Intel auf dem Abstellgleis: Apple arbeitet heimlich am Plattformwechsel

Holger Eilhard 5

Seit langer Zeit halten sich Gerüchte, dass Apple sich in Zukunft von Intel, dem derzeitigen Partner für alle Prozessoren in den Macs, verabschie­den wird. Jetzt gibt es neue Hinweise auf einen Plattformwechsel, der bereits im Hintergrund läuft.

Intel auf dem Abstellgleis: Apple arbeitet heimlich am Plattformwechsel
Bildquelle: GIGA.

Apple arbeitet bereits an macOS 10.14.4 und 10.15

Wie die Kollegen von MacTechNews berichten, testet Apple bereits jetzt an den kommenden macOS-Updates. Diese Tatsache an sich ist nicht überraschend, geschieht aber üblicherweise nur hinter geschlossenen Türen und nicht schon jetzt in der Öffentlichkeit.

So ist es normal, dass sich das erste Update für macOS Mojave, Version 10.14.1, bemerkbar macht. Ungewöhnlich hingegen sind die Tests von macOS 10.14.4 und 10.15, während gleichzeitig von macOS 10.14.2 und 10.14.3 noch jede Spur fehlt.

Diese Versionssprünge in den Tests sollen darauf hinweisen, dass Apple sich intern auf eine nahende Architekturumstellung oder -erweiterung von Intel auf ARM vorbereitet. Als Vergleich führt die Webseite MacTechNews Mac OS X 10.2.7 auf, das vor 15 Jahren den 64-Bit-Umstieg einleitete. Darauf folgte zwei Jahre später ein Update für Mac OS X 10.4 Tiger, welches unter ähnlichen Gegebenheiten mit Version 10.4.4 die Kompatibilität mit Intel-Chips für OS X einführte.

Hier findet ihr die neuen Hintergrundbilder von macOS Mojave:

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macOS Mojave 10.14.4 im Frühsommer erstmals mit ARM-Unterstützung

macOS Mojave 10.14.4 soll einen ähnlichen Sprung bedeuten und die erste Version darstellen, die nicht nur mit Intel-Macs sondern auch mit der ARM-Platform kompatibel sein soll. Diese Version würde, wenn man sich die vergangenen macOS-Updates ansieht, im kommenden Frühsommer vorgestellt werden — in unmittelbarer Nähe zur WWDC 2019.

Als erster Mac, der sich mit der neuen Architektur zeigen könnte, wird der für das Jahr 2019 erwartete neue Mac Pro genannt. Apple hat die Vorstellung des neuen professionellen Mac bereits für das kommende Jahr angekündigt, konkrete Details zur Hardware gibt es jedoch Apple-typisch bislang nicht.

Weitere Hinweise, dass sich der Mac-Hersteller aus Kalifornien auf einen Wechsel der CPU-Architektur vorbereitet, sind der Abschied von OpenGL und OpenCL. Diese werden von Apples aktuellen ARM-Geräten, dem iPhone und iPad, nicht vollständig unterstützt. Hinzu kommt das ebenfalls nahende Ende von 32-Bit-Apps.

Abschied von Intel: Pro und Kontra

Die Gerüchte rund und dem Ausstieg aus der Intel-Architektur halten sich bereits seit mehreren Jahren. Die Gründe hierfür sind vielfältig. So ist Apple derzeit abhängig von Intel, wenn es um die Entwicklung neuer Mac-Prozessoren geht. Der Chip-Gigant hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen bei neuen Prozessoren zu kämpfen. Gleichzeitig konnten Apples eigene ARM-Chips, die im iPad und iPhone zum Einsatz kommen, immer weiter aufholen. Es wird daher vermutet, dass Apple sich von dieser Abhängigkeit lösen will und die Chip-Entwicklung auch bei den Macs zukünftig in eigene Hände nehmen wird.

Glaubt man dem jüngsten Bericht, könnte sich bereits im kommenden Jahr vieles für Mac-Nutzer ändern. Der Mac Pro könnte den Anfang machen, während der Rest der Familie nach und nach umgestellt wird.

Ein derartiger Plattformwechsel bedeutet aber gleichzeitig auch, das aktuelle Software, die auf Intel-Chips abgestimmt ist, wenn überhaupt nur über eine Emulation lauffähig sein wird. Bei der Umstellung auf die Intel-Macs war dieses Framework von 2006 bis 2011 als Rosetta bekannt. Derartige Emulationen bedeuten üblicherweise einen deutlichen Performanceverlust bei der jeweiligen Anwendung. Erst eine Anpassung der Software an die neue Architektur durch die Hersteller kann die gewohnte Performance wiederherstellen.

Quelle: MacTechNews

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