Den PC schneller machen - Ein paar Tipps

Marco Kratzenberg 1

Windows stellt sich selbst nicht mehr so viele Hürden in den Weg, wie noch vor einigen Jahren. Die Festplatte defragmentiert nicht mehr so schnell und die Speicherverwaltung funktioniert. Aber wenn der Computer langsamer wird, muss man die Bremsen etwas lockern und den PC schneller machen.

PC schneller machen Tipp 1: Speicher aufrüsten

Seit es Windows 7 gibt, haben wir endlich ein echtes 64-Bit-Betriebssystem, dass auch Speicher über 4 GB anständig ansprechen kann. Damit haben wir die Chance, eine wirklich effektive Vergrößerung unseres Hauptspeichers durchzuführen. Und das wiederum kann den PC deutlich schneller machen. Um diesen Zusammenhang zu verstehen, muss man die Arbeitsweise eines Windows PC begreifen.

Während früher, als hinter Windows noch ein DOS-Betriebssystem agierte, Speicher knapp und ohnehin nur in kleinen Mengen nutzbar war, konnte man Programme manchmal nicht einmal starten. Der Haupt-Speicher war voll und das führte dazu, dass Windows eine Fehlermeldung ausgab. Mittlerweile hat sich die Speicherverwaltung gründlich geändert. Die Programme brauchen mittlerweile wesentlich größere Portionen des Hauptspeichers, aber Windows versucht tapfer, alle zufriedenzustellen. Um das zu können, schaufelt es den verfügbaren Hauptspeicher bis an den Rand voll und wenn es dann nicht reicht, wird ausgelagert.

Dazu legt Windows eine Auslagerungsdatei auf der Festplatte an. Dort hinein werden Speicherinhalte geschrieben, die aktuell nicht sofort benötigt werden, um so Platz für andere Programmausführungen zu schaffen. Da eine Festplatte natürlich deutlich langsamer als moderne Speicherbausteine ist, dauern diese Schreib- und Lesezugriffe auch länger - der Computer wird langsamer. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Wir können den PC schneller machen, indem wir ihm mehr Hauptspeicher geben!

In den meisten aktuell verkauften PCs sind 4 GB Speicher verbaut. Es ist aber fast immer noch Platz für 2 weitere Bausteine. Und wenn nicht, kann man die derzeitigen Speicherriegel gegen größere austauschen. 8 GB DDR3-Speicher bekommt man schon für zirka 50 Euro. Das stellt also schon mal eine Speicherverdoppelung dar und nun muss der PC nicht mehr so oft in die Auslagerungsdatei schreiben, weil genügend Platz im Hauptspeicher vorhanden ist. Einfacher kann man den PC nicht schneller machen! Will man herausfinden, welche Art von Speicher und wieviel davon derzeit verbaut sind, eignet sich dafür das Freewareprogramm System Information for Windows.

Und auch das Programm CPU-Z hilft uns bei der Entscheidung. In kleinen, übersichtlichen Fenstern zeigt es uns, wieviel Speicher welcher Sorte gerade verbaut ist. Das ist wichtig, damit man weiß, was man theoretisch verbauen kann. Anhängig ist das auch davon, was das Motherboard überhaupt unterstützt. Im Zweifelsfall sollte man da die Spezifikationen des Herstellers studieren. Namen und Typ des Boards erfahren wir durch dieses Tool auch.

Bilderstrecke starten(6 Bilder)
Welches Mainboard habe ich? Motherboard herausfinden!

PC schneller machen beim booten

Auch wenn der Nutzen mancher Aktionen zur PC Optimierung umstritten ist, gibt es immer noch einige nützliche Schritte, um die PC Geschwindigkeit zu verbessern. Wer seinen Computer schneller machen will, stört sich häufig schon an der langen Zeit, die der PC zum Booten benötigt. Abgesehen davon, das sich das ebenfalls durch die oben genannte Speichererweiterung beschleunigen lässt, haben wir es in der Hand, den Rechner schneller zu machen.

