Analysten: Ad-Blocking via iOS 9 kostet Werbebranche „nur“ 1 Milliarde Dollar pro Jahr

Ansgar Warner 4

Die große Werbeblockade via iOS 9 könnte deutlich weniger finanziellen Schaden anrichten, als viele befürchten: den Analysten der UBS zufolge geht es um „nur“ eine Milliarde Dollar pro Jahr.

Analysten: Ad-Blocking via iOS 9 kostet Werbebranche „nur“ 1 Milliarde Dollar pro Jahr

Sie heißen Crystal, Purify oder Blockr, und sie gehören seit dem Start von iOS 9 zu den beliebtesten Apps im App Store – denn immer mehr iPhone- und iPad-Nutzer setzen auf Ad-Blocker, um die Performance von Safari zu verbessern, weniger von nervigen Werbeeinblendungen abgelenkt zu werden und nicht zuletzt neugierige Tracking-Skripte abzuschalten.

Doch die Inhalte vieler Webseiten sind schlicht und einfach werbefinanziert. Deswegen war im schon im Vorfeld des iOS 9-Launches, der den Einsatz der Blocker auf Apples Mobilgeräten erstmals ermöglicht, eine heiße Debatte entbrannt: zerstört Apple mit diesem Schritt das freie Internet, werden alle Publisher den Content hinter Bezahlschranken verstecken? Die äußerst erfolgreiche Ad-Blocking-App Peace wurde vor diesem Hintergrund sogar von ihrem Entwickler selbst wieder eingestampft.

Doch all diese Befürchtungen rund um die Werbeblockade durch iOS 9 seien „überzogen“, kontern nun die Analysten von UBS jetzt. Insgesamt, so heißt es in einem gerade veröffentlichten Memo, drohten der Werbebranche durch das Ad-Blocking auf iPhones und iPads „nur“ Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar pro Jahr, so die Experten, was etwa einem halben Prozent der globalen Werbeeinnahmen im Digital-Sektor insgesamt entspreche, oder 1,3 Prozent der Werbeinnahmen im mobilen Web.

Dafür gebe es vier Gründe:

1. Ads innerhalb von Apps werden durch die aktuellen Ad-Blocker für iOS 9 nicht blockiert – die meisten Werbeeinnahmen im mobilen Webtraffic würden aber eben innerhalb von Apps erzielt.

2. Außerdem ist der Anteil des Safari-Browsers am mobilen Web-Traffic sehr gering, laut StatCounter liege er lediglich bei 22 Prozent.

3. Um zu blockieren, muss man proaktiv handeln: Nicht jeder User werde tatsächlich entsprechende Apps herunterladen, und in den Systemeinstellungen konfigurieren.

4. Ad-Blocking funktioniert nur auf 64-Bit-Geräten, deswegen lassen sich die Ad-Blocker auf älterer Hardware gar nicht installieren, beim iPhone etwa laufen die Apps erst ab iPhone 5s.

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