E-Mail-Korrespondenz und Produktivität müssen sich nicht mehr ausschließen – das verspricht zumindest Mailbox. Es handelt sich um ein Mailprogramm für Gmail- und iCloud-Accounts, das vor rund einem Jahr von Dropbox gekauft wurde einige interessante Ansätze zur Bekämpfung der täglichen E-Mail-Flut hat. Seit heute ist Mailbox endlich für Android verfügbar.

 

Mailbox

Facts 

Mailbox ist eine E-Mail-Client, der seit einiger Zeit en vogue für iPhones und iPads ist. Besonderheit an Mailbox ist die Möglichkeit, Mails durch Wischen zu archivieren oder zu löschen – eine Funktion, die später auch von Gmail übernommen wurde. Ebenfalls nützlich ist die Option, Mails zu „snoozen“, also wie einen Alarm am Wecker zum „schlummern“ einzustellen und nach einem einstellbaren Intervallen später an sie erinnert zu werden oder diese, ebenfalls durch Wischbewegungen, in Listen zu organisieren.

Mailbox erwies sich als so populär, dass sich Dropbox vor rund einem Jahr entschloss, den Dienst zu kaufen. Ein Ergebnis dieser Übernahme ist, dass nun endlich auch eine Android-Version von Mailbox vorliegt. Die App ist seit der vergangenen Nacht kostenlos im Play Store verfügbar und funktioniert prinzipiell wie ihr iOS-Pendant. Hier das offizielles Video der Entwickler – zwar demonstriert auf einem iPhone, die Android-Version ist aber praktisch identisch:

Wie man sieht ist das UI gestenbasiert. Das heißt, eine Wischbewegung nach rechts archiviert eine Mail, eine stärkere Wischbewegung nach rechts löscht sie gar dauerhaft. Eine leichte Wischbewegung nach links wiederum lässt eine Mail nach vom Nutzer einstellbaren Intervallen wieder auftauchen, eine stärkere sortiert Mails in selbst definierbaren Listen. Alle Listen, getimte Mails, das Archiv und so weiter sind über eine von links hereinwischbare Sidebar aufrufbar. Zunächst Android-exklusiv ist eine neue „Halbautomatik“, dank der sich Mailbox merkt, welche Mails häufig in welcher Art sortiert oder gelöscht werden und ähnliche Mails nach einer Weile selbst entsprechend kategorisiert.

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Mailbox für Android (v.l.:): Interaktives Tutorial beim ersten Start, Snooze-Feature, Zugriff auf alle Ordner per Sidebar

Mails werden nicht einzeln angezeigt, sondern in einer Konversationsübersicht. Die ist durchaus zu gebrauchen, da sie übersichtlicher ist als die Konversationen in Gmail. Einige E-Mails mit vielen HTML-Elementen wurden in unserem kurzen Test jedoch leicht fehlerhaft dargestellt.

Als Kontotypen werden bislang nur Gmail und Apple iCloud unterstützt – andere Anbieter oder reguläre IMAP-Konten sind derweil noch nicht integriert. Immerhin: Wer Mailbox auf verschiedenen Plattformen verwendet – neben iOS wir gerade ein Mac-Client vorbereitet –, dessen Einstellungen werden zwischen allen Clients synchronisiert.

Der malaiische UI-Experte Taylor Ling zeigte sich kurz nach dem Release enttäuscht ob der Tatsache, dass die Mailbox-Entwickler ihre App kaum an die Android-Plattform angepasst haben – sein Blogpost mit Verbesserungsvorschlägen ist lesenswert für Interessierte am Software-Design.

Fazit: Im Konzept ähnelt Mailbox der Boomerang-App, wirkt aber designtechnisch einerseits reduzierter, ist aber andererseits in Sachen Features mächtiger. Auch wenn es schade ist, dass sich die Macher nicht am Holo UI von Android orientiert haben, werden GTD-Freaks mit dem Tagesziel „Inbox Zero“ die App lieben. Wer Wert auf seine digitale Privatsphäre legt, sollte Mailbox jedoch nicht verwenden – denn prinzipiell räumt man dem Dienst vollen Lese- und Schreibzugriff auf den eigenen E-Mail-Account ein.

Mailbox ist kostenlos, bislang allerdings nur auf Englisch verfügbar.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

[[via TechCrunch]]