Roaming in der EU: Zukünftig kostenfrei und ohne zeitliches Limit geplant

Stefan Bubeck 6

Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag zum Roaming erneut überarbeitet. Die ursprüngliche Idee, eine zeitliche Regelung einzubauen, wurde nun verworfen. Die Handy-Nutzer bekommen, wenn sie im Ausland unterwegs sind, deutlich mehr Freiheit.

Roaming in der EU: Zukünftig kostenfrei und ohne zeitliches Limit geplant

Teure Gebühren sollen abgeschafft werden

Die Idee, die horrenden Gebühren abzuschaffen, die für die Nutzung eines Handys im Ausland anfallen können, ist schon seit einiger Zeit ein Vorhaben der EU-Kommission. Anfang September wollte diese das zusatzkostenfreie Roaming allerdings noch auf 90 Tage beschränken. Die Kritik auf dieses Modell ließ nicht lange auf sich warten und so musste Kommissionschef Jean-Claude Juncker nach nur vier Tagen die Notbremse ziehen: Der Plan soll nochmals überarbeitet werden. Nun ist es so weit und der neue Vorschlag scheint es allen etwas mehr recht zu machen.

Keine Limits für Benutzer, Schutz vor Missbrauch für Provider

Es wird keine zeitlichen Beschränkungen geben, die Handynutzer sollen im EU-Ausland ohne Zusatzgebühren telefonieren können. „Roaming ist für Reisende“, so heißt es im neuen Entwurf. Ganz ohne Kontrollmechanismen geht es aber nicht: Sollte sich ein Missbrauch dieser Regelung abzeichnen, darf der Provider einschreiten und Gebühren erheben – deren Höhe aber auch reguliert wird. EU-Digitalkommissar Günther Oettinger: „Wir haben derzeit sehr unterschiedliche Telekommunikationspreise in der Europäischen Union.

Die Telekommunikationspreise in Lettland etwa sind um ein sechseinhalbfaches niedriger als die von Irland. Also könnte geschäftsmäßig ein Missbrauch dadurch betrieben werden, dass man SIM-Karten aus Lettland in Irland vertreibt, und der Ire in Dublin nach Dublin telefoniert zu Preisen, die in Lettland bestehen.“ Einfach im günstigen Ausland eine SIM-Karte holen und dann zu Hause dauerhaft nutzen – das wird also nicht möglich sein. Der Provider soll dann 0,04 Euro/min beim Telefonieren 0,01 Euro pro SMS und 0,0085 Euro pro MByte Datenverbrauch erheben dürfen – so der Vorschlag der EU-Kommission. Im Zweifel wird die Regulierungsbehörde klären müssen, ob ein Missbrauch vorliegt oder nicht.

Basieren soll das neue System auf dem Wohnort oder einer „festen Verbindung“ zu einem EU-Staat. Man müsste demnach häufig in dem EU-Staat anwesend sein, in dem der Mobilfunkprovider ansässig ist. Eine Festlegung des Prüfungsablaufs und der Bedingungen im Detail ist bereits in Aussicht: Es stehen noch Gespräche zwischen der EU-Telecom-Regulierungsbehörde BEREC und den beteiligten Telekommunikationsunternehmen an. Der Vorschlag soll dann im Dezember 2016 endgültig abgenommen werden.

Quelle: smartdroid, tagesschau, EU Commission

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