Original oder Photoshop: Verschwörungstheorien in Bildern

Katharina Sckommodau 8

Phantom-Kosmonauten

Eine weitere Verschwörungstheorie beschäftigt sich mit sowjetischen Kosmonauten, die Anfang der 1960ger Jahre angeblich im All verschwunden sind. Dazu die Geschichte: Die sowjetische Regierung meldete bei einigen Weltraumprogrammen nur Erfolge, Fehlschläge wurden oft durch zurückgehaltene Informationen vertuscht. So wurden etwa Sonden erst nach dem Erreichen ihres Ziels benannt, verunglückte Kosmonauten wurden mittels Bildbearbeitung einfach aus dem Bild retuschiert.

Diese Verschleierungen versuchten die beiden italienischen Brüder Judica-Cordiglia aufzudecken. Dazu bauten sie in den Bergen, in der Nähe der italienischen Stadt Turin, einen Bunker zu einem Funkhorchposten um, genannt Torre Bert, in dem sie verschiedene Raumflüge aufzeichneten. Dabei erwies sich die geografische Position ihrer Station als besonders geeignet für den Empfang von sowjetischen Raumfahrzeugen, die regelmäßig das nördliche Italien überflogen. Dank der fortgeschrittenen Ausrüstung konnten die zwei Italiener bald die Überflug-Zeiten der verschiedenen Raumsonden ermitteln.

In Torre Bert wurden verschiedene Aufnahmen gemacht, die auf die verschollenen Phantom-Kosmonauten deuten könnten: So empfingen sie Ende 1960 einen Morse-Nachricht mit dem Inhalt SOS to the world. Diese Signale konnten angeblich drei Tage lang empfangen werden und sollen auch von der Sternwarte in Bochum aufgefangen worden sein. Etwa zwei Monate später waren der Herzschlag und eine mühsame Atmung eines scheinbar sterbenden Kosmonauten zu hören. Angeblich soll zu dieser Zeit ein geheimer Raumflug durchgeführt worden sein, auf dem der Kosmonaut bewusstlos wurde und starb – neben Torre Bert gab es jedoch keine anderen Aufzeichnungen davon. Ende Mai des Jahres 1961 wurde ein weiteres Signal empfangen, angeblich auch in Alaska und in Schweden. Diesmal stammte es von einer weiblichen russischen Kosmonautin, die wohl Angst vor einem unkontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre hatte. Ende des selben Jahres empfangen die Brüder eine männliche, russische Stimme, welche abrupt abbrach. Dieses Signal wurde angeblich auch in Tokio, Dakar, Sydney und Bochum empfangen.

Die ersten Bilder sind als die „Sochi“-Fotografien bekannt, da sie am Schwarzen Meer im Ferienort Sochi im Mai 1961 kurz nach dem erfolgreichen Augenhöhlenflug von Yuri Gagarin aufgenommen wurden. Oben das Original, im retuschierten Bild unten fehlt ein Herr in der oberen Reihe! (Quelle zum Text: satellitenwelt.de , Bildquelle: lostcosmonauts.com)

 

11. September 2001: Fehlendes Flugzeug beim Angriff auf das Pentagon

Im Jahr 2002 stellte Thierry Meyssan die These auf, der Schaden am Pentagon könne nicht durch ein Flugzeug entstanden sein, da die Schäden am Gebäude zu schmal seien und keine Trümmer des Flugzeugs zu sehen waren. Meyssan mutmaßte, der Angriff könne durch ein, mit Sprengstoff beladenen Lkw oder ein Marschflugkörper verursacht worden sein.

Diese Theorie wurde durch mehrere Augenzeugen und Fakten widerlegt. So zeichnete etwa eine Überwachungskamera auf einem Parkplatz den Einschlag auf. Die laut Verschwörungstheorie zu schmale Einsturzstelle kam durch den Einschlag eines Fahrgestellrades zustande, ein Flügel riss bereits vor dem Aufprall ab. Ausführliche Informationen liefert Wikipedia, hier ist auch das Bild in hoher Auflösung zu finden.

Das Foto, das als Beweis dieser Verschwörungstheorie dienen soll, wurde von der US-amerikanischen Regierungsbehörde am 14. September 2001 erstellt. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass es sich um eine Fälschung handelt.

2011: Ist Bin Laden wirklich tot?

Solche Fragen geisterten nach der Nachricht über den Tod des al-Qaida-Chefs Osama bin Laden durch die Menge. Besonders haben sich damit die Mitglieder der Tea-Party-Bewegung auseinandergesetzt (Quelle: taz).

Als Beleg dafür, dass Bin Laden trotz etwaiger Bildbeweise nicht unbedingt tot sein muss, zeigt der Moderator Glenn Beck in einem Blog-Eintrag auf seiner Webseite glennbeck.com, wie eine Fälschung des toten Bin Ladens entstanden sein könnte: Der Eintrag zeigt eine Aufnahme von Bin Laden, ein weiteres Foto eines Fremden, und dann die Montage beider Bilder.

Tatsächlich sind solche Montagen mit Photoshop völlig problemlos so zu bewerkstelligen, dass das Resultat für ein Original gehalten werden kann. Beim vorliegenden Beispiel hilft zwar die schlechte Qualität der beiden Ausgangsbilder gewisse Schwächen der Bildbearbeitung zu verschleiern, dennoch kann das Ergebnis genaueren Prüfungen nicht standhalten: So wurde beispielsweise der Bereich um die Augen komplett aus dem Bild des Fremden übernommen. Bin Laden hat jedoch eine völlig andere Augenform; solche Bereiche hätte der Bildbearbeiter mit dem Formgitter sehr gut anpassen können. Nase und Mund stammen offensichtlich von Bin Laden und wurden nur in der Struktur und in der Farbe etwas angepasst. Wer jedoch „Verletzungen dieser Art“ hat, der wird wohl kaum noch leuchtend weiße Zähne zeigen. (Quelle: glennbeck.com)

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