O&O ShutUp10 ist das Daten-Kondom, das jeder Windows-10-Nutzer braucht

Frank Ritter 2

Windows 10 ist ein gutes Betriebssystem, aber auch ziemlich freigiebig, was Daten angeht. Ein unscheinbares Tool macht Schluss damit: O&O ShutUp10. Wer Windows 10 laufen lässt, sollte dieses Tool nutzen.

O&O ShutUp10 ist das Daten-Kondom, das jeder Windows-10-Nutzer braucht
Bildquelle: Getty Images / robstyle.

Seit 20 Jahren arbeite ich mit Windows, kenne die wichtigsten Tricks, Tools, Shortcuts und Workarounds für Probleme. Ich werde nicht auf Linux oder einen Mac wechseln. Nie. Okay, wenn man mich abfüllt oder mit sehr viel Geld besticht vielleicht. So richtig doof finde in Windows eigentlich nur eines: Die vielen, vielen Phone-Home-Funktionen, die Microsoft in sein Betriebssystem integriert. Was die alles von mir wissen wollen … Klar, alles nur zu meinem Besten. Windows 10 hat gegenüber den Vorgängern jedenfalls noch eine Schippe Datenhunger draufgelegt. Nun gibt es aber ein Tool, dass den steten Strom an Daten, die in Richtung Redmond fließen, versiegen lässt. O&O ShutUp10.

Das kleine Utility steht in der Tradition des legendären XP-Antispy und verschafft die Möglichkeit, einzelne Datenverschickungen von Windows selbst oder zu lasche Sicherheitseinstellungen, die Drittanbieter-Apps ausnutzen könnten oder andere Nervereien per Klick zu deaktivieren. Dabei handelt es sich um Einstellungen, die zwar auch anderweitig verfügbar sind, sonst aber tief in Systemmenüs oder Registry-Schlüsseln verborgen liegen. Beispiele gefällig? Mit O&O ShutUp 10 kann man

  • Werbe-IDs zur eindeutigen Erkennung des Nutzers deaktivieren,
  • Verfolgung der App-Starts durch Microsoft verhindern,
  • Cortana ausschalten und
  • die Ortung des Nutzers unterbinden.

Erwähnt sei, dass Windows-Adminrechte zur Nutzung von O&O ShutUp10 genauso notwendig sind wie grundsätzliches Vertrauen in den Entwickler. Da O&O ein Berliner Unternehmen mit sauberer Webseite nebst Impressum ist, das legendäre System-Utility O&O Defrag verantwortet und laut Eigenaussage sogar die NATO mit Software beliefert, vertraue ich denen einfach mal, dass sie keinen Quatsch mit meinem System anstellen.

O&O ShutUp10: Runterladen, starten, empfohlene Einstellungen übernehmen, fertig

Schon der Erstkontakt ist erfreulich einfach: File von der Homepage runterladen, EXE starten und sofort ploppt die Benutzeroberfläche auf –installiert werden muss nichts weiter. Kostenlos und werbefrei ist das nicht mal 900 KB schwere Tool auch noch.

In der Oberfläche kann ich direkt sehen, welche Einstellungen aktuell festgelegt sind und welche mir empfohlen werden – es gibt drei Stufen:

  • empfohlene Einstellungen, markiert durch ein grünes Häkchen,
  • eingeschränkt empfohlene Einstellungen, markiert durch ein gelbes Dreieck und
  • nicht empfohlene Einstellungen, markiert durch ein rotes Ausrufezeichen.

Mit einem Klick auf einen Schieberegler kann ich die bewusste Option aktivieren oder deaktivieren, per Klick auf den Text nähere Informationen zu einer Einstellung einholen, ich kann Einstellungsprofile laden, Systemwiederherstellungspunkte setzen und eine Suchfunktion nutzen.

Ich persönlich fahre übrigens am besten mit den „empfohlenen“ Einstellungen, also denen mit dem grünen Haken. Zusätzlich deaktiviere und deinstalliere ich noch OneDrive, weil ich Microsofts Cloud-Dienst nicht brauche und mich dessen Popups zum Aktivieren von OneNote nerven. Beim Beenden des Tools werden alle Einstellungen übernommen.

Für einige Optionen ist ein Windows-Neustart nötig. Abgesehen davon ist Windows 10 nach 2-5 Minuten abgedichtet. Einziger Wermutstropfen: Microsoft höchstselbst ändert bei größeren Windows-Updates die getroffenen Einstellungen gelegentlich zurück. Alle paar Wochen sollte man das Prozedere also wiederholen.

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