Mac OS X 10.4 Tiger: Feindliche Übernahme

Der Entwicklungszeitraum für die nächste Version des Mac-Betriebssystems nahm diesmal etwas mehr Zeit in Anspruch. Nicht 2004, sondern erst 2005 erschien Mac OS X 10.4 Tiger. Rückblickend betrachtet dürfte Tiger eines der wichtigsten Updates in der Geschichte von Mac OS X gewesen sein. Dafür verantwortlich zeichnet jedoch weniger die gewachsene Funktionsvielfalt, als vielmehr der begleitende Plattformwechsel des Macs.

Im Sommer 2005 kündigte Apple den systemweiten Umstieg auf Intel-Prozessoren an. Dieser sollte im kommenden Jahr begonnen und abgeschlossen werden. Mac OS X 10.4.4 lief so erstmals offiziell auch auf Intel-Macs. Ein lang geplanter Coup, denn laut Steve Jobs wurde jede Version von Mac OS X von Anbeginn auch im Geheimen für die Intel-Plattform entwickelt. „Die Katze aus dem Sack“ ließ man dann mit dem Tiger. Doch Vorsicht: Tiger gab es folgerichtig getrennt in zwei Versionen – einmal für den PowerPC, einmal für Intel-Prozessoren. Nur die PowerPC-Version konnte noch auf eine Classic-Umgebung für Mac OS 9 zurückgreifen. Die Intel-Variante besaß mit „Rosetta“ hingegen eine neue Laufzeitumgebung für unter Mac OS X lauffähige PowerPC-Programme. Zudem beherrschte Tiger eine eingeschränkte Unterstützung von 64-Bit-Prozessoren.

 

OS X 10.9

Facts 
Apple integrierte als einer der ersten Anbieter eine systemweite Desktop-Suche auf Meta-Basis: Spotlight.

Tiger bescherte uns zudem eine Reihe von Features, die es so oder in leicht abgewandelter Form auch heute noch gibt: Spotlight (systemweite Metasuche), Automator (Skriptprogramm), Dashboard (Widgets auf dem Schreibtisch) und den damals noch neuen Videocodec H.264.

Veröffentlicht: 29. April 2005
Letzte Version: 10.4.11 (14. November 2007)

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Mac OS X 10.5 Leopard: Offen für Windows

Für Leopard veranschlagte Apple nochmals einen längeren Zeitraum für die Entwicklung. So erschien Mac OS X 10.5 erst im Herbst 2007. Verantwortlich hierfür waren knappe Ressourcen beim Hersteller. Die Fertigstellung des iPhones hatte oberste Priorität, der Mac musste deshalb noch etwas länger mit dem Tiger auskommen. Mac OS X 10.5 sollte das letzte System-Update für PowerPC-Macs sein, mit dem kommenden Mac OS X 10.6 Snow Leopard ließ Apple die Unterstützung der nun veralteten Plattform endgültig fallen.

Optisch wurde das Mac-System nochmals aufpoliert: Transparente Menüleisten, ein 3D-Dock und ein Finder mit neuer Seitenleiste bestimmten das Bild. Funktional gab es gleichfalls eine Vielzahl von Neuerungen: Integration von Cover Flow in der Finder-Ansicht, Stapel (Stacks) im Dock, Spaces (virtuelle Arbeitsbereiche), Quick Look (schnelle Dateivorschau) und Time Machine (automatisiertes Backup).

Besonders interessant für PC-Nutzer war die Integration von Boot Camp. Anwender konnten so bequem und ohne Tricks parallel eine Windows-Partition mit dem Mac erstellen – im Handumdrehen hatte man ein Dual-Boot-System. Selbstredend funktionierte dies nur mit Intel-Macs. Im Unterschied zu Tiger war Leopard vom Start weg als Universal Binary angelegt. Meint: Für PowerPC- und für Intel-Macs gab es nur eine System-DVD im Handel.

Veröffentlicht: 26. Oktober 2007
Letzte Version: 10.5.8 (28. August 2009)