Original oder Photoshop: Verschwörungstheorien in Bildern

Katharina Sckommodau 8

Verräterische Spiegelungen im Visier eines Astronauten, verschollene sowjetische Kosmonauten oder fehlende Flugzeugtrümmer beim Pentagon – bei Verschwörungstheorien spielen Bilder und deren Bearbeitung oft eine große Rolle.

Original oder Photoshop: Verschwörungstheorien in Bildern

In  Photoshop und in Photoshop Elements lassen sich störende Telefonleitungen spielend leicht entfernen. Gerade was das Entfernen von unerwünschten Bildbereichen betrifft, ergeben sich mannigfaltige Verwendungsmöglichkeiten, etwa das Entfernen unerwünschter Personen auf einem Foto. Ebenso können auch fehlende Details schnell ins Bild kopiert werden. Mit etwas Übung, oder über die Anleitung eines passenden Photoshop Tutorials, sind solche Bild-Manipulationen dann schnell erlernbar. Folgender Artikel zeigt, wie Bildmaterial bei Verschwörungstheorien eingesetzt wird – mit oder ohne Manipulationen.

Die erste Mondlandung

Laut Verschwörungstheorie ist die erste Mondlandung eine Täuschung der US-amerikanischen Regierung und der NASA. Begründet wurde diese Verschwörungstheorie durch den amerikanischen Autor Bill Kaysing, der 1976 das Buch We Never Went to the Moon: America’s Thirty Billion Dollar Swindle veröffentlicht hatte. Angeblich wurden Mondszenen in einem Filmstudio der geheimen Militärbasis Area 51 gedreht.

Diese Ansätze Kaysings nahm im Jahr 2001 der US-amerikanische Fernsehsender Fox mit dem Bericht Did We Land on the Moon? wieder auf, der in Deutschland von Spiegel TV gesendet wurde. Alle Saturn-Raketen seien unbemannt gestartet. Um das zu vertuschen, seinen die drei verbrannten Astronauten Chaffee, White und Grissom getötet worden.

Als Beleg zu dieser Verschwörungstheorie gelten auch Videos und Bilder. Zum Beispiel die Bilder während der Außerbordaktivität der Apollo-15-Mission: Das erste Bild (links) zeigt den Hadley-Apennin im Hintergrund. Das zweite Foto (rechts) wurde knapp zwei Kilometer vom ersten Motiv entfernt etwa 1½ Stunden später aufgenommen und zeigt die gleiche Hügelkette im Hintergrund (Bildquelle: Wikipedia, NASA, Horst Frank).

Eine genaue Analyse widerlegt jedoch die Behauptung, bei den Bergen handle es sich um eine Kulisse. Übereinander gelegt verschieben sich die Hügel, was bei einer Kulisse so nicht zu sehen wäre (Bildquelle: Wikipedia, NASA/Apollo 15 Image Library).

Viele NASA-Aufnahmen zeigen die Fadenkreuze der Kameras, die zur Vermessung dienen. Dass auf diesen Bildern manche Kreuze scheinbar durch Objekte verdeckt sind, wurde als Beweis für Fotomontagen interpretiert. Letztendlich handelt es sich jedoch dabei um den fotografischen Effekt des Ausblutens, bei dem die Farben an den Grenzen ineinander laufen: Die Kreuze auf der Flagge sind hauptsächlich im Bereich der weißen Streifen nicht zu sehen, erscheinen jedoch vor den roten. Das folgende Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Foto der Apollo-Mission 12. Der beschriebene Effekt ist besonders am Flaggenmast zu erkennen (Bildquelle: Wikipedia, NASA Apollo Archive).

Ein Bild zur Mondlandung wurde jedoch tatsächlich manipuliert: Raumfahrthistoriker David Harland fertigte eine Montage an, auf der sich im Visier eines Astronauten gleich zwei andere spiegelten. Offensichtlich eine Fälschung, da höchstens zwei Astronauten gleichzeitig auf der Mondoberfläche waren. Harland hat – nach eigener Aussage – das Foto als Scherz für das Apollo Lunar Surface Journal manipuliert. Dieses Bild wurde übrigens bei Wikimedia Commons als eine der hervorragendsten Bild-Dateien gewertet und war am 20. Mai 2005 Bild des Tages (Bildquelle: Wikipedia, NASA Apollo Archive).

Fazit: Weder die Berge, noch die hier abgebildeten Fotos sind hier gefälscht. Ebenfalls bei den teilweise fehlenden Fadenkreuzen handelt es sich nicht um Bildretusche, sondern um einen fotografischen Effekt. Das einzig manipulierte Bild war ein Scherz und hat nichts mit einer Verschwörungstheorie zu tun. (Quelle zum Text: Wikipedia, Verschwörungstheorien zur Mondlandung)

Auf der nächsten Seite geht’s weiter mit Phantom-Kosmonauten, dem 11. September 2001 und  Bin Laden!

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • SVG zu PNG: Rastergrafiken in Vektorgrafiken umwandeln – und andersrum

    SVG zu PNG: Rastergrafiken in Vektorgrafiken umwandeln – und andersrum

    Skalierbare Vektorgrafiken bieten sich gegenüber herkömmlichen Rastergrafiken für Logos, Illustrationen, Cliparts oder Karten an, da sie ohne Qualitätsverlust vergrößert und gedreht werden können. Wenn ihr jedoch eine SVG-Datei in einem normalen Grafikprogramm bearbeiten wollt, müsst ihr sie zunächst in ein anderes Bildformat wie PNG umwandeln.Auch andersrum könnt ihr ein erstelltes PNG in eine Vektorgrafik...
    Thomas Kolkmann
  • Microsoft Office 2019: Neuerungen im Überblick

    Microsoft Office 2019: Neuerungen im Überblick

    Office 2019 erscheint in der zweiten Jahreshälfte 2018, wie gewohnt wird es auch bei dieser Version einige neue Features geben. Wir geben euch einen Ausblick, welche Neuerungen euch bei Office 2019 erwarten.
    Selim Baykara
  • Bilder vektorisieren: So wandelt ihr Bitmap-Grafiken mit Inkscape um

    Bilder vektorisieren: So wandelt ihr Bitmap-Grafiken mit Inkscape um

    Um aus einer Bitmap-Grafik eine wirklich frei skalierbare Vektorgrafik zu machen, muss diese zwingend nachgezeichnet werden. Zum Glück bietet das freie Vektorgrafikprogramm Inkscape ein automatisches Werkzeug an, mit dem sich Bilder schnell und einfach vektorisieren lassen.
    Thomas Kolkmann
* gesponsorter Link