: RAW-Bilder mit dem iPhone schießen

Sebastian Trepesch

Mit iOS 10 können iPhones Bilder im RAW-Format aufnehmen – das ist nicht nur für Fotografie-Profis, sondern auch für Einsteiger interessant. Was bringt das, wie kann man die Funktion nutzen und wann sollte man darauf zurückgreifen? Wir erklären die RAW-Fotos des iPhones.

Fast jeder Fotograf schießt seine Bilder im RAW-Format, bei den Spiegelreflexkameras, Systemkameras und in der Oberklasse der Kompaktkameras ist das Speichern der Rohdaten Standard. Gut, dass das ab iOS 10 sogar mit dem iPhone möglich ist – Apple greift auf das bewährte Adobe-Format DNG zurück.

So nutzt man die RAW-Funktion auf dem iPhone

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Nur die Apple-Smartphones ab 2015 können RAW-Bilder speichern: iPhone SE, iPhone 6s & 6s Plus, iPhone 7 & 7 Plus sowie das iPad Pro 9,7″.

Außerdem benötigen wir eine Foto-App aus dem App Store, die RAW-Fotos schießt. Wir empfehlen ProCamera und ProCam 4. Die iOS-eigene Kamera speichert wie bisher nur JPG-Dateien ab.

ProCamera.
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ProCam 7
Entwickler: Samer Azzam
Preis: 6,99 €

In beiden Apps ist das RAW-Format leicht zu finden: In ProCamera tippen wir auf das Listensymbol, das den Zugang zu Selbstauslöser, manuellen Einstellungen etc. öffnet und wählen hier RAW. Die App speichert zusätzlich ein JPG ab. In ProCam sehen wir den RAW-Button sofort im Aufnahmemodus. Diese Anwendung bindet als hochaufgelöste Vorschau das JPG in die RAW-Datei ein.

Die RAW-Datei kann direkt auf dem iOS-Gerät bearbeitet werden, Lightroom ist hierfür bereits vorbereitet (). Auch die Fotos-App von iOS kann in die Einstellungen eingreifen, allerdings nur mit den gewohnten JPG-Werkzeugen (z.B. Farbstich statt Weißabgleich).

Wer zur Bildbearbeitung auf den Mac wechselt, muss aufpassen: AirDrop reicht eine JPG-Version des RAW-Bildes weiter. Der Bildimport über Kabel, wie bei einer Digitalkamera, ist deshalb der beste Weg für mehrere Bilder. Einzelne Fotos können wir aus ProCamera über AirDrop verschicken, denn diese App reicht auch über den drahtlosen Weg das DNG weiter.

iPhone-Fotografie: Darum sind RAW-Bilder besser

Bei JPG handelt es sich um entwickelte Bilder, sprich: Weißabgleich, Kontrasteinstellungen, Nachschärfung, Rauschreduzierung etc. hat die Kamera bereits durchgeführt. Nicht so bei RAW-Bildern, hier sind die Informationen so gespeichert, wie sie auf den Sensor auftreffen. Zudem bietet das Format mehr Helligkeitsabstufungen und komprimiert das Bild nicht.

Dies hat den Vorteil, dass wir in der Nachbearbeitung die Einstellungen passend für das jeweilige Motiv vornehmen können. Besonders bei kontrastreichen Bildern oder Fotos, die unter schlechten Lichtverhältnissen geschossen wurden, ist eine feinfühlige Nachbearbeitung der Rohdaten sinnvoll. Aus RAW-Dateien lässt sich auf diese Weise viel mehr aus den Bildern herausholen als bei JPGs – abgesoffene Tiefen aufhellen, schon verloren geglaubte Lichter wiederherstellen.

Allerdings gibt es auch Nachteile. RAW-Dateien benötigen deutlich mehr Speicherplatz, unser Motiv kommt auf 10 Megabyte – das JPG ist nur 1,7 Megabyte groß. Zudem müssen wir das Bild erst entwickeln, und zwar besser, als es das iPhone automatisch erledigt. Apple holt zweifelsohne möglichst gute Ergebnisse aus den Fotos. Software, die nicht auf das iPhone optimiert oder schlecht programmiert ist, liefert meist keine optimale Ausgangsbasis für die benutzereigenen Einstellungen.

Fazit: Zumindest bei kontrastreichen Motiven unbedingt RAW-Fotos aufnehmen, doch auch in anderen Fällen kann der Nutzer mit etwas Handarbeit zu besseren Ergebnissen als das iPhone kommen. Mit Instagram-Filter dürften die Qualitätsunterschiede allerdings nicht mehr auffallen…

Sollte die Nachbearbeitung nicht erfolgreich verlaufen, kann man immer noch auf das JPG des iPhones zurückgreifen.

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