Tipps zur Leistungssteigerung des Macs gibt es zuhauf – Mythos oder Wahrheit? Sind mehr Prozessor-Kerne im Mac Pro immer sinnvoll, verlangsamt ein externer Monitor tatsächlich ein MacBook? Was steckt hinter diesen und anderen Annahmen? Wir klären auf...

 

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Facts 

Zu verdanken haben wir die folgenden Erkenntnisse der amerikanischen Macworld. Sie wollten es genau wissen und unterzogen jede Behauptung einem Praxistest. Wir fassen die Ergebnisse für unsere Leser in Kürze zusammen.

1. Mehr Prozessor-Kerne bedeuten auch mehr Leistung?

Vor allem Käufer eines neuen Mac Pros stellen sich diese Frage. Schließlich gibt es die Power-Röhre wahlweise mit vier, sechs, acht oder gar 12 Prozessor-Kernen – jeweils verbunden mit einem saftigen Aufpreis. Erwähnenswert: Die Taktung der Kerne verringert sich mit ihrer Anzahl. Der Quad-Core arbeitet beispielsweise mit 3,7 GHz, der 12-Kerner muss sich hingegen mit 2,7 GHz begnügen.

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So sehen eure Mac-Schreibtische aus
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Mehr Kerne = mehr Leistung? Nicht immer!

In der Praxis zeigt sich ein Prozessor mit mehreren Kernen tatsächlich schneller. Allerdings nur dann, wenn die Software die vielen Kerne auch zu nutzen weiß. Bei den meisten Anwendungen wie beispielsweise iTunes, Aperture und bei der Datenkomprimierung kehrt sich der vermeintliche Vorteil zum Nachteil. Ein 12-Kerner ist dann in Wahrheit sogar langsamer.

Ergo: Die meisten Anwendungen können nur maximal vier Kerne nutzen. Nur bei speziell angepassten Softwaretiteln sind mehr Kerne sinnvoll. Die Mehrheit der Nutzer (Allrounder) ist also mit einem höher getakteten Quad-Core-System besser bedient.

2. Ein externer Monitor am MacBook birgt Leistungsverlust?

Kurze Antwort: Blödsinn! Weder bei aktuellen MacBooks noch bei älteren Varianten konnten signifikante Unterschiede festgestellt werden. Ein extern angeschlossener Monitor verringert die Leistung eines MacBooks nicht – Punkt.

3. SSDs mit geringer Kapazität sind langsamer als SSDs mit hoher Kapazität?

Die Antwort: Ja und nein. SSDs mit mehr Speicherplatz aus derselben Serie eines Herstellers können Daten vor allem schneller schreiben. Bei der Lesegeschwindigkeit ergibt sich jedoch kein wirklicher Vorteil – sie liegen gleichauf. Überprüft wurden diese Ergebnisse mit SSDs von Samsung (EVO 840) und Toshiba (Q-Serie).

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Immerhin: Die Schreibgeschwindigkeit profitiert tatsächlich von SSDs mit höherer Kapazität.

4. Freier Speicherplatz auf dem Startvolume verbessert die Leistung des Macs?

Eine Aussage, die in erster Linie auf traditionelle Festplatten tatsächlich zutrifft. Je voller das Starvolume ist, desto mehr verringert sich die Geschwindigkeit der Platte – und zwar erheblich. Anwender sollten also darauf achten, Speicherplatz freizuhalten – mindestens 20 Prozent. Bei SSDs zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Messbare Unterschiede konnten erst bei einem Füllstand von 97 Prozent nachgewiesen werden. Ein weiterer Vorteil für den Einsatz der schnellen Flash-Speicher.

5. Mehr Arbeitsspeicher führt immer zur Leistungssteigerung?

Überraschende Antwort: Nein (jedenfalls nicht immer)! Wie immer kommt es auf die Anwendungen an. Eine App wie Photoshop beispielsweise profitiert in jedem Fall von mehr Arbeitsspeicher – die Zeit der Rechenoperationen verkürzte sich erheblich. Andere Anwendungen zeigen sich hingegen unbeeindruckt im Angesicht von mehr Arbeitsspeicher. Besonders kurios: iPhoto und Aperture führten Importarbeiten sogar langsamer aus, je mehr Speicher installiert war. Gleiches gilt für Kopiervorgänge und Dateikomprimierungen.

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Unbegrenzt viel RAM ist auch nicht sinnvoll.

Im Ergebnis: 8 GB RAM ist für die meisten Anwender derzeit der sinnvollste Kompromiss.

6. Schnelle Grafikkarten sind nur nützlich für Spiele?

Auch diese Behauptung ist heutzutage schlichtweg falsch. Viele Anwendungen unterstützen mittlerweile OpenCL um derart schnelle Grafikkarten zu nutzen. Im Test stellten Photoshop und Final Cut Pro X diese Tatsache unter Beweis. Ergo: Wer seinen Rechner nicht nur zum Surfen nutzt, der darf auch gerne etwas mehr in eine bessere Grafikkarte investieren.

Quelle: Macworld

Bildquelle: Apple und myth versus reality... von shutterstock

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