Mac OS X 10.6 Snow Leopard: Update zum Schnäppchenpreis

Im Sommer 2009 schlich sich der Schneeleopard auf die Festplatten der Mac-User. Aller Mac-User? Nein. Wie zuvor schon bemerkt, wurde ein Intel-Prozessor zwingend vorausgesetzt. Vorderhand optimierte Apple das System im „nicht sichtbaren Bereich“, grundlegend neue Funktionen suchte man dagegen vergebens. So wurde die 64-Bit-Unterstützung weitestgehend abgeschlossen. Fast alle mitgelieferten Programme profitierten davon. Einzige Ausnahme damals: iTunes. Der Finder wurde komplett neu geschrieben, auf der Festplatte beanspruchte 10.6 ganze sechs Gigabyte weniger Platz und Grand Central Dispatch optimierte die Nutzung von Mehrkernprozessoren.

Absolut überraschend war bei Mac OS X 10.6 Snow Leopard der Preis von nur knapp 30 Euro. Erstmals wurde ein neues System als reines Upgrade beworben. Zuvor kaufte man sich per se immer eine Vollversion für circa 130 Euro. Lizenztechnisch musste der Nutzer schon Mac OS X 10.5 Leopard besitzen. Praktisch unterlag dies aber keiner direkten Kontrolle. Über einen „Clean Install“ ließ sich auch Snow Leopard als neues System aufsetzen – legal war dies jedoch nicht. Offiziell erhielt man eine Vollversion nur im Bundle mit iLife und iWork für knapp 170 Euro – Apple benannte dies „Mac Box Set“.

 

OS X 10.9

Facts 
Die Änderungen in Snow Leopard zeigten sich vor allem "unter der Haube".

Mit Version 10.6.6 (6. Januar 2011) konnte der Schneeleopard auf den Appleeigenen Mac App Store zugreifen. Grundvorrausetzung für den Erwerb der folgenden Systemversion. Apropos: Noch heute nutzen nicht wenige Anwender Mac OS X 10.6. Warum? Mit OS X 10.7 Lion verzichtete Apple auf die Unterstützung von PowerPC-Programmen – Rosetta wurde zu den Akten gelegt. Ergo müssen Nutzer zum Teil hohe Investition in neue Programmversionen tätigen, die kompatibel zur Intel-Plattform sind. Unterm Strich: Ein (zu) teures Unterfangen für eine Vielzahl von Mac-Nutzern.

Veröffentlicht: 28. Oktober 2009
Letzte Version: 10.6.8 v1.1 (25. Juli 2011)

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(Mac) OS X 10.7 Lion: Paradigmenwechsel

Für Apple und die Anwender bedeutete (Mac) OS X 10.7 Lion eine Umkehr von einer Vielzahl althergebrachter Gewohnheiten. Erstmals verschwand die Bezeichnung „Mac“ in der Vermarktung des Systems. Übrig blieb nur OS X Lion. Nicht mehr enthalten war ebenfalls die PowerPC-Emulation Rosetta – Programme der älteren Plattform wurden nicht mehr unterstützt. Abschied mussten die Nutzer gleichfalls nehmen von Front Row (Mediencenteroberfläche) und der vorinstallierten Java-Laufzeitumgebung. Letztere konnte man jedoch noch nachträglich installieren.

Lion integrierte zudem erstmals Elemente von iOS (beispielsweise das Launchpad), was sich unter anderem durch eine verstärkte Multi-Touch-Unterstützung zeigte. Weitere Funktionen (Auswahl): Vollbildmodus von Programmen, Mission Control (Kombination von Spaces, Exposé, Dashboard und Vollbildprogrammen), FileVault2 (Full-Disk-Verschlüsselung, AirDrop (vereinfachter Datentausch über WLAN) und nicht zuletzt die feste Integration des Mac App Stores.

Apropos: Lion wurde als Download über den Mac App Store angeboten. Wie schon zuvor bei Snow Leopard verstand sich Lion als ausschließliches, sehr kostengünstiges Update zur Vorversion – der Besitz von Snow Leopard war demnach Voraussetzung und Pflicht. Allerdings konnten findige Anwender in Eigenregie USB-Sticks für die Installation erstellen und so einen „Clean Install“ vornehmen. Ohne Snow Leopard war dies jedoch nicht legal. Apple selbst verkaufte zu einem späteren Zeitpunkt eine Lion-Version auf einen USB-Stick. Natürlich zu einem wesentlich höheren Preis.

Veröffentlicht: 20. Juli 2011
Letzte Version: 10.7.5 (4. Oktober 2012)