On1 Photo RAW im Test: Bildbearbeitung mit Special Effects

Sebastian Trepesch

On1 Photo RAW ist eine funktionsreiche Universallösung zur Verbesserung von Bildern, aber auch zur Katalogisierung. GIGA hat sich die kürzlich veröffentlichte Version 2018.5 angeschaut. Kann die Lightroom-Alternative überzeugen?

On1 Photo RAW ist keine Lightroom-Kopie. Lightroom-Nutzer müssen sich somit etwas umgewöhnen, dafür gibt es andere Vorzüge. Auffällig wird schnell der große Funktionsumfang: On1 Photo RAW bietet neben den klassischen Bearbeitungsfunktionen zum Beispiel Ebenen, HDR- und Panorama-Erstellung, Effekte und Tethered Shooting über USB mit ausgewählten Nikon- und Canon-Kameras.

Ein Bildimport ist nicht notwendig: In On1 Photo RAW navigiert man wie in DxO PhotoLab in der Ordner-Struktur der Festplatte, Mediatheks-Funktionen (Sterne-Wertung, Tags etc.) bekommt man trotzdem. Man kann sogar die Kennzeichnungen aus Lightroom mitnehmen. So fühlt man sich nicht an eine Software gebunden, und startet ohne Berührungsängste. Die Änderungen speichert die Software in einer xmp-Datei ab.

On1 Photo Raw im Test: Unser Fazit

Der Funktionsumfang ist groß, bis hin zur Möglichkeit, Bilder und (mitgelieferte) Effekte ineinanderzukopieren. Viele Presets helfen, sich zu passenden Einstellungen durchzuklicken.

Sowohl bei den Presets als auch den klassischen Tools sollte man aber stets ein Auge darauf werfen, den Bildeindruck nicht ins Künstliche rutschen zu lassen – das passiert leicht. Wer das beherzigt (oder sogar gezielt wünscht), der bekommt mit On1 Photo RAW einen sehr hilfreichen Bildentwickler. Der schnellste ist er allerdings nicht – zumindest nicht auf dem Mac.

Testwertung On1 Photo Raw

  • Funktionen: 90 Prozent
  • Bedienung und Geschwindigkeit: 75 Prozent
  • Qualität: 80 Prozent

Gesamtwertung: 82 Prozent

On1 Photo RAW 2018.5 gibt es für Mac und Windows direkt beim Entwickler, aktuell (rund 85 Euro). Die  lang uneingeschränkt nutzbar.

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On1 Photo Raw im Test: Das hat uns gut gefallen

  • Die Oberfläche ist ansprechend und übersichtlich gestaltet.
  • Zahlreiche Filter und Presets helfen beim Bearbeiten der Bilder und dem Finden von passenden Einstellungen. Zudem kann man Effekte hineinmontierten – angefangen von Bokeh über Papiersorten bis hin zu Wetter-Vorlagen. Die Ebenenfunktion hilft dabei.
  • Lokale Anpassungen legt man als einzelne Ebenen an, um die einzelnen Schritte im Nachgang ändern oder aufheben zu können. Das funktioniert gut.
  • Die automatischen RAW-Korrekturen haben uns sehr gut gefallen: Unsere Testkarte hat On1 weniger extrem als DxO PhotoLab entwickelt, eher im Stile des Kamera-JPEGs und Lightroom. Ein Porträt ist farblich fast noch besser als alle Konkurrenten gelungen, lediglich bei einer Stadtansicht wollten wir manuell die Tiefen und den Kontrast noch etwas verstärken.
  • Auch ohne Bildimport kann man in On1 Photo RAW Alben anlegen:

  • Die Ergebnisse sollen etwas kitschig werden oder einen leicht künstlichen HDR-Look bekommen? Bitteschön, mit On1 Photo überhaupt kein Problem! (Bildbeispiel auf der zweiten Seite.)
  • Manch Standard-Tool ist pfiffig gelöst: Zum Beispiel kann man den Weißabgleich als Kelvin-Wert, aber auch als Veränderung zum Kamera-Wert einstellen. Für die Rauschreduzierungs- und Schärferegler kann man auf die Presets Low und High zurückgreifen oder eigene abspeichern.

Was hat uns an On1 Photo RAW im Test nicht gefallen? Und was sollte man außerdem wissen? Siehe zweite Seite:

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