Streit um Apple Music: Droht Indie-Bands die iTunes-Auslistung?

Ansgar Warner 4

Droht Apple Indie-Bands mit Auslistung bei iTunes, wenn sie Gratis-Streaming in der Testphase von Apple Music ablehnen? Apple hat das Gerücht jetzt offiziell dementiert, doch es bleiben Fragezeichen.

Streit um Apple Music: Droht Indie-Bands die iTunes-Auslistung?
Bildquelle: Jonathan Powell (CC BY 2.0).

Kurz vor dem Start von Apples neuem Musik-Streaming-Dienst liegen die Nerven bei Indie-Labels und Bands blank. Hinter den Kulissen wird offenbar hart verhandelt, denn damit Apple Music gegen die Konkurrenz von Spotify & Co. bestehen kann, muss das Angebot stimmen: nicht nur Musik von Major Labels, sondern eben auch Indie-Titel. Doch die dreimonatige Testphase ab Juli 2015 wird in der Indie-Szene zum Zankapfel. Kein Wunder: In dieser Zeit wird zwar viel gestreamt, aber die Künstler erhalten dafür keinen einzigen Cent.

So richtig hochgekocht ist der Streit, seitdem im Web das Gerücht kursiert, Apple würde bei den Verhandlungen die Gatekeeper-Keule auf den Tisch legen: Entweder die Rechteinhaber akzeptieren die Konditionen von Apple Music und sind mit dabei, oder ihre digitalen Alben fliegen auch aus dem regulären iTunes-Store.

Genau diesen Vorwurf hat via Twitter Anton Newcombe erhoben, Frontmann von Brian Jonestown Massacre: „Sie sagen, wir möchten deine Musik drei Monate für umsonst streamen“, beginnt die gezwitscherte Tirade, und dann heißt es: „Ich sagte Nein, und sie sagten: „Wir nehmen deine Musik aus iTunes heraus“. Es folgen einige Verbalinjurien sowie die Feststellung: „Sie dürfen doch die Leute nicht zwingen, für umsonst zu arbeiten“.

Einen Tag später folgte nun ein offizielles Dementi aus Cupertino, verbreitet über den „RollingStone“: „Die Musik wird nicht ausgelistet“, äußerte sich ein namentlich nicht genannter Apple-Sprecher gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins recht einsilbig, aber zumindest eindeutig.

Doch gibt es nicht tatsächlich auch gute Gründe, warum Künstler aus freien Stücken ihre Musik zum Gratis-Streaming freigeben sollten? Bei der offiziellen Ankündigung von Apple Music Anfang Juni verwies Apple-Manager Eddy Cue ausgerechnet auf iTunes. Am Ende habe sich dieses Experiment ja auch gelohnt: „Die Leute werden für einen guten Service auch Geld bezahlen. Wenn du zur Arbeit gehst, möchest du nicht für umsonst arbeiten, niemand arbeitet für umsonst.“

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