Jelly Bean: Wird Android mit Lapdock-Support zum Desktop-OS?

Frank Ritter

Der russische Brancheninsider Eldar Murtazin plaudert wieder einmal aus dem Nähkästchen. Wieder will er exklusive Informationen haben, dieses Mal zur nächsten Android-Iteration „Jelly Bean“. Das soll besseren Support für Lapdocks und Dockingstationen mitbringen und Android so auch auf dem Desktop etablieren.

Nach dem Update ist vor dem Update und deswegen verwundert es nicht, dass langsam die ersten Spekulationen beginnen, was in Android 4.1, respektive 5.0 „Jelly Bean“ neu sein wird. Vor Kurzem ließ sich die ebenfalls nicht immer glaubwürdige Digitimes dazu hinreißen, Gerüchte zu streuen, wonach Jelly Bean bereits im 2. Quartal erscheine und einen besonderen Fokus auf Tablets lege. Eldar Murtazin widerspricht dem in seiner russischen Kolumne auf mobile-review.com nun entschieden. Der Tablet-Fokus sei einmalig bei Google gewesen und käme nicht wieder - zukünftig wird für alle Android-fähigen Plattformen parallel entwickelt.

Seiner Meinung nach wird Google aber Funktionen wie die von Motorola bekannte Lapdock-Funktionalität ausbauen und die Unterstützung für Dockingstations mit angeschlossener PC-Hardware in Android noch deutlich ausbauen. Damit ließen sich Android-Geräte an größere Geräte sehr einfach andocken und im Prinzip in einen eigenen Rechner verwandeln. Das nötige Know-How habe sich Google bereits durch den Kauf von Motorola gesichert, obwohl das Konzept bei Motorola seinerzeit gescheitert war.

In der Tat passt diese Theorie gut in das größere Bild, wonach Google Android auch auf dem Desktop etablieren möchte. Hier einige von uns zusammengestellte Indizien:

  • Android wird kompatibel mit x86-CPUs.
  • Man kann sein Android-Tablet oder -Smartphone bereits jetzt als Rechner verwenden, da mit Android 3.x „Honeycomb“ und noch stärker Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ zahlreiche APIs eingeführt wurden, die den Anschluss externer Hardware ermöglichen.
  • Der Erfolg der Tablet-Netbook-Hybriden von ASUS (und künftiger Nachahmer) hat bewiesen, dass die Verwendung von Android auf dem Desktop für viele Nutzer ein realistisches Szenario ist.
  • Chromebooks mit Chrome OS waren und sind zwar kein Erfolg, trotzdem hält Google an dem System fest. Kein Wunder: Webapps werden immer besser, sind plattformunabhängig und mit steigender mobiler Konnektivitätsrate durch 4G, LTE und Co. verschwindet der letzte Nachteil von Webapps.
  • Der Chrome-Browser wird in Chrome OS einerseits als eigenes Betriebssystem verwendet, ist andererseits jetzt für Android verfügbar - es ist also wahrscheinlich, dass Google bei Chrome OS mittelfristig auf eine Android-Basis umschwingt.
  • Die Google-weite Cloud-lösung Google Drive wird das Speichern von Daten in der Cloud unabhängig von lokal zur Verfügung stehendem Speicherplatz ermöglichen.

Im Grunde braucht Google gar nicht mehr viel, um das Lapdock-Konzept in Android zu verdrahten. Die Hardware ist da, die Software wäre dazu in der Lage - ein Fenstersystem wie Cornerstone wäre noch von Vorteil, ist aber kein Muss, weil das Multitasking von Android 4.x+ ausreicht und Webapps sowieso über Tabs gewechselt werden können.

Eigentlich heißt es ja „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“. Eine letzte Chance wollen wir Eldar Murtazin aber noch einmal geben. Im Gegensatz zur Geschichte vom Galaxy S2 Plus-Pressefoto klingt diese Nachricht nämlich recht plausibel und dass Murtazin tatsächlich gute Kontakte in der Branche hat, ist schließlich unbestreitbar. Android wird auf dem Desktop einziehen - die Frage ist nicht ob, die Fragen sind wann und wie.

Quelle: Mobile Review (Google Übersetzer) [via SmartDroid]

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