"Made for i"-Spielecontroller: Gründe für Qualitätsmängel

Florian Matthey 4

Seit dem letzten Jahr bietet Apple Entwicklern und Zubehör-Herstellern spezielle „Made for i“-Spezifikationen für Spiele-Controller für iOS-Geräte. Die Qualität und vor allem das Preis-/Leistungsverhältnis lässt jedoch bisher zu wünschen übrig. Dafür gibt es Gründe, die eine Website nun zusammengestellt hat.

"Made for i"-Spielecontroller: Gründe für Qualitätsmängel

9 to 5 Mac ist der Frage nachgegangen, warum die MFi-Controller die meisten Experten und Kunden bisher enttäuscht haben: Sie sind mit rund 100 US-Dollar alle recht teuer, gleichzeitig lässt die Qualität der Verarbeitung, vor allem der Knöpfe und Analog-Sticks, jedoch zu wünschen übrig.

Dafür scheint es verschiedene Gründe zu geben: Einerseits schreibe Apple den Herstellern vor, dass sie die Komponenten für die druckempfindlichen Knöpfe und für Analogsticks von Fujikura America Inc beziehen müssen. Einige Hersteller meinen, dass sie bessere und günstigere Komponenten bekommen könnten, wenn Apple ihnen dies freistellen würde. Gleichzeitig sei es Teil der Apple-Anforderungen, dass das digitale Steuerkreuz aus einem runden „Teller“ statt aus einem eigentlichen Kreuz, wie es bei Spiele-Konsolen-Controllern der Fall ist, bestehen soll. Einigen Benutzern wäre ein Kreuz aber deutlich lieber.

Andererseits schreibe Apple wiederum nicht vor, wie groß das Spiel der Analogsticks sein soll. Dadurch variiere das Spieler-Erlebnis von MFi-Controller erheblich – was allerdings nicht unbedingt negativ sein muss, immerhin können sich Spieler so einen Controller aussuchen, der am besten zu ihren Vorlieben passt.

Gleichzeitig gebe es immer noch das Problem, dass viele Spiele-Entwickler ihre Titel noch nicht an die neuen Controller angepasst haben – obwohl es nun erstmals ein einheitliches Layout gibt, and em sich alle Entwickler orientieren können. Insgesamt hätten die Entwickler aber nicht so viel Zeit gehabt, die Anpassungen vorzunehmen – wie auch die Hersteller sich beeilen mussten, um am Weihnachtsgeschäft teilzunehmen. Selbst Logitech – der Hersteller, der Apples Pläne schon im Mai ansatzweise kannte -, habe einen Controller für Beta-Tests erst im November ausliefern können.

Hinzu komme auch, dass viele Entwickler ihre Spiele von Grund auf für Touchscreens entwickeln, sie sich also nicht unbedingt für den Einsatz von Controllern eignen. Solange iOS-Controller also nicht Standard sind, dürfte es auch wenig Spiele geben, die speziell für Controller entwickelt sind – abgesehen von solchen natürlich, die Portierungen von Konsolen-Spielen sind. Immerhin berichtet der Hersteller Moga, dass die Entwicklung des Marktes dank des MFi-Programms diesbezüglich deutlich schneller läuft als bei Android-Geräten.

Auch sonst gebe es, so die Einschätzung von 9 to 5 Mac, Hoffnung: Apple könnte es den Herstellern letztendlich doch freistellen, Komponenten auch von anderen Zulieferern zu beziehen. Was Software-Probleme besteht, sei darauf verwiesen, dass für alle MFi-Controller Firmware-Updates möglich sind. Außerdem habe der Zubehör-Hersteller Signal auf der CES einen MFi-Bluetooth-Controller vorgestellt, der, so zumindest der Hersteller, für den Preis von rund 100 Dollar eine deutlich höhere Qualität bieten soll.

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