Jelly Bean: Google schaltet App-Kopierschutz vorübergehend ab

Daniel Kuhn 2

Nach der Präsentation von Android 4.1 war klar: Jelly Bean ist keine Revolution wie zuvor Ice Cream Sandwich, sondern eine Evolution mit vielen kleineren neuen Verbesserungen und Features. Eines dieser Features war ein Kopierschutz für Bezahl-Apps im Google Play Store – diesen musste Google nun aber abschalten, da sich viele Apps durch diesen Schutzmechanismus nicht mehr ausführen ließen.

Jelly Bean: Google schaltet App-Kopierschutz vorübergehend ab

In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Beschwerden von App-Entwicklern, über die hohe Anzahlt von Raubkopien unter Android – zuletzt hatten Madfinger Games Schlagzeilen gemacht, indem sie als Reaktion auf diese Entwicklung das Spiel Dead Trigger nach wenigen Tagen zum Nulltarif angeboten haben. Um dieser Pirateriebewegung etwas entgegenzusetzen hat Google unter Android 4.1 die sogenannte App Encryption, sprich: einen Kopierschutz für Bezahl-Apps, eingeführt. Dieser Sicherheitsmechanismus soll durch einen individuellen Schlüssel, der aus dem Nutzerkonto und dem Gerät erzeugt wird, verhindern, dass diese Apps von einem Gerät extrahiert und auf einem anderen installiert werden können.

Soweit die Theorie – in der Praxis ist der Mechanismus leider noch nicht ganz ausgereift. Einige Apps, die auf Systemdienste von Android zugreifen sowie einige Live-Wallpapers konnten plötzlich nicht mehr gestartet werden, was verständlicherweise zu einigem Unmut unter den Nutzern geführt hat. Als Workaround blieb bisher lediglich die Möglichkeit, die betroffenen Apps von anderen Quellen zu beziehen und erneut zu installieren – der Kopierschutz triebeinige Nutzer also kurioserweise in die Piraterie.

Nun hat Google die App Encryption in der aktuellsten Version des Google Play Store (3.7.15) vorerst wieder abgeschaltet – sobald eine Lösung für das Problem gefunden wurde, soll die App Encryption aber mit einem späteren Update wieder aktiviert werden. Wer betroffene Apps installiert hat, muss diese übrigens einmal löschen und neu installieren, damit diese wieder problemlos funktionieren.

Quelle: Heise [via Der Standard]

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