Eine Bremse beim Bootvorgang ist die teilweise sehr hohe und unnötige Zahl automatisch startender Programme. Sehr viele Programme setzen sich in der Autostartgruppe fest, um bereit zu sein, wenn man sie vielleicht irgendwann mal benötigt. Oft stellt sich dann aber heraus, dass man sie bestenfalls alle 3 Monate mal braucht und dann könnten man sie genauso gut von Hand starten. Solche Programme belegen unnötig Hauptspeicher, was - wie wir nun ja wissen - den Computer langsamer machen kann. Abgesehen davon wird auch die Zeit verlängert, die der PC zum Booten braucht. Als nützliches Werkzeug für die Suche und Behandlung solcher Bremsen hat sich Sysinternals Autoruns erwiesen. Es zeigt uns alle automatisch startenden Programme und Dienste an. Mit einem Klick kann man sie deaktivieren oder auch wieder aktivieren und so dafür sorgen, dass sich die Zahl der automatisch startenden Software deutlich verringert. Das beschleunigt nicht nur das Booten, sondern kann den PC schneller machen, weil nun mehr Hauptspeicher für wichtige Anwendungen zur Verfügung steht. Dadurch muss Windows seltener auf die Auslagerungsdatei zugreifen.

Kann eine Festplattendefragmentierung den PC schneller machen?

Wie eingangs schon erwähnt, ist durch das Dateisystem NTFS das Problem der Datenträgerfragmentierung deutlich geringer geworden, als es noch früher der Fall war. Nichtsdestotrotz ist Windows an irgendeinem Punkt der Festplattennutzung gezwungen, Dateien fragmentiert auf die Platte zu schreiben. Und wenn es sich dabei um Dateien handelt, die bei der täglichen Arbeit regelmäßig genutzt werden, dann führt auch das zu einer Verlangsamung des Systems. Die Antwort lautet also „Ja, durch eine regelmäßige Defragmentierung der Platte kann man den PC schneller machen. Es handelt sich dabei im Einzelnen zwar nur um Sekundenbruchteile, aber in der Summe kann sich das doch schon bemerkbar machen.

Dazu benötigt man keine speziellen Programme. Windows selbst enthält eine Festplattendefragmentierung, bei der man sogar regelmäßige Aufräumaktionen planen und so seine Festplatte schneller machen kann. Im Fenster Computer werden alle Laufwerke aufgelistet. Ein Rechtsklick darauf öffnet das Kontextmenü und unter Eigenschaften finden wir den Reiter Tools, der unter anderem die Festplattendefragmentierung enthält.

Mythos PC schneller machen durch Registry-Defragmentierung

Ein Haufen von Programmen bietet uns an, unsere angeblich fehlerhafte Registry zu durchforsten, Fehler zu finden, sie zu beseitigen, dann alles zu „defragmentieren“ und so den PC deutlich schneller zu machen. Eine ganze Reihe von internationalen Untersuchungen hat gezeigt, dass diese Behauptungen eher dem reich der Sagen zuzuordnen sind.

Tatsächlich handelt es sich bei der Registry um eine Datenbank mit Index. Zugriffe erfolgen schnell, eine reale Defragmentierung gibt es gar nicht und selbst hohe 5stellige Einträge sollen keine merkbare Verlangsamung des Rechners bewirken. Und andersherum kann man eben nicht seinen PC dadurch schneller machen, indem man Einträge entfernt oder deren Reihenfolge ändert. Selbst wenn es sich um fehlerhafte Überbleibsel früher installierter Programme handelt, wird dadurch in der Regel keine Verlangsamung bewirkt. Schlimmstenfalls können zwar Fehler in der Registry zu einem Absturz und seltsamen Verhalten von Windows führen, aber diese Art von Fehlern können solche Programme gar nicht finden oder erkennen. Wenn ein Programm fehlerhafte Parameter eingetragen hat, aber Art und Zuweisung dieser Parameter stimmt, kann das zu Störungen führen.

Man kann ruhig probieren, ob man seinen PC schneller machen kann, indem man die Registry „optimiert“. Beispielsweise mit dem Tool Auslogics Registry Defrag . Aber sehr wahrscheinlich wird jede gefühlte Beschleunigung danach eher Einbildung sein. Messbar passiert da vielleicht etwas, aber an der Performance ändert sich nichts.

Was war dein erstes Betriebssystem? (egal ob Desktop oder Mobile)

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung