Niederländische Entwickler verzweifeln an Android-Fragmentierung

Julien Bremer 26

Kuriose Geschichte, die uns da aus den Niederlanden erreicht und deutlich macht, wie schwierig es mitunter für Entwickler sein kann, eine App für Android anzupassen im Vergleich zu iOS.

Jahr für Jahr bringt Apple ein, seit neuestem auch mal zwei iPhones auf den Markt, die dann natürlich mit Apples mobilem Betriebssystem iOS laufen. Wenig Auswahl an Geräten, aber eine einheitliche Produktkultur.

Bei der Android-Konkurrenz schaut das schon ganz anders aus. Unzählige Geräte der verschiedenen Hersteller überfluten da den Markt. Das sorgt einerseits für eine schöne Vielfalt, da man als Nutzer die Wahl hat und sich das Gerät aussuchen kann, was vermutlich am besten zu einem selbst passt.

Doch diese Fragmentierung kann auch erhebliche Nachteile mit sich bringen, geht es darum eine App die spezielle Hardware-Anforderungen hat, auf den Markt zu bringen. Die Erfahrung mussten auch die niederländischen Entwickler von Game Oven Studios machen, die derzeit an einer Android-Version für ihre App Bounden verzweifeln.

Bounden ist eine Anwendung, mit der zwei Spieler an einem Smartphone iPhone zusammen tanzen und neue Choreografien einstudieren können. Dafür müsst ihr eine Kugel über das Display navigieren (ähnlich wie beim Kalibrieren der Kompass-App). Das soll euch helfen, die Moves auch sauber auszuführen. Damit die neuen Bewegungen und Schritte auch passen, greift die App auf das Gyroskop des Telefons zurück. Dieses Instrument ermöglicht es, die Ausrichtung eures Telefons zu ermitteln.

 

Beim Versuch diese App auch für den riesigen Android-Markt zu entwickeln, ist den Entwicklern aber ein großes Problem aufgefallen. Auf vielen Geräten ist das Gyroskop total fehlerhaft und hat anscheinend nur wenig mit der Realität zu tun.

Bei einigen Geräten werden die Bewegungen nur auf einer Achse erkannt, bei anderen scheint sich der Wert aus einer Mischung der Kompass-Daten und des Geschwindigkeitssensors zusammenzusetzen und bei weiteren hingegen wurde das Gyroskop ganz weggelassen.

Einen Überblick über das Dilemma, vor dem die Entwickler stehen, gibt dieses kurze Vine.

Hat ein bisschen was von Lotterie, oder? Eine einheitliche App für Android-Smartphones zu entwickeln ist unter diesen Umständen ein echter Härtefall.

Daher sind die Entwickler derzeit in der Testphase und probieren bei jedem einzelnen Android-Gerät, ob es für die App geeignet ist. Ein ziemlicher komplizierter Vorgang.

Für den Blogger John Gruber von Daring Fireball war das Anlass genug, sich seine zahlreichen Apple-Geräte genauer anzuschauen, ob das Gyroskop einheitlich funktioniert. Das Ergebnis – seht selbst.

Die App Bounden kostet 3,59 Euro und ist im vorerst nur im Apple App Store erhältlich.

Entwickler: Adriaan de Jongh
Preis: 3,49 €

Quelle: Gameovenstudios.com

Julien Bremer
Julien Bremer, GIGA-Experte.

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