OpenOffice für Mac: Freie Bürosuite für den Apfel

Martin Maciej

Als das US-amerikanische Unternehmen Sun 1999 von der deutschen StarDivision StarOffice 5.2 übernahm und daraus OpenOffice.org machte, gab es OpenOffice nur für die Plattformen Windows, Linux und das Unix-System Solaris. Deren Gemeinsamkeit war die Nutzung von Intel-Prozessoren in der PC-Architektur.

Eine Portierung der freien Bürosuite auf die PowerPC-Architektur von Mac OS war zwar von vornherein geplant, dennoch dauerte es recht lange, bis die erste Version eines OpenOffice für den Mac der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Der Mac-Fenstermanager - X11 oder Aqua

Erst 2006 gelang dem Projekt ab OpenOffice.org 2.0.3 eine zufriedenstellende Umsetzung für Mac-Computer, dabei musste allerdings der X11-Fenstermanager zusätzlich installiert werden, da Apples Aqua-Fenstermanager nicht unterstützt wurde. Um dieses Problem zu lösen, wurde ein neues Projekt OpenOffice.org Aqua gegründet, das als Einzelsoftware über den Entwicklungsstatus aber nicht hinauskam. Immerhin wurde noch eine Betaversion veröffentlicht. Dann ging das Aqua-Projekt in der nächsten Entwicklungsstufe von OpenOffice.org 3.0 auf. Seitdem nutzt OpenOffice.org unter Mac OS Aqua statt X11.

 Der Mac-Prozessor - PowerPC oder Intel

Ein zweites Problem entstand dadurch, dass Apple kurz zuvor mit Mac OS 10.4 auf Intel-Prozessoren umgestiegen war. Daher gab es zwei Installationsdateien für OpenOffice für Mac. Zunächst erschien der Installer für Intel-Macs, kurz darauf der Installer für PowerPC, also Mac OS 10.3 und früher. An diesem grundsätzlichen Problem hat sich bis heute nichts geändert. Die alten PowerPC-Macs werden zwar nach wie vor mit neuen OpenOffice-Versionen unterstützt, der Fokus liegt aber klar auf der neuen Intel-Struktur. OpenOffice für Mac PPC hinkt der aktuellen Entwicklung deshalb meistens etwa einen Versionsschritt hinterher.

Dreimal OpenOffice für Mac

Da OpenOffice.org OpenSource-Software ist, kann der Quellcode von jedem für eigene Anpassungen genutzt werden. Dies machten sich schon 2003 die beiden Entwickler für Mac-Software Patrick Luby und Ed Peterlin zunutze und programmierten unter dem Namen NeoOffice eine eigene Bürosuite für den Mac. Ziel war dabei wie beim Aqua-Projekt eine Lösung ohne X11-Fenstermanager. NeoOffice wird immer noch als Parallel-Projekt weiterentwickelt und bietet gegenüber den offiziellen Versionen von OpenOffice für Mac eine bessere Integration in das Mac-Betriebssystem, da die kostenlose Office-Suite nicht nur kompatibel für den Mac gemacht, sondern zusätzlich native Mac-Funktionen integriert. Dabei nutzt NeoOffice aber weiterhin größtenteils den Programmcode der offiziellen Versionen.

Für Mac-User hat sich die Situation damit nach holprigem Start inzwischen recht komfortabel entwickelt. Neben den beiden offiziellen OpenOffice-Derivaten Apache OpenOffice für Mac und LibreOffice für Mac kann auch noch das etwas Mac-spezifischere NeoOffice genutzt werden. Bei uns finden Sie neben dem OpenOffice Download für Windows auch das offizielle OpenOffice für Mac. Ebenso wie für Windows gibt es übrigens bei den Mac-Versionen von OpenOffice keine 64-Bit-Installationsdatei.

Weitere OpenOffice-Themen:

Microsoft Office oder eine kostenlose Alternative?

Microsoft Office war lange Zeit die unangefochtene Nummer Eins bei Büro-Software. Inzwischen gibt es aber zahlreiche Alternativen, die man sich kostenlos herunterladen kann. Was nutzt ihr lieber? Nehmt an unserer Umfrage teil und erfahrt, wie die anderen Leser abgestimmt haben!

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung