iOS 11 und macOS High Sierra: Wie sich Apple mit der Werbebranche anlegt

Florian Matthey 3

Apple hat sich mit der Branche für Online-Werbung angelegt: Sie kritisiert eine wichtige Neuerung in iOS 11 und macOS High Sierra. Apple verweist wiederum darauf, die Daten der Kunden schützen zu wollen.

iOS 11 und macOS High Sierra: Wie sich Apple mit der Werbebranche anlegt

Neue Safari-Version verhindert, dass Websites Benutzer „verfolgen“

iOS 11 und macOS High Sierra bringen neben diversen sichtbaren Neuerungen auch eine wichtige neue Funktion für den Browser Safari mit: einen eingebauten Tracking-Schutz. Wer diesen aktiviert, sorgt dafür, dass Safari erkennt, wenn eine Website nicht nur Daten über den Benutzer erfasst, sondern diese auch über Cookies an andere Seiten weitergibt – beispielsweise, um den Benutzer über Werbung an ein Produkt zu „erinnern“, das er sich zuvor auf einer Seite angesehen hat.

Die neue Safari-Version nutzt maschinelles Lernen, um zu erkennen, wann Seiten Daten entsprechend weitergeben und wann nicht. Es ist also möglich, solche Einblendungen und die Datenweitergabe zu verhindern, ohne Cookies – die ja auch einen Sinn abseits von Werbung haben – komplett zu blockieren.

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Werbebranche spricht von „Willkür“

Für Werbetreibende ist das „Verfolgen“ des Benutzers über mehrere Websites hinweg natürlich praktisch. Sie verweisen auch darauf, dass sie dem Benutzer durch entsprechend personalisierte Werbung einen Dienst erweisen. Nach der Ankündigung der genauen Veröffentlichungstermine von iOS 11 und macOS High Sierra haben sich mehrere Werbetreibende in den USA dann mit einem offenen Brief an Apple gewendet: Apple ersetze die bisherigen Benutzereinstellungen zu Cookies einfach mit „undurchsichtigen und willkürlichen Standards“.

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Apple: „Menschen haben ein Recht auf Privatsphäre“

Das will Apple nicht auf sich sitzen lassen. In einer Stellungnahme erklärt das Unternehmen, dass es daran glaube, dass Menschen ein Recht auf Privatsphäre haben. Mittlerweile seien Tracking-Technologien von Werbung so weit fortgeschritten, dass Unternehmen auf diesem Wege den Großteil des Browsing-Verlaufs von Menschen nachvollziehen könnten – und zwar ohne die ausdrückliche Zustimmung der Benutzer.

Die neuen Features würden dabei helfen, dass private Daten der Benutzer privat bleiben. Safari blockiere hingegen keine Werbeeinblendungen und beeinträchtige auch nicht „legitimes“ Tracking auf solchen Seiten, die Benutzer bewusst besuchen: Cookies für die Seiten, mit denen sie auch interagieren wollen, funktionierten weiterhin ohne Einschränkungen.

Die neue Funktion lässt sich sowohl auf dem Mac als auch auf einem iPhone oder iPad in den Einstellungen aktivieren: Auf dem Mac über die Safari-Einstellungen im Bereich „Datenschutz“, auf einem iOS-Gerät in den Systemeinstellungen im Bereich „Safari“.

Quelle: Adweek, TechCrunch

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