Neue iWork-Dateiformate sind inkompatibel und langsam

Sebastian Trepesch

Neue Pages-Dokumente lassen sich nicht mit den bisherigen Programmversionen öffnen – Apple hat die iWork-Formate umgekrempelt. Ein Update der Apple-Programme scheint sich aktuell nicht für jeden zu lohnen.

Mit dem Apple Event letzte Woche hat Apple neue Versionen der iWork- und iLife-Programme veröffentlicht, also Pages, Keynote, Numbers beziehungsweise iPhoto, iMovie und GarageBand. Die überraschende Nachricht: Die Anwendungen sind für Käufer eines neuen Macs kostenlos, und Bestandskunden können ihre Software kostenlos aktualisieren – sogar, wenn ihre Lizenz schon ein paar Jahre alt ist.

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Doch für jeden dürfte das gar nicht sinnvoll sein: Einerseits hat Apple die Programme übersichtlicher gestaltet, wobei aber gleichzeitig Funktionen weggefallen sind. Andererseits setzt Apple jetzt auf neue Dateiformate. Zum Beispiel beschweren sich zahlreiche Nutzer über die Textverarbeitung Pages 5.0, dass die Formatierung in der neuen Version nicht so angezeigt wird wie in der alten.

Die Dateiformate von Pages 5.0 können zudem nicht in älteren Versionen betrachtet werden, es erscheint folgende Meldung:

Der Blogger Nick Heer (via Daring Fireball) hat das iWork-Format genauer unter die Lupe genommen. Es besteht nun nicht mehr aus XLM-Dateien, sondern aus kleinen Binärdateien. Grund ist höchstwahrscheinlich, dass sich das neue Format effizienter zum Synchronisieren von Dokumenten eignen soll.

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Numbers-Dokumente deutlich langsamer

Synchronisieren von Dokumenten – das entscheidende Stichwort, wenn man sich Apples Bemühungen um iCloud inklusive Online-Programmversionen sowie iOS-Ableger ansieht.

Für viele Nutzer geht diese Effizienzsteigerung aber zunächst erst einmal nach hinten los, nämlich für die, die ihre Dokumente lokal abspeichern. Der Blogger Michael Tsai hat die Dateiformate von der neuesten Numbers-Version 3.0 mit Numbers ´09 und Excel 2011 verglichen. Die aktuelle Tabellenkalkulation schneidet hier meist am schlechtesten ab. Das Öffnen eines CSV-Files dauert jetzt 3:25 Minuten. Bei dem Vorgänger waren es nur 2:10 Minuten, und Excel schafft es in 2 Sekunden. Für das native Dateisystem benötigen die Anwendungen zum Öffnen beziehungsweise Speichern:

  • Numbers ´09: 7 Sek / 6 Sek
  • Numbers ´13: 10 Sek / 2 Sek
  • Excel 2011: 2 Sek / 1 Sek

Lediglich in einer von dem Blogger gemessenen Disziplin schlägt das neueste Numbers die Vergleichsprogramme: Die Dateigröße ist von 62 MB auf 16,4 MB geschrumpft. Auch Excel kann mit 22,4 MB nicht ganz mithalten.

Es bleibt zu hoffen, dass Apple nachbessern kann, beziehungsweise bald mit der Software an sich so überzeugen kann, dass wir kleinere, neue Schwächen gerne in Kauf nehmen.

Numbers
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