Schludert Apple bei Updates? iPhone und macOS mit vielen Problemen

Florian Matthey 7

Apple hat angekündigt, die Arbeitsprozesse der Entwicklerteams auf Schwachstellen zu überprüfen. Nach einer Woche mit dramatischen Vorkommnissen ist das auch bitter nötig. Hat sich Apple in den letzten Jahren zu wenig um Software gekümmert?

Apples Woche der Software-Super-GAUs

Apple ist in der vergangenen Woche gleich mehrfach wegen massiver Softwareprobleme aufgefallen. Das erste Problem war auch gleich das Dramatischste: Ein Fehler in macOS High Sierra sorgte dafür, dass sich jede Person mit physischem Zugriff auf einen Mac mit maximalen Zugriffsrechten anmelden konnte. Hierfür mussten sie lediglich als Benutzernamen „root“ eingeben, das Passwortfeld freilassen und mehrmals auf „anmelden“ klicken.

Ein „root“-Benutzer hat sogar weiterreichende Rechte als ein normaler Administrator. Schlimmer kann eine Sicherheitslücke eines Betriebssystems also kaum sein. Apple sah sich daher auch genötigt, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen: The Verge zitiert einen Sprecher mit den Worten, dass die Sicherheit der Produkte für Apple hohe Priorität habe. Man entschuldige sich bei allen Mac-Benutzern. Und: „Wir evaluieren unsere Entwickler-Abläufe, um dafür zu sorgen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“

Apple hat ein Software-Problem

Immerhin schaffte Apple es die Sicherheitslücke innerhalb von 24 Stunden mit einem Update zu schließen. Die Notwendigkeit, schnell zu reagieren, führte aber offenbar dazu, dass man das Update nicht ausreichend testen konnte: Nach der Installation hatten einige Benutzer plötzlich Probleme mit der Dateifreigabe beziehungsweise File-Sharing-Funktion des Betriebssystems. Diese lassen sich wiederum mit einem umständlichen Ausflug ins Terminal des macOS beheben, wie Apple in einem Support-Dokument erklären musste.

Doch damit nicht genug: Wer noch macOS High Sierra 10.13.0 verwendete, das Sicherheitsupdate installierte und dann ein Upgrade auf macOS High Sierra 10.13.1 durchführte, ließ das „root“-Problem wieder aufleben. Viele Benutzer, die das Sicherheitsupdate installiert haben und sich daher sicher fühlten, werden es also im Falle des weiteren Updates nicht mehr sein. Die Betroffenen müssen den Patch separat herunterladen und noch einmal installieren – allerdings müssen sie zuvor erst einen weiteren Neustart durchführen.

Allgemein waren Benutzer vor dem „root“-Problem sicher, wenn sie dem root-Benutzer ein eigenes Passwort zugewiesen hatten. Wie das geht, erfahrt ihr in diesem Video:

macOS High Sierra: So gebt ihr dem root-Benutzer ein Passwort.

Schließlich machte am Wochenende auch noch das iOS Probleme: Aufgrund eines Datum-Bugs stürzten am Samstag, dem 2. Dezember, zahlreiche iPhones bei der Anzeige von Mitteilungen einfach ab. Apple veröffentlichte noch am selben Tag das Update auf iOS 11.2 – was das Unternehmen, das Updates sonst immer an Dienstagen bereitstellt, so sicherlich nicht geplant hatte. Auch hier könnte Apples Softwareteam in einer Art Panikreaktion gehandelt haben, denn das iOS 11.2 macht neue Probleme – mit Lightning-Kabeln.

iOS und macOS: Kümmert sich Apple nicht mehr genug um Software?

Nach dieser Super-GAU-Woche ist wohl die Frage erlaubt, ob Apple ein generelles Softwareproblem hat – dem das Unternehmen vielleicht mit seiner „Evaluation“ der Betriebsabläufe auf die Spuren kommen könnte. Gut möglich, dass das „root“-Problem zu „rollenden Köpfen“ in Apples Sicherheitsteam führen wird. Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass das ganze Unternehmen vielleicht die falschen Prioritäten setzt.

Man schaue sich nur das iOS 11 an: Hier beklagen sich zahlreiche Benutzer seit Wochen über Abstürze, die auch nach der Installation des iOS 11.2 fortbestehen. Außerdem zeigt sich im iOS 11, dass Apple offenbar einfach nicht mehr mit der früher selbstverständlichen Liebe zum Detail arbeitet: Die Benutzeroberfläche hat zahlreiche kleinere Ungereimtheiten, wie unsere Bilderstrecke zeigt:

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
iOS 11 für iPhone und iPad: 10 Design-Fehler der neuen Software

Gleichzeitig ist Apple mittlerweile in Bereichen aktiv, die für das Unternehmen in gewisser Weise eine „Ablenkung“ sein könnten: Man denke beispielsweise an das Projekt autonomen Fahrens oder Apples Ambitionen, zum Produzenten von Fernsehserien zu werden.

Sicherlich ist es sinnvoll, wenn sich ein so großes Unternehmen wie Apple breit aufstellt und versucht, neue Bereiche für zukünftiges Wachstum zu finden – immerhin gab es in der jüngeren Vergangenheit Zeiten, in denen die iPhone-Verkaufszahlen schwächelten, was verdeutlichte, dass Apple von diesem einen Produkt zu abhängig ist. Andererseits sollte Apple seinen Kern nicht vergessen: Denn macOS und iOS sind das, was die Apple-Computer und -Smartphones zu Macs und iPhones machen. Die Unterschiede zur Konkurrenz in Sachen Hardware sind oft nur kleinere Details. Was meint ihr: Setzt Apple die falschen Prioritäten?

Quelle: The Verge

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