OS X 10.9 Mavericks und Tethering: Tückische „Kostenfalle“ für den Anwender (Kommentar)

Sven Kaulfuss 2

Dieser Tage erlebte ich eine böse Überraschung – vielen Dank OS X 10.9 Mavericks! Was eigentlich ein Komfortmerkmal sein soll, entpuppt sich in der Praxis aufgrund der nicht durchdachten Umsetzung als Kostenfalle.

OS X 10.9 Mavericks und Tethering: Tückische „Kostenfalle“ für den Anwender (Kommentar)

OS X 10.9 Mavericks: Updates automatisch suchen, laden und installieren

Dem iOS 7 gleich, vermag auch OS X 10.9 Mavericks automatisch nach Updates im Mac App Store zu suchen, diese im Hintergrund zu laden und auf Wunsch gleich zu installieren. Auf den ersten Blick eine bequeme Funktion für den Anwender. Wer Mavericks installiert, findet im Normalfall sowohl die automatische Update-Suche als auch die Funktion zum automatischen Laden im Hintergrund aktiviert – so auch bei mir. Letzteres stellt sich als gewichtiges Problem heraus.

In Zeiten von unbegrenzten Kabel- und DSL-Flatrates dürften sich die wenigsten Anwender Gedanken über ihren Datenverbrauch machen. Kostet ja nichts extra, ist schon bezahlt. Gleiches gilt natürlich für den Anschluss in der Firma. Allerdings gilt diese Feststellung mitnichten für mobile Datenverträge. Wer Pech hat, muss mit wenigen hundert Megabyte im Monat auskommen – danach wird gnadenlos bis in den Bereich der Unbrauchbarkeit gedrosselt.

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Mavericks und Tethering: Apple „stiehlt“ mein Datenvolumen

Das Problem im Zusammenhang mit den automatischen App-Updates? Mavericks kümmert sich nicht um die Art der Netzwerkverbindung. Gleich ob über Ethernet, WLAN, oder Tethering per iPhone, iPad (USB, Bluetooth oder persönlicher Hotspot) – die Update-Daten werden ohne Nachfragen und Wissen des Anwenders heruntergeladen.

So auch bei mir. Ich staunte nicht schlecht, als mir mein hilfreiches Widget (iStat Pro) während einer Tethering-Session mit dem iPhone (über USB) schon nach wenigen Minuten mehrere hundert Megabyte an Download-Traffic anzeigte. Was war da los? Hastig schloss ich alle offenen Browser – vielleicht hatte ich ja noch unbeabsichtigt einen Download oder einen Stream aktiv? Fehlanzeige! Sekündlich rinnen mir meine wertvollen Daten-Pfründe dahin. Schnell das USB-Kabel gekappt und kurz gegrübelt. Wenig später erinnerte ich mich an die neue Funktion der automatischen App-Updates. Ich öffnete die Systemeinstellungen, navigierte zielsicher zum Kontrollfeld „App Store“ und fand den Schuldigen. Entschlussfreudig deaktivierte ich „Neu verfügbare Updates im Hintergrund laden“. Danach konnte ich die Tethering-Session fortsetzen, ohne dass Apple mich meines wertvollen Datenvolumens beraubte – Fall gelöst.

Übrigens: Ganz konkret wollte mir Mavericks am gestrigen Donnerstag das jüngste Update auf Aperture Version 3.5.1 unterjubeln – bescheidene 557 MB. Erst bei knapp 400 MB konnte ich die Reißleine ziehen.

Problemlösung für die Zukunft: Nutze die Netzwerkerkennung

Fall gelöst? Nicht wirklich. Zwar hielt sich mein „Schaden“ in Grenzen – immerhin bin ich Nutznießer einer großzügigen mobilen Flatrate mit einem Datenvolumen von 5 Gigabyte. Andere Nutzer mit wesentlich weniger Volumen werden hingegen erbost sein, sollte es ihnen wie mir ergehen. Vor jeder Tethering-Session zukünftig manuell die Funktion zu deaktivieren kann nicht die Lösung sein.

Dabei wäre es für Apple so einfach. Das Betriebssystem weiß über die Art der Netzwerkverbindung. Wird diese per Tethering hergestellt, so sollte die Funktion des automatischen Ladens im Hintergrund per se deaktiviert sein. Natürlich könnte man es dem Anwender im zweiten Schritt überlassen, sich bewusst, auch bei einer Mobilfunkverbindung, für die Funktion zu entscheiden. iOS 7 macht es schon vor und überlässt dem Nutzer die Entscheidung, ob Updates auch per Mobilfunk vorgenommen werden sollen. Ergo: Zurück an den Zeichentisch liebe Programmierer und bitte nachbessern!

Bildquelle (Titel): Apple und Robber hiding under a wall von shutterstock

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