OS X Mavericks: Bessere Akkulaufzeit, mehr Leistung für Macs

Flavio Trillo

Besonders Notebook-Besitzer wird das freuen: Apple verspricht mit OS X 10.9 Mavericks, noch sparsamer mit Ressourcen umzugehen. Akku und Arbeitsspeicher werden mit ein paar Kniffen geschont. Wie genau, erklären wir euch.

OS X Mavericks: Bessere Akkulaufzeit, mehr Leistung für Macs

Wie bei Smartphones ist die Akkulaufzeit eines der ersten Merkmale, mit dem die Hersteller den Kunden beeindrucken können. Das neue MacBook Air (13 Zoll) schafft angeblich 12 Stunden am Stück.

Als Steve Jobs vor 5 Jahren das erste Mal mit einem MacBook Air auf die Bühne trat, lachten die Leute ungläubig über 5 Stunden Akkulaufzeit. Heute verspricht der Hersteller mehr als das Doppelte. Hierzu trägt neben verbesserter Akku-Technologie und neuen, effizienten Prozessoren auch die Software ihren Teil bei.

OS X 10.9 Mavericks nutzt folgende Methoden, um die Ressourcen des Systems möglichst verlustfrei einzusetzen:

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Timer Coalescing

Hinter diesem mysteriösen Begriff verbirgt sich das Zusammenziehen aktiver Phasen der CPU. Normalerweise wechselt der Prozessor sehr häufig zwischen einem Status niedrigen Stromverbrauchs und Aktivität. Dadurch wird viel unnötiger Strom allein für diese Wechsel zwischen den beiden Phasen verbraucht.

Timer Coalescing zieht nun die aktiven Status zeitlich zusammen und verringert dadurch die Anzahl des leistungshungrigen Auf und Ab. Der Anwender merkt hiervon nichts, alles passiert hinter den Kulissen und blitzschnell.

Ergebnis: Weniger Stromverbrauch der CPU, verbesserte Akkulaufzeit.

App Nap

Mittagsschläfchen für Programme — so könnte man App Nap übersetzen. Und eigentlich ist es auch ziemlich genau das. Anwendungen, die hinter anderen Fenstern komplett verborgen sind und dabei nicht aktiv sind, werden schlafen gelegt.

Das gleiche gilt für Safari-Tabs, die gerade nicht im Vordergrund angezeigt werden. Das System verlangsamt diese Tabs und Programme, wodurch sie weniger Leistung in Anspruch nehmen. „geweckt“ werden die Anwendungen, sobald zum Beispiel eine E-Mail kommt und solange Musik spielt oder ein Download läuft.

Ergebnis: Apple verspricht bis zu 23 Prozent Energieersparnis des Prozessors.

Safari Power Saver

Abgesehen von dem nun auch für Safari umgesetzten Prinzip „ein Tab = ein Prozess“ will Apple mit weiteren Maßnahmen die Leistung des Browser in OS X Mavericks verbessern.

Dazu werden Inhalte, die auf Plug-Ins, also Flash, Silverlight und andere, angewiesen sind, nicht immer automatisch

wiedergegeben. Befinden sie sich nämlich am Rand und sind offensichtlich nicht integraler Bestandteil der Webseite, spielen sie nur auf Kommando ab. Bis dahin sieht man nur ein Vorschaubild.

Ergebnis: Nach Angaben des Herstellers könne Safari so seinen Bedarf an Rechenleistung um bis zu 35 Prozent reduzieren.

iTunes HD-Wiedergabe

Die Wiedergabe von HD-Videos in iTunes wurde verbessert. Die Software nimmt den Grafikprozessor stärker in Anspruch und kann die Last so besser auf beide Recheneinheiten verteilen. Auch die Zugriffe auf den Massenspeicher konnten reduziert werden. Sogar das Abspielen des Tons soll effizienter geworden sein.

Ergebnis: Insgesamt will Apple die CPU-Last beim Filmgenuss mit diesen Maßnahmen um bis zu 35 Prozent reduzieren.

Komprimierter Speicher

Auch im Arbeitsspeicher hat Apple getrickst. Hier werden länger nicht abgefragte Segmente mit einem besonders effizienten Algorithmus komprimiert. So bleibt mehr Platz für akut wichtige Dinge und das System muss nicht so schnell anfangen, den Arbeitsspeicher auf die Festplatte auszulagern.

Das ist nämlich deutlich spürbar langsamer und verbraucht außerdem mehr Strom. Bei gleich großem Arbeitsspeicher wird das System schneller — nicht nur bei brandneuen Macs eine gute Sache.

Ergebnis: Gegenüber OS X 10.8 Mountain Lion soll der Speicher auf dem Testsystem (MacBook Air 1,8 GHz Core-i5, 4GB RAM) mit Mavericks bis zu 1,5 Mal schneller sein.

Wir sehen: Um einen schnelleren Mac zu bekommen, muss man nicht unbedingt neue Hardware kaufen. Zwar machen Haswell-CPU und größerer Akku das neue MacBook Air schneller als den Vorgänger. Aber allein die hier beschriebenen Effizienzsteigerungen könnten auch auf älteren Systemen noch ein wenig mehr Leistung heraus kitzeln.

Gleichzeitig unterstützt Apple mit OS X 10.9 Mavericks die gleichen Computer, wie schon Mountain Lion — insgesamt ist das neue Betriebssystem also „toleranter“ gegenüber den Macs vergangener Jahre und will sogar noch die Leistung dieser älteren Modelle optimieren.

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