Contra Apple Magic Mouse 2: Erschreckendes Produkt der neuerlichen Routine (Kommentar)

Sven Kaulfuss 23

Was hat Apple sich nur dabei gedacht – statt einer innovativen Lösung präsentiert man uns eine warm aufgegossene Apple-Maus mit handfesten Nachteilen. Während Sebastian die Vorteile erläutert, erkläre ich die Apple Magic Mouse 2 zum großen Fail.

Contra Apple Magic Mouse 2: Erschreckendes Produkt der neuerlichen Routine (Kommentar)

Die „Nagetiere“ aus dem kalifornischen Cupertino polarisieren fortwährend. Wer erinnert sich nicht beispielsweise an die runde Hockey-Puck-Maus des ersten iMac? Hübsch und rund anzusehen aber eigentlich auch komplett unbenutzbar. Damals – ich war gerade frischgebackener und buchstäblich auch der erste Produktmanager bei Cyberport – verkauften wir nahezu zu jedem iMac eine „Ersatzmaus“ eines Drittanbieters oder gerne auch aufsteckbare Plastikaufsätze zugunsten der Ergonomie. Was haben wir gelacht und mächtig Geld mit derlei Zubehör verdient – danke nochmals dafür, lieber Jony Ive, damals schon Designchef bei Apple.

Diese Punkte sprechen gegen die neue Apple-Maus…

Zurück zum neuesten „Geniestreich“, zurück zur Apple Magic Mouse 2. Schaut auf den ersten Blick aus wie der Vorgänger, ist aber laut Apple „komplett anders“ und hierzulande auch etwas teurer (89 Euro)*. Und für mich leider auch ein Sammelsurium an nachvollziehbaren Nachteilen:

  • Statt wechselbarer AA-Batterien (bzw. Akkus) gibt’s einen fest verbauten Lithium-Ionen-Akku. Nachhaltig ist dies nicht unbedingt, denn streikt zukünftig der Akku, fliegt die Maus gleicht mit auf den Müll.
  • Die Kopplung ist allein mit einem Mac unter OS X 10.11 El Capitan möglich! Nicht wenige Anwender, deren Haupt-Software zum Beispiel unter dem großen Berg noch inkompatibel ist, können schlichtweg kein Update vornehmen. Ergo: Die magische Maus dürfen sie nicht benutzen.
  • Der Lightning-Anschluss befindet sich auf der Unterseite der Maus – wie bitte? Dies schaut beim Laden nicht nur leicht dämlich aus, sondern der offene Port wird auf der Unterseite über die Monate und Jahre den Dreck nur so förmlich anziehen. Kein gutes Omen für eine unbeschwerte Zukunft.

Ja, ja…alles richtig, natürlich lädt die neue Maus unglaublich schnell und demnächst gibt’s vielleicht auch eine Dockingstation. Da kann man die leicht bescheuerte Position des Ladeanschlusses schon verschmerzen, oder?

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Apples Mäuse im Überblick: Die „Nager“ der letzten 30 Jahre mit ihren Vor- und Nachteilen.

Apple macht es sich zu einfach: Wo ist die Liebe zum Produktdetail?

Nein, ich kann es nicht! Das Apple-Designteam geht hier den Weg des geringsten Widerstandes. Statt die Maus komplett neu zu erdenken, nimmt man einfach den Vorgänger, verbaut einen Akku und überlegt sich am Ende noch geschwind die Position des Lightning-Anschlusses – irgendwo muss er ja hin, nicht wahr?

Wo ist sie hin, die oft beschworene Liebe zum Detail? Ich vermisse sie in der neuen Apple Magic Mouse 2. Kein revolutionäres, allein ein opportunes Produkt. Das Ergebnis bequemen Denkens, das Resultat der täglichen Routine.

Bei meiner fortlaufenden Liebe zu Apple: Jungs und Mädels, ihr könnt das besser! Gebt euch nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden. Die Perfektion mag unerreichbar sein, aber sie war auch mal erstrebenswert. Beweist es mir und den Rest der alten und jungen Apple-Garde – nur Mut, Kraft und Ausdauer beim nächsten Mal.

Ach so: Und haut diesen neuen Controller da bei euch im Design-Team endlich raus ;-).

Pro Magic Mouse: Sebastians Ansicht

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