macOS Sierra: PDF-Unterstützung weiterhin mit Problemen behaftet

Holger Eilhard 4

Schon bei der Vorstellung von macOS Sierra 10.12 gab es einige Probleme beim PDF-Support, die Apple wenig später in 10.12.1 lösen konnte. Mit 10.12.2 kehrten die Fehler, insbesondere beim Bearbeiten von PDFs, zurück.

macOS Sierra: PDF-Unterstützung weiterhin mit Problemen behaftet

Wie Adam Engst bei TidBITS berichtet, beschäftigen Fehler in Apples PDFKit in macOS Sierra seit einigen Monaten die Software-Entwickler, die auf Apples Implementation der PDF-Unterstützung angewiesen sind.

Diese Probleme resultieren darin, dass man insbesondere beim Bearbeiten von PDFs in Apples Vorschau-App vorsichtig sein soll. Dies betrifft unter anderem Nutzer, die Fujitsus ScanSnap benutzen. Hier wird beim Bearbeiten eines PDFs in Vorschau der OCR-Text-Layer aus dem Dokument gelöscht.

Entwickler müssen eigene Lösungen entwickeln

TidBITS zitiert zu den Problemen beispielsweise Entwickler von Mindwrap, DEVONtechnologies, EagleFiler und Bookends. So sagte Mindwraps Craig Landrum etwa, dass man bereits viele Fehlerberichte bei Apple eingereicht habe, die unter anderem tiefgreifende Probleme in PDFKit beschreiben. Man hoffe nun, dass das Unternehmen aus Cupertino diese in einer kommenden Version beheben wird.

Christian Grunenberg, Entwickler von DEVONthink, sieht den Grund in Apples Wunsch eine gemeinsame Grundlage in iOS und macOS zu nutzen. Diesem Ziel soll jedoch die Kompatibilität zum Opfer gefallen sein. Viele frühere Funktionen seien darüber hinaus nun defekt oder überhaupt nicht mehr vorhanden. Das Resultat war, dass man nun selbst eigene Lösungen entwickeln musste, sofern dies möglich war.

Jon Ashwell, Programmierer von Bookends, schreibt, dass man viel Arbeit in diese Umwege investieren musste. Zuvor funktionierende Features waren mit Sierra auf einmal unbrauchbar. „Sierra 10.12 und 10.12.1 waren schlecht, aber 10.12.2 war ein Katastrophe“, so Ashwell. So stürzte Bookends bei PDFs mit enthaltenen Kommentaren ab. Abhilfe schaffte bislang nur das vollständige Deaktivieren von PDF-Kommentaren.

Ashwell hat ebenfalls bereits diverse Fehler bei Apple gemeldet. Zwei davon wurden als bereits gemeldete Duplikate geschlossen, in einem anderen Fall fragte Apple nach der betroffenen App. Seit der Übermittlung dieser hat sich Apple nicht gemeldet. „Ich habe noch nie einen solchen traurigen Fall von schlampigen Code und Gleichgültigkeit bei Apple gesehen“, so Ashwell.

Interessanterweise scheint Apples eigene Vorschau-App weniger von den tiefer liegenden Problemen in PDFKit betroffen, als die Software von Drittanbietern. So konnte Michael Tsai, Entwickler von EagleFiler, einige Fehler in PDFKit nicht in Apples Vorschau nachvollziehen. Dies könnte darauf hinweisen, dass sich Apples-Team, welches mit der Entwicklung von Vorschau beschäftigt ist, sich der Probleme bewusst ist, diese jedoch nur in der eigenen App umschifft, statt sie in PDFKit selbst zu lösen.

Adam Engst, der seinerseits Koautor des Buches „Take Control of Preview“ ist, geht trotzdem so weit, dass er allen Nutzern von macOS Sierra rät keine PDFs in Vorschau zu bearbeiten bis Apple die Fehler beseitigt hat. Muss Vorschau genutzt werden, rät er dazu vorher eine Kopie des Dokuments anzulegen. Als Alternative zu Vorschau nennt er unter anderem .

Quelle: TidBITS

MacBook Pro (2016) bei Apple *

Test: MacBook Pro 13 Zoll von 2016.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung