Remix OS for Mobile: Neues Feature verwandelt dein Smartphone in einen PC

Thomas Lumesberger 1

Mit Singularity bringen die Entwickler von Remix OS ein Feature, mit dem sich das Smartphone bequem in einen PC verwandeln lässt. Es gibt allerdings einen großen Haken an dem Konzept.

Remix OS: Singularity Promovideo.

Das Smartphone in der Hosentasche verfügt mittlerweile über mehr Rechenleistung, als so manch in die Jahre gekommener PC. Genau diesen will Remix OS for Mobile in der nächsten Version mit dem Smartphone ersetzen. Ähnlich wie bei Continuum von Microsoft, kann mit nur einem Kabel das Smartphone um ein großes Display erweitert werden. Sobald der Monitor via USB-Schnittstelle mit dem Mobiltelefon verbunden ist, zeigt sich eine neue Oberfläche, die ein produktives Arbeiten ermöglichen soll.

Remix Singularity nennen die Entwickler dieses Feature, welches im zweiten Halbjahr 2017 erscheinen soll. Mit Remix OS wurde bereits der Grundstein für diese Funktion gelegt, denn das Betriebssystem basiert bereits auf Android und wurde in den letzten drei Jahren ständig weiterentwickelt.

Einfach einstecken und loslegen

Um Singularity zu nutzen ist nichts weiter nötig, als das Smartphone via USB mit einem Monitor zu verbinden. Da die Software auch Tastatur und Maus unterstützt, ist die Verwendung eines Docks sehr zu empfehlen. Sobald die Geräte verbunden sind, taucht auf dem Monitor eine Oberfläche auf, die auf den ersten Blick wie Windows aussieht. Tatsächlich handelt es sich allerdings um eine aufgebohrte Version von Android. Darauf können sämtliche Apps, die auch auf dem Smartphone funktionieren, ausgeführt werden. Egal ob Candy Crush, Microsoft Word oder Google Drive. Dank Startmenü, Taskleiste und Fenster-Layout findet sich jeder sofort zurecht und dem produktiven Arbeiten steht nichts im Weg.

Nach der Arbeit kommt bekanntlich das Vergnügen – beispielsweise vor dem Fernseher. Auch hier kann Singularity dank integriertem TV-Mode helfen. Sobald das Smartphone mit dem großen TV-Gerät verbunden ist und beispielsweise Netflix gestartet wird, wird die App entsprechend groß präsentiert und angezeigt.

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Vorteile von Singularity

Bereits mehrere Unternehmen haben den Versuch gewagt, das Smartphone ebenfalls als PC zu verwenden, doch keine der Technologien konnte sich bisher durchsetzen. Continuum von Microsoft zielt offenbar sehr stark auf den Business-Markt und hat weniger die Konsumenten im Fokus.

In einem Interview mit The Verge sagt Jide Co-Founder David Ko, dass ihre Technologie zwei große Vorteile bietet: Die geringen Kosten und das Android-Ökosystem. Remix OS wird kostenfrei angeboten, Android-Smartphones sind vergleichsweise relativ günstig und mit Singularity fällt sogar der Kauf eines Laptops oder PCs weg. Darüber hinaus bietet die Software auf Basis von Android bereits ein vertrautes Umfeld, wodurch eine Eingewöhnungsphase und die Suche nach alternativen Apps wegfallen.

Schwerwiegende Nachteile

Es gibt allerdings eine große Hemmschwelle, die das Feature vermutlich an dem großen Durchbruch für den Massenmarkt hindern wird. Remix OS muss nämlich wie eine Custom-ROM auf dem Smartphone installiert werden. Viele Nutzer, die an dem Feature interessiert wären, werden sich dieser ersten Herausforderung vermutlich nicht stellen. Darüber hinaus ist der Play Store nicht vorinstalliert, weshalb auch dieser wieder separat installiert werden muss. Beides soll zwar laut Ko relativ leicht von der Hand gehen, steht aber vermutlich für den Otto-Normal-Verbraucher eher nicht zur Debatte. Zudem wird Remix OS nicht mit jedem Smartphone funktionieren. Mit welchen Geräten das Betriebssystem kompatibel ist, ist noch unklar. Da das Promovideo ein Nexus 5X zeigt, wird es vermutlich vorerst bei den Nexus-Geräten bleiben.

Quelle: Jide via The Verge

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