iPod-Verfahren: Ehemaliger iTunes-Ingenieur sagt aus

Thomas Konrad

Im aktuell vor einem US-Gericht anhängigen iPod-Verfahren gegen Apple hat nun ein iTunes-Ingenieur ausgesagt. Er habe an einem Projekt gearbeitet, das „100 Prozent der Nicht-iTunes-Clients blockieren“ und Musik-Player anderer Hersteller ausschließen sollte. 

iPod-Verfahren: Ehemaliger iTunes-Ingenieur sagt aus
Bildquelle: Digitalspy.

Rod Schultz erklärte außerhalb des Verhandlungszimmers, dass die Arbeit des Teams der Notwendigkeit in der Musik-Branche entsprach, Songs mit einem Kopierschutz zu versehen. Später allerdings habe das eine Markt-Dominanz für den iPod erzeugt.

Laut Apple sollten die Maßnahmen, die in Schultz‘ Team vorgenommen wurden, das System und das Nutzungserlebnis schützen. Andere Player und Dateiformate hätten das nämlich gefährdet.

Über seine Arbeit an iTunes zwischen 2006 und 2007 wollte sich Schultz, der Apple im Jahr 2008 verließ, nicht äußern.

Im Verfahren geht es um Apples Praxis, in den frühen Jahren des iPod-Ökosystems nur solche Musikdownloads auf dem iPod zuzulassen, die aus dem iTunes Music Store stammten.

Nach und nach schieden zuletzt Kläger aus dem Verfahren aus - sie alle hatten im fraglichen Zeitraum keinen iPod gekauft. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers rief die Anwälte darauf zu einer Kläger-Suche auf. 

Schultz war im Verfahren die letzte Person im Zeugenstand.

iTunes startete bei Apple etwa zu der Zeit, als man auch den ersten iPod plante. Noch vor dem tragbaren Musikplayer kam im Januar 2001 die erste Version der Jukebox-Software auf den Markt. Apple hatte dafür SoundJam übernommen. Später sollte die Software Schalt- und Waltzentrale für Apples ersten und alle folgenden Musik-Player werden. Playlists kamen hinzu, die Möglichkeit, CDs zu brennen ebenfalls.

2008 stellte Apple den Genius-Service vor, der zu gekauften Artikeln weitere vorschlagen und auf Basis eines Songs passende Playlisten aus der eigenen Mediathek zusammenstellen kann. Einen Store für digitale Musik-Einkäufe fügte Apple später ebenso hinzu wie die Unterstützung für Videos, Podcasts und Hörbücher.

Quelle: Wall Street Journal.

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