iOS 12: Plus an Leistung und an Siri-Intelligenz – und überraschend viele neue Features

Florian Matthey 2

Im Rahmen der Eröffnungs-Keynote zur WWDC hat Apple iOS 12 vorgestellt. Das neue iPhone- und iPad-Betriebssystem bringt Verbesserungen in Sachen Performance – auch für ältere Geräte! Natürlich gibt es aber auch einige neue Features. Unter anderem wird Siri endlich intelligenter.

iOS 12: Plus an Leistung und an Siri-Intelligenz – und überraschend viele neue Features

iOS 12 bringt deutlich mehr Leistung – gerade für alte Geräte

Schon vor einigen Monaten machte die Meldung die Runde, dass Apple mit iOS 12 vor allem Verbesserungen „unter der Haube“ vornehmen möchte. Tatsächlich ist eines der wichtigsten Features die Optimierung der Leistungsfähigkeit. Besonders erfreulich ist, dass das gerade auch ältere Geräte betrifft – mit dem iOS-12-Update werden alte iPhones und iPads also nicht langsamer, wie es bei vielen früheren Updates der Fall war, sondern schneller.

Apples Software-Chef Craig Federighi nannte das Beispiel des iPhone 6s Plus: Auf dem Gerät aus dem Jahr 2015 sollen Apps 40 Prozent schneller starten, die Kamera soll sich aus dem Lockscreen sogar um 70 Prozent schneller aufrufen lassen.

Apple hat für die Optimierungen eng mit dem hauseigenen Prozessor-Team zusammengearbeitet, um iOS besser für die Apple-A-Chips zu optimieren. Der Prozessor kann jetzt schneller auf Hochleistung hochschalten, aber auch wieder schneller zurückfahren – was auch der Akkulaufzeit zugute kommt. Auf manchen Geräten soll iOS 12 bei Aufgaben wie dem Starten von Apps sogar doppelt so schnell sein.

Siri ist jetzt endlich clever – und interaktiver

Eins der wichtigsten Features von iOS 12 dürfte die deutliche Verbesserung von Siri sein – Apple musste sich in der Vergangenheit oft anhören, dass die Einsatzmöglichkeiten des Spracherkennungsassistenten zu beschränkt sind. Das hat sich jetzt mit einem Schlag geändert: Alle Entwickler können jetzt Shortcuts erstellen, um Siri neue Befehle beizubringen.

Noch interessanter ist aber die Apple-eigene Shortcuts-App, mit der der Benutzer selbst eine Reihe von Befehle für Siri festlegen kann. Beispielsweise lässt sich ein Shortcut „Ich fahre nach Hause“ erstellen, der das iPhone automatisch eine Nachricht an ein Familienmitglied schicken lässt, die HomeKit-Geräte zu Hause wie die Heizungsanlage für die eigene Ankunft vorbereitet und einen bestimmten Radiosender startet. Apple hat hier einfach die Technologie der vor einiger Zeit übernommenen Workflow-App genommen, vereinfacht und mit Siri verbunden.

Auch abseits von der Spracherkennung ist Siri intelligenter geworden – beispielsweise durch Vorschläge für Aktionen, die jetzt auch auf dem Lockscreen erscheinen. Wenn der Benutzer beispielsweise ins Kino geht, erscheint dort ein „Nicht stören“-Shortcut. Auch in der Fotos-App gibt es jetzt intelligenter zusammengestellte „Events“ – die sich auch zusammen mit Freunden, die ebenfalls vor Ort waren, vervollständigen lassen.

iMessage und FaceTime: Neue Animojis – und Memojis!

Für die Nachrichten-/iMessage-App gibt es jetzt außerdem neue Animojis – die jetzt endlich auch die Zunge des Benutzers erkennen können. Wer also schon immer als Panda-Bär seine Zunge rausstrecken wollte, kann das jetzt tun. Neben weiteren Animojis-Tieren gibt es jetzt aber auch eine ganz neue Technologie: „Memojis“.

Memojis sind Animojis, die ihr selbst erstellen könnt, um sie so aussehen zu lassen wie euer Ebenbild – letztendlich also Avatare. Außerdem könnt ihr reale Selfies auch mit eurem Memoji „vermischen“, um sie an eure Freunde zu schicken.

A propos Freunde: Mit FacetTime ist es jetzt endlich auch möglich, mit mehreren Benutzern gleichzeitig eine Videokonferenz zu starten. Hier hat Apple gleich in die Vollen gegriffen: Nicht nur mit einer Handvoll, sondern mit bis zu 32 (!) Personen sind zeitgleich FaceTime-Konferenzen möglich. Auch hier könnt ihr lustige Spielereien wie Bildeffekte, Animojis und Memojis verwenden.

ARKit: Virtuelle Objekte lassen sich jetzt zusammen erleben

Wie erwartet bringt iOS 12 auch eine neue Generation von Apples Augmented-Reality-Plattform ARKit. Für viele Benutzer ist die Technologie noch eine Spielerei, was Apple mit ARKit 2 ändern möchte. Dafür hat Apple beispielsweise selbst eine App entwickelt, mit der sich die Größe von realen Objekten messen lässt – Craig Federighi konnte so die Dimensionen seines Reisekoffers aus Uni-Zeiten messen. Außerdem gibt es ein neues Dateiformat für AR namens USDZ, das Entwicklern die Arbeit ebenfalls erleichtern sollte.

iOS 12 kämpft gegen die Smartphone-Sucht

Schließlich hat Apple auch erkannt, dass Benutzer sich heutzutage zu viel von ihren Geräten durch diese ganzen Features ablenken lassen – und damit selbst nicht glücklich sind. Daher bringt iOS 12 einige neue Funktionen, die dafür sorgen sollen, dass uns unsere Geräte weniger stören.

So lässt sich beispielsweise einstellen, dass ein iPhone nachts nur die Uhrzeit anzeigt – aber keine Benachrichtigungen. Eine „Screentime“-App teilt euch mit, wie lange du welche App und welche Funktion des Gerätes benutzt hast. Hier lässt sich auch festlegen, wie lange welche App an einem Tag zum Einsatz kommen soll. Wer beispielsweise nicht mehr als 30 Minuten am Tag mit Instagram verbringen will, bekommt nach 25 Minuten eine Warnung angezeigt. Nach 30 Minuten ist Instagram dann bis zum nächsten Tag gesperrt.

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iPad- und iPhone-Update: So aktualisiert man iOS.

Diese Funktionen bieten sich natürlich auch sehr gut für einen Kinderschutz an. Tatsächlich ist es möglich, die Berichte als Eltern auf den eigenen Geräten aufzurufen und festzulegen, welche Funktion Kinder wie oft und wann benutzen dürfen. iOS 12 soll also viel mehr Kontrolle über sich selbst und den Nachwuchs bieten.

Quelle und Bildquelle: Apple

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