NSA kann ohne Weiteres Schnüffel-Malware auf iPhone und iPad installieren

Florian Matthey 14

Besitzer von Apple-Produkten fühlen sich in der Regel relativ sicher vor Viren und Malware. Auf dem iPhone scheint eine Schad-Software jedoch relativ weit verbreitet zu sein: Die NSA kann ohne Weiteres Software installieren, die unbemerkt Daten übermittelt.

NSA kann ohne Weiteres Schnüffel-Malware auf iPhone und iPad installieren

Der Sicherheitsexperte John Applebaum berichtete auf dem 30. Chaos Communication Congress, der vom 27. bis zum 30. Dezember in Hamburg stattfand, von einer iOS-Malware der NSA namens „DROPOUT JEEP“. Die amerikanische Sicherheitsbehörde könne diese unbemerkt auf iOS-Geräten installieren und dann im Hintergrund - ebenfalls unbemerkt - Dateien in beide Richtungen übertragen.

Auf diesem Wege könne die NSA SMS oder Kontakte auslesen, Sprach-Nachrichten abrufen, die aktuelle Position des Besitzers mit Hilfe von GPS oder über Mobilfunkmasten erfahren, das Mikrofon und/oder die Kameras aktivieren und vieles mehr. Die Daten ließen sich dann über das Mobilfunk-Datennetz oder auch per SMS an die NSA weiterleiten.

Die NSA rühme sich in den geleakten Dokumenten damit, dass sie die Software ohne großen Aufwand auf jedem iOS-Gerät installieren könne, sobald der Besitzer ins Visier der Behörde gelangt sei. Dafür hat Applebaum nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder kooperiere Apple diesbezüglich mit der NSA und erleichtere so die Installation der Malware. Oder Apple lasse einfach in jeder iOS-Version - in diesem Fall unbeabsichtigt - derart große Sicherheitslücken, dass die NSA die Software aus der Ferne installieren kann.

Applebaum hat diesbezüglich keine genaueren Informationen, hält es aber für wahrscheinlicher, dass Apple der Behörde hilft - auch wenn er hofft, dass dem nicht so ist. Zu beachten sei, dass Apple dem NSA-Programm PRISM erst beitrat, als der frühere CEO Steve Jobs bereits verstorben sei, viele der Zugriffe also davor stattgefunden haben. „Vielleicht schrieben sie auch einfach nur beschissene Software“, so der Experte.

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