Es sei das erste AI-basierte Fotooptimierungs-Tool, erklären die Entwickler: Das neue Photolemur für Mac analysiert die Motive und verbessert auf dieser Basis die Bilder. Regler gibt es nur einen einzigen – und damit ist die App für jedermann schnell bedienbar.

 
Photolemur
Facts 

Nicht lange herumdoktern, sondern schnell zum optimalen Ergebnis kommen – das ist die Intention für Photolemur. Im Gegensatz zu normalen Bildautomatiken, die einfach den Schwarzwert bis zur unteren Grenze ziehen, bei flauen Farben die Kontraste anheben und ähnliches, betrachtet sich Photolemur, was auf dem Foto abgebildet ist: Die App analysiert das Foto auf Objekte, Gesichter, Himmel etc und will zudem erkennen, ob es sich zum Beispiel um eine Landschaftsaufnahme oder ein Portrait handelt.

Mit diesem Wissen wird nun eine Bildoptimierung vorgenommen, fest definierte Filter gibt es nicht. Dynamisch angepasst werden unter anderem verlorengegangene Farben (bei RAW-Fotos funktioniert das natürlich besser), die Belichtung und der Weißabgleich. Unnatürlicher Dunst wird erkannt und entfernt, Gesichter optimiert, JPG-Unschärfe und Bildrauschen beseitigt. Mit nur einem einzigen Regler kann der Nutzer eingreifen: Realistische versus lebhafte (farbenfrohe) Darstellung. Allerdings: Je mehr man den Regler Richtung „Realistic“ zieht, desto heller wird das Bild beziehungsweise die Schattenpartien – das führt nicht unbedingt zu einer realistischeren Darstellung.

Photolemur will dazulernen, zum Beispiel aus dem Abspeichern von Fotos. Die App interpretiert dies als Erfolgsmeldung für eine vernünftige Optimierung des Bildes.

Knackigere Farben, der Himmel etwas abgedunkelt, die Kontraste in den Wolken erhöht – für manch einen nur etwas zu viel von allem.
Knackigere Farben, der Himmel etwas abgedunkelt, die Kontraste in den Wolken erhöht – für manch einen nur etwas zu viel von allem. JPG-Bild geschossen mit dem iPhone SE.
Das Gras wird umso mehr aufgehellt, je mehr man den Regler Richtung „Realistic“ zieht. RAW der Olympus Pen E-PL8.
Das Gras wird umso mehr aufgehellt, je mehr man den Regler Richtung „Realistic“ zieht. RAW der Olympus Pen E-PL8.

Photolemur – ein Fazit

Photolemur behandelt die Fotos recht stark – was man mögen, beziehungsweise was zum Motiv passen muss. Abgesehen davon war in unseren Tests die Optimierung oft gut, vereinzelt lag die App mit dem Weißabgleich aber gründlich daneben. Spätestens hier wünscht man sich deutlich mehr manuelle Eingriffsmöglichkeiten.

Insgesamt kommt man oft in der Tat schnell und einfach zu einem Ergebnis. Mit etwas Fingerspitzengefühl kann man aber mit der Fotos-App von macOS Sierra noch etwas mehr aus manch Bild herausholen. Praktisch: Photolemur lässt sich als Erweiterung in der Fotos-App nutzen, so dass eine Kombinationsmöglichkeit beider Anwendungen leicht möglich ist.

Jetzt zur Veröffentlichung der Software gibt es die Mac-App zusammen mit Lens Flare Studio für 29 US-Dollar (knapp 28 Euro). Übrigens sind für 2017 auch eine Windows-Anwendung sowie mobile Apps geplant.

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