Ein Trojaner der Bundespolizei? Vorsicht, Ukash-Falle!

Marco Kratzenberg

Bundespolizei Trojaner? Was für ein Quatsch! Tappt nicht in die Ukash-Falle… Bei einem könnt Ihr ganz sicher sein: Die Polizei würde nie gegen Zahlung eines Bussgeldes den rechner entschlüsseln und die beanstandeten Dateien auf dem Rechner lassen.

Während frühere Viren hauptsächlich Daten zerstörten, kann man mit Trojanern Geld verdienen. Entweder übernimmt man beispielsweise den Rechner, gliedert ihn unbemerkt in ein Spamnetzwerk ein und vermietet ihn, oder man schnüffelt die Bankdaten des Opfers aus und räumt das Konto leer. Eine weitere einträgliche Methode ist die Erpressung. Und dazu dienen Schädlinge wie der Bundespolizei Trojaner, der BSI-Trojaner oder der GVU-Trojaner - um nur einige zu nennen.

Giga Bundestrojaner entfernen Video.

Diese Art der Trojaner setzt einerseits auf die Angst vor der Autorität, zum anderen richtet er tatsächlich Schaden an. Er verschlüsselt einen großen Teil der Daten auf der Festplatte und droht damit, die Verschlüsselung erst wieder aufzuheben, wenn man eine Strafe bezahlt hat. Unabhängig davon, dass man die vorgeworfenen Dinge wie das Speichern kinderpornografischer Filme oder von Emails mit terroristischen Hintergrund nicht getan hat, ist so manch einer doch verleitet, den Betrag zu zahlen. Denn so oder so ist der Computer gesperrt bzw. sind Daten verschlüsselt worden.

Kein Trojaner der Bundespolizei!

Bevor man auf so etwas hereinfällt, sollte man sich erst einmal klar machen, dass keiner der Vorwürfe in diesem Hinweisbildschirm des Trojaners sich durch die Zahlung einer Geldstrafe erledigen ließe. In all diesen Fällen würde es zu einer Anklage, einer Hausdurchsuchung und letztlich sicher auch zu einem Prozess kommen. Und das bedeutet: Was immer die Bundespolizei, die GVU oder Gema mir vorwerfen wollen, niemals würde ich von dort eine solche Mail erhalten. Übrigens dürfte die Polizei auch zur Beweissicherung keine Datenverschlüsselung vornehmen, weil das eine Veränderung der Beweismittel wäre, die jede weitere Strafverfolgung sofort unmöglich macht.

Es hat sich übrigens gezeigt, dass gerade die sogenannten Bundespolizei Trojaner oder dessen Ableger wie der GVU Trojaner in der Regel aus zwei Gründen den Weg auf den Rechner finden. Der Hauptgrund ist der Leichtsinn des Anwenders. Meist kommen diese Trojaner in E-Mails, die uns mit Mahnungen oder Rechnungen drohen und ein nicht zu unterschätzender Teil der Empfänger ist tatsächlich so unvernünftig und öffnet die Anhänge solcher Mails. Aber das Hauptproblem ist in der Regel ein fehlender Virenschutz! Schon kostenlose Programme, wie beispielsweise Avast Free Antivirus, sind in der Lage, uns vor solchen Trojanern zu schützen. Trotzdem sind viele Computeruser immer noch mit uralten oder richtig schlechten Virenscannern unterwegs.

